Malteser Kreuz

Der Malteser Care-Ring und die freiberufliche Pflege

Durch die 2010 neu gegründete Malteser Care-Ring GmbH ist es uns möglich geworden, Menschen in ihren eigenen vier Wänden langfristig professionell zu betreuen, zu begleiten und zu pflegen. Unabhängig von Diagnose, Pflegebedarf, Familienkonstellation oder Wohnregion können die über uns gestellten freiberuflichen Pflegekräfte wohnortnah und kompetent Hilfe anbieten.

Weltweit steigt die Zahl von Krankenpflegepersonen, die auf Basis der Freiberuflichkeit ihre eigenen Ideen und Qualitätsvorstellungen in neue Betreuungsmodelle verwandeln. Auch in Österreich wollen immer mehr Professionisten der Pflege eigene Konzepte umsetzen und durch neue Initiativen einen höheren Standard erreichen. Mit der Entwicklung und Umsetzung ihrer Ideen eröffnen sie dabei gleichzeitig neue Karrieremodelle und Perspektiven.

Bessere Patientenversorgung im gewohnten Umfeld

Was bewegt die freiberuflichen Pflegekräfte dazu, und wie erreichen sie dieses Ziel? Hauptmotivation ist es, den eigenen Alltag durch die Umsetzung eigener Erfahrungen und Ideen zu vereinfachen und dadurch die Patientenversorgung verbessern zu können. Ein weiterer Faktor ist das Unbehagen gut ausgebildeter Fachkräfte mit den etablierten Systemen und großen Apparaten, deren Prozesse oder Standards häufig als unzureichend empfunden werden, verbunden mit dem Gedanken: „Ich könnte das besser.“

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Gerade in der Konzeption und Koordination aller notwendigen Schritte und Maßnahmen liegt auch eine wesentliche Leistung dieser neuen „Case und Care Manager“, wie der Malteser Care-Ring die freiberuflichen diplomierten Pflegepersonen nennt. Sie kümmern sich während der gesamten Phase einer Pflegebedürftigkeit um alle erforderlichen Details und begleiten damit sowohl die zu pflegende Person als auch deren Angehörige durch den Pflegeprozess. Ein Fallbeispiel soll das näher erläutern.

Fallbeispiel: Betreuung eines Demenzkranken

Frau B., die im Case Management tätig ist, erreicht ein Anruf mit folgenden Informationen: Der Vater der Anruferin, Herr S., leidet an Demenz. Die Symptome sind sehr stark ausgeprägt, die Situation zu Hause ist nur noch schwer zu bewältigen. Die Tochter ersucht um Hilfe, worauf ein Termin für ein Erstgespräch in der Wohnung vereinbart wird.

Erstgespräch
Bei diesem Treffen wird von den Töchtern die belastende Situation im Detail geschildert. Die Case Managerin berät die beiden Töchter über mögliche Betreuungsformen und Interventionen. Durch die Entscheidung der beiden Töchter für die angebotene Unterstützung wird Ihnen die schwere Belastung zu einem großen Teil von den Schultern genommen.

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Während des Gesprächs erhebt die Case Managerin wichtige Informationen über Wohn- und Familiensituation, Verfüg- und Belastbarkeit der Angehörigen, Diagnose und Schweregrad der Erkrankung, Ernährungslage, allgemeinen Zustand und Befinden des Patienten sowie die aktuelle Betreuungssituation.

Assessment
Diese Informationsaufnahme ist bereits Teil des nächsten Schrittes, des Assessments. Es besteht darin, die besondere Problem- bzw. Bedürfnislage des Klienten inklusive seiner psychischen und psychosozialen Situation sowie seines Gesundheitszustandes einzuschätzen. Dafür werden in einer persönlichen Befragung sowohl mit dem Klienten selbst als auch mit seinen nächsten Angehörigen bestimmte Selbstversorgungsdefizite, Versorgungsbedürfnisse und eventuelle formelle und informelle Ressourcen erhoben.
Ein wichtiger Bestandteil des Assessments ist die Biografiearbeit, in der erhoben wird, wie der Patient früher gelebt hat, welcher Beruf ausgeübt wurde, welche Interessen und Vorlieben bestanden haben etc. Denn eine besonders wichtige Rolle in der Pflege und Betreuung von Demenzkranken spielt die Vergangenheit bzw. die Verarbeitung vergangener Ereignisse.

