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Sonderdienst nach Friaul
Ein langes Wochenende im Mai bot sich an, das benachbarte Italien zu besuchen.
So machten sich eines Mittwochs um 7 Uhr in der Früh zwei Malteserautos mit insgesamt 14 Personen von Wien und Kohfidisch auf die Beine, um das wunderschöne Friaul zu erkunden. Nachdem sich beide Autos in Tarvisio wiedergefunden hatten, ging nun die Reise gemeinsam weiter. Die erste Station war das 1. Weltkriegsmuseum in Kobarid/Caporetto/Karfreit in Slowenien, wo wir uns die interessante, wenn auch sehr bedrückende Geschichte der Isonzo-Schlachten zu Gemüte führten. Die gedrückte Stimmung unsererseits legte sich aber, als wir feststellten, dass unsere nächste Station das Malteserweingut Rocca Bernarda war. Nachdem sich die Fahrer geeinigt hatten, wer denn weiterfahren wird, kosteten wir ein paar Schlückchen Wein, besichtigten die entzückend gelegene Villa und deckten uns mit hauseigenem Wein und Olivenöl ein. Da die Zeit leider nicht stehenblieb, mussten wir viel zu früh wieder die Autos besteigen und fuhren nun nach Grado, wo wir für die nächsten Tage untergebracht waren. Die recht spartanische hinbetonierte Villa Ostende entpuppte sich als wunderbar behindertengerechtes Quartier, von wo aus man in keinen fünf Minuten den Strand, sowie die Altstadt zu Fuß erkunden konnte. So bezogen wir die Zimmer, aßen zu Abend und fielen recht müde in die Betten.
 Eine friulanische Villa in strahlender Mai-Sonne.
Der nächste Tag brachte leider Regen, doch hatten wir das Glück, dass just wenn wir aus den Autos stiegen, der Regen aufhörte und so konnten wir trockenen Fußes Schloss Miramare und Triest unsicher machen. Das Mittagessen nahmen wir in einer winzigen Trattoria direkt am Hafen ein, wo wir das erste Mal mit den Köstlichkeiten der italienischen Küche konfrontiert wurden. Zur besonderen Erheiterung der Kinder wurden Cozze in Weinsoße und natürlich auch andere herrliche Fischspezialitäten bestellt. Der Spaziergang durch Triest wurde bei Café am Hauptplatz abgerundet und schon stiegen wir wieder in die Autos, um am Weg nach Hause noch mal in Duino halt zu machen. Dort fanden wir im Gastgarten eines Restaurants an der Bucht die Sonne wieder und wir genossen Sonne, Meer, Café, friulanischen Wein und Sonnenuntergang.
Italien von der besten Seite
Der Freitag zeigte sich von der besten Sonnenseite und so beschlossen wir schon beim Frühstück am Nachmittag eine Lagunenrundfahrt zu machen. Am Vormittag aber besichtigten wir noch die wunderschöne Basilika von Aquileia mit den prachtvollen Fußbodenmosaiken, die uns ganz in den Bann zogen. Nach einem stillen Gebet in einer Seitenkapelle machten wir uns auf den Weg zurück nach Grado um dort Mittagessen zu fassen und um, nach einer Siesta, einen kurzen Strand- und Stadtspaziergang zu machen – Eis essen inklusive. Dann wurde ein Rundfahrtschiff bestiegen, obwohl eigentlich noch keine Rundfahrtensaison war. Da wir dort eine andere österreichische Reisegruppe trafen, die ein Boot gemietet hatten und so freundlich waren uns mitzunehmen, konnte einem wunderbaren Nachmittag nichts mehr im Wege stehen. So ließen wir uns zwei ein halb Stunden die herrliche Meeresbrise um die Nase wehen, konnten Möwen, Reiher und Enten begutachten, stellten fest, dass man in der Lagune Golf spielen kann und machten auf der Insel Barbana halt, um die sehr hübsche Kirche Madonna di Barbana zu besichtigen. Die Rückfahrt gestaltete sich bereits recht frisch und so eilten wir, in Grado angekommen, zum Abendessen.
 Malteser-Auto in Friaul: diesmal nicht im Erdbebeneinsatz.
Samstags fuhren wir nach Udine mit dem Ziel die wunderschönen Werke des Tiepolo im Diözesanmuseum zu bewundern. Begrüßt würden wir von einem sehr launigen, aber lustigen Faktotum, der uns, beziehungsweise den Kindern erklärte, man müsse ganz still und ruhig sein, wenn man den Tiepolo ansieht, schon gar, wenn uns der Professore selber führt. Schließlich kam Prof. Christoph Ullmer und führte uns durch frühere und spätere Werke von Tiepolo sowohl im Museum, als auch in einer kleinen Kirche in Udine. Anschließend war noch Zeit für einen kleinen Stadtspaziergang (am Marktplatz gab es den allsamstäglichen Fisch- und Gemüsemarkt) und dann fuhren wir nach Lausacco, wo wir in der Villa Beretta von den Berettas sowie einem ganzen Tross an friulanischen Ordensrittern, angeführt von dem Delegaten Conte Daniele Garzoni aufs herzlichste begrüßt wurden. Tazi Beretta hatte einen herrlichen Festschmaus für uns vorbereitet und so labten wir uns, auf mehreren Tischen verteilt und unterhielten uns so gut es ging mit den Italienern. Viel zu früh mussten wir uns von den reizenden Gastgebern verabschieden, und fuhren noch durch Palmanova, wo wir vom Auto aus die wunderbare sternförmige Anlage der Stadt bewundern konnten.
 Bereichsleiter Gunhard Keil im Kreise seiner sichtlich zufriedenen Mitfahrer.
Tags darauf mussten wir leider wieder unsere Zelte abbrechen und fuhren, nachdem wir die Sonntagsmesse im Dom – Fischerchor inklusive- besucht hatten mit wunderbaren Erinnerungen an das lange Wochenende im Gepäck, wieder nach Hause.

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