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In Memoriam Gordian von Gudenus
Der Malteser Orden hat einen schweren Verlust erlitten. Unser "Gordi" ist tot. Er starb im 88. Lebensjahr und im 53. Jahr seiner Mitgliedschaft im Malteser Orden.

Bailli Gordian Reichsfreiherr von Gudenus
Geboren im Jahr 1915 besuchte er die Stella Matutinaund das Jesuiten Institut Kalksburg, wo er 1934 maturierte. Nach Besuch der Konsularakademie und dem Einjährig-Freiwilligen-Jahr wurde er 1939 in Innsbruck zum Dr. jur. promoviert. Nach einer Dienstzeit als Angestellter wurde er zur deutschen Wehrmacht eingezogen und diente an der Ostfront, teilweise als Offizier. 1946, aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen, beschloß er, die Diplomatenlaufbahn einzuschlagen und trat in das Bundeskanzleramt (Auswärtige Angelegenheiten) ein.
Er diente seinem Land in den verschiedensten diplomatischen Verwendungen, in London, Bern, Washington, Frankfurt, am Quirinal sowie als Botschafter in Kairo und Libanon sowie im Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten in Wien. Höhepunkt und Abschluß seiner diplomatischen Karriere war die als Botschafter beim Heiligen Stuhl, wobei er gleichzeitig als Botschafter beim Malteser Orden mitakkreditiert war.
1951 heiratete er Anna Maria, Gräfin von Meran, die ihm zwei Söhne und zwei Töchter schenkte. Ihnen gehört unsere ganz besondere Anteilnahme. Nach seiner Pensionierung widmete sich Gordi voll und ganz der Arbeit für den Malteser Orden. 1983 wurde er wegen der Erkrankung des Großpriors, Graf Kinsky, zum Statthalter des Großpriorates ernannt. 1984, nach dem Tod des Großpriors, wurde er Prokurator für Österreich. In diesen sieben Jahren sprach er mehrere Ritter darauf an, die Profess abzulegen. Dank seiner überzeugenden Ausstrahlungskraft legten vier Ritter die ewige Profess ab. Der Malteser Orden schuldet ihm dafür höchsten Dank.
Gemeinsam mit seiner Frau gründete er im Herbst 1985 die Rumänien-Hilfe des Malteser Ordens. Die beiden organisierten nicht nur die Hilfstransporte, sondern begleiteten diese auch persönlich oft unter Schikanen des diktatorischen, rumänischen Ceaucescu-Regimes. Seine vielfältigen Aktivitäten für den Orden brachten ihm mehrfach wohlverdiente Rangerhöhungen ein, zuletzt jene zum Bailli Ehren- und Devotionsgroßkreuzritter in Oboedienz.
Das Leben des Verstorbenen war von tiefster Frömmigkeit und echter christlicher Demut geprägt, der Glaube an Gott war der Leitstern seines ganzen Denkens und Handelns. Daraus resultierte auch seine unendliche Hilfsbereitschaft, die er als vornehme Pflicht verstand, sowie auch seine Fröhlichkeit und sein freundliches Wesen.
Seine Liebe zur Heimat wie auch zu den Idealen unseres Ordens, wie z.B. zur tuitio fidei und dem obsequium pauperum machen ihn uns ebenso zum Vorbild wie seine Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Gordian Gudenus gehörte zu der leider allzu klein gewordenen Zahl der echten Herren und Kavaliere.
Fest verwurzelt in den Idealen der überlieferten Tradition war er doch an allem Neuen interessiert und verschloß sich nicht den Entwicklungen unserer Zeit. Er war uns ein Vorbild als Christ, als Malteser und als Herr. Er wird als eben dieses Vorbild in unser aller Herzen weiterleben.
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Fra’ Franz Karl von Auersperg, Statthalter

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