Planung und Koordination
Nach dieser umfangreichen Einschätzung der Gesamtsituation beginnt die Case Managerin, die Versorgung mit allen nötigen Leistungen zu planen. Aufgrund der vorliegenden Information, dass Herr S. fast nicht mehr unbeaufsichtigt allein in der Wohnung bleiben kann, eine Tochter noch berufstätig und die andere selber erkrankt ist, wird die Möglichkeit einer Vierundzwanzig-Stunden-Betreuung in Betracht gezogen.
Dabei sind folgende Schritte zu berücksichtigen:

  • Auswahl geeigneten Personals mit Erfahrung in der Betreuung Demenzkranker
  • Kontrolle der rechtlichen Rahmenbedingungen, z. B. Vorliegen eines Gewerbescheins, Versicherungsmeldung etc.
  • Beantragen der Förderung für Vierundzwanzig-Stunden-Betreuung

Weitere Maßnahmen umfassen die Miteinbeziehung des Psychosozialen Dienstes, die Kontaktaufnahme mit dem Hausarzt sowie die Abklärung der erforderlichen Medikation mit einem Facharzt.

Umsetzung

Im Rahmen einer Vierundzwanzig-Stunden-Betreuung stehen für Herrn S. nun zwei Pflegepersonen alternierend jeweils für einen Zeitraum von zwei Wochen zur Verfügung. Da Herr S. alle Pflegehandlungen nachdrücklich ablehnt, erweist sich die Grundpflege als äußerst schwierig. Die daraus anfänglich resultierenden Hautprobleme werden auf Veranlassung der Case Managerin von einem Dermatologen begutachtet und entsprechend behandelt.
Über Anregung der Case Managerin verschreibt der Facharzt ein neues Medikament gegen Demenz. Die im Zusammenhang damit erforderliche Bewilligung der Krankenkasse, Blutabnahme sowie EKG werden von der Case Managerin koordiniert.
Aufgrund des neuen Medikamentes und der neuen Art der Behandlung der aufgetretenen Hautprobleme tritt rasch eine gewisse Besserung ein. Die Töchter des Klienten sind nun unbeschwerter und geduldiger im Umgang mit ihrem Vater und das zuvor angespannte Verhältnis ist wieder entlasteter.

Qualitätssicherung
Auch die Sicherstellung der erforderlichen Betreuungsqualität bei allen Maßnahmen fällt in den Aufgabenkreis der Case Managerin. Im Rahmen der Qualitätssicherung werden hier folgende Tätigkeiten angeboten und durchgeführt:
  • Regelmäßige Pflegevisiten zu Hause
  •  Erreichbarkeit bzw. Bereitschaft für alle Beteiligten
  • Dokumentation aller Tätigkeiten
  •  Regelmäßige Evaluation und ggf. Anpassung der Leistungen

Malteser Care-Ring bereits in vier Bundesländern aktiv

Nicht lang nach seiner Gründung ist der Malteser Care-Ring mittlerweile bereits in Wien, Niederösterreich, Salzburg und Oberösterreich aktiv. In naher Zukunft soll dieses Modell der individuellen, hochwertigen und kontinuierlichen Betreuung von Familien durch jeweils eine diplomierte Pflegeperson in ganz Österreich zur Verfügung stehen.

  •  DGKS Natalie Lottersberger, GF Malteser Care-Ring GmbH
Wo Sie uns finden

Wenn Sie die Leistungen des
Malteser Care-Ringes in Anspruch nehmen oder sich auch nur
informieren möchten, erreichen
Sie uns unter:

Österreichweit kostenlose
Pflege-Hotline 0800 201 800
www.malteser-care-ring.at

Eine diplomierte Pflegeperson bietet Ihnen gerne Hilfestellung. Das erste Beratungsgespräch ist bei uns kostenlos.

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Letztes Update dieser Seite: Mittwoch, 1. Dezember 2010 um 22:25:21 Uhr
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