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Du führst mich zum Ruheplatz am Wasser - Lourdes 2002
Erfahrene Lourdespilger wissen, daß Wasser von diesem Gnadenort nicht zu trennen ist: Die Quelle in der Grotte ist ebenso integraler Bestandteil unserer Pilgerfahrt wie die Regengüsse, die sich fast jedes Jahr über unsere Köpfe, in Krägen und Schuhe ergießen.

Rückblick auf 2001 So gut war die Stimmung im Vorjahr.
Und allen mit Wasser verbundenen Sturmfluten und Hochwassern zum Trotz übt Wasser auf den Menschen eine beruhigende, erholende Wirkung aus. Diese Erkenntnis scheint uralt zu sein, wie uns die Überschrift (Psalm 23, 2) lehrt. Ob ich am Ufer des Flusses dem ewigen Fließen, dem Spiel der Wirbel, der großen und kleinen Stromschnellen zuschaue, ob ich am Seeufer meine müden Füße ins kühle Wasser stelle oder ob ich am Meer meinen Blick bis zum Horizont schweifen lasse und dabei dem Rauschen der Wellen oder dem Tosen der Brandung lausche: irgendwie breitet sich in meiner Seele Ruhe aus - aber auch Sehnsucht. Sehnsucht nach der Weite, nach der Unendlichkeit: "Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Leute zusammen, um Holz zu sammeln, sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer" (Antoine de Saint-Exupéry).

Auch heuer wieder nehmen wir an der großen Pilgerfahrt des Malteser Orden vom 3. bis 8. Mai nach Lourdes teil. Unter die tausenden aus aller Welt mischen sich 270 Österreicher: rund 63 schwer behinderte oder kranke Menschen werden von 89 Mitgliedern des Hospitaldienstes betreut, 118 weitere Pilger runden die Gemeinschaft ab.

In dieser großen Gemeinschaft ist jeder für jeden da, vereint uns die Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit, werden Sorgen und Mühsal des Alltags auf das ihnen zustehende Maß zurechtgestutzt, kann jeder seine Batterien wieder aufladen: "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er läßt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser". (GKL)

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