Malteser Kreuz

Erdbeben Haiti: von der Normalität weit entfernt

Malteser International etabliert ein weiteres Gesundheitszentrum in
Darbonne … die psychischen Auswirkungen auf die Erdbebenopfer werden
dennoch immer deutlicher! Ein Bericht der Einsatzleitung von Malteser International Mitte Februar.

Porte-au-Prince/Léogâne/Köln. „Auch einen Monat nach dem Erdbeben ist die Situation hier in Léