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Malteser International – Fluthilfe in Pakistan
MHDA unterstützt mithilfe der Aktion Nachbar in Not
Malteser International ist bereits seit dem schweren Erdbeben vom Oktober 2005 in Pakistan tätig. Deswegen konnten nach den verheerenden Überflutungen im Sommer 2010 auch umgehend Nothilfemaßnahmen für die betroffenen Menschen in die Wege geleitet werden.
20 Millionen Menschen direkt betroffen
Ende Juli 2010 führten massive Monsunniederschläge im Nordwesten Pakistans zu großflächigen Überschwemmungen der Gebirgsflüsse und des Indus sowie zu Schlammlawinen und Erdrutschen. Mehr als 20 Millionen Menschen gelten als direkt betroffen, mindestens 1.750 Todesopfer sind zu beklagen. Im Überschwemmungsgebiet wurden Wohnhäuser zerstört, Felder mit Schlamm bedeckt sowie Feldfrüchte unbrauchbar, und auch Vieh ist in großem Umfang verendet. Zudem wurde die Verkehrs- (Brücken, Straßen) und Kommunikationsinfrastruktur großflächig beschädigt oder gar zerstört.
 Nach der Flutkatastrophe in Pakistan leistet Malteser International effektive Hilfe vor Ort
Das gesamte Ausmaß der Schäden ist immer noch nur grob abzuschätzen. Die Vereinten Nationen haben mit ihrem aktuellen Hilfsaufruf (Pakistan Floods Emergency Response Plan, Revision) vom 17. September 2010 den Finanzbedarf für die Nothilfe mit über 2 Mrd. US-Dollar beziffert.
Malteser International hilft im Nordwesten des Landes und im Punjab
In den Einsatzgebieten von Malteser International im Nordwesten (Distrikte Swat und Kohistan) sind die Fluten Mitte August zurückgegangen. Seither wird dort die Nothilfe mit medizinischer Grundversorgung und Trinkwasserversorgung fortgesetzt sowie um die Verteilung von Haushalts- und Hygienesets und Nahrungsmitteln ergänzt. Damit werden die drängendsten Bedürfnisse der Betroffenen aufgegriffen. Die medizinische Situation ist vor allem durch akute Durchfallerkrankungen und weitere durch mangelnde Hygiene hervorgerufene Krankheiten geprägt. Ein weiteres Einsatzgebiet fand Malteser International mittlerweile im Punjab. Hier mussten die meisten Menschen ihre Heimatgebiete angesichts der großflächigen Überschwemmungen temporär verlassen, in Kürze sind nun die ersten Rückkehrer in die Heimatdörfer zu erwarten. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist hier der Einsatz von drei medizinischen Teams zur Basis-Gesundheitsversorgung – nebst Hygieneaufklärung – sowie die Bereitstellung von Trinkwasser und Hygieneartikeln vorgesehen.
MHDA unterstützt mit 300.000 EUR von Nachbar in Not
Aus Mitteln von Nachbar in Not werden über den MHDA rund 300.000 EUR für diese Maßnahmen umgesetzt. Damit sollen bisher vom Deutschen Auswärtigen Amt finanzierte Hilfen von November bis ins Frühjahr des nächsten Jahres weitergeführt werden:
- Sicherstellung der Trinkwasserversorgung nach internationalen Standards an drei Gesundheitseinrichtungen im Punjab/Rahim Yar Khan District mit je einer Trinkwasseraufbereitungsanlage/TWA
- Beitrag zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Hygienesituation in von den Fluten besonders betroffenen Haushalten
- Basisgesundheitsversorgung (Primary Health Care, PHC) für die von den Fluten besonders betroffenen Familien (IDPs) über den Winter (im Anschluss an die Finanzierung durch WHO/ CERF bis Anfang/Mitte November).
Malteser Winterhilfe: Notunterkünfte für 3.500 Menschen im Himalaja
Angesichts des bevorstehenden Winters stellt Malteser International in der Region Kohistan, im Hochgebirge Pakistans, nun auch Notunterkünfte für 3.500 Menschen bereit. Immer noch sind die Bewohner des Palas-Tals wegen der oftmals zerstörten Zugangswege nur mangelhaft versorgt. Die Menschen in diesem Teil des Himalaja leben in einer Höhe von bis zu 3.000 Metern. Die hier eingesetzte Art von Notunterkünften hat sich bereits im Winter nach dem Erdbeben im Jahr 2005 bewährt. Sie sind mit Öfen, warmen Decken, Isolier-Material, Küchenutensilien und anderen Versorgungsgegenständen ausgerüstet. Speziell für das Hochgebirge entwickelt, sorgt ihre Tunnelform z.B. dafür, dass der Schnee nur wenig Halt findet und das Dach nicht einstürzen kann. Ferner wird Malteser International 20 Siedlungen mit motorbetriebenen Getreidemühlen versorgen. Denn in einigen Dörfern Kohistans konnten die Bewohner im Herbst noch die Maisernte einbringen, die nun gemahlen werden muss. „Je mehr die pakistanischen Bauern Mehl selbst produzieren können, desto unabhängiger sind sie von internationalen Nahrungsmittelhilfen,“ so Dr. Jürgen Clemens, Pakistan-Experte von Malteser International.

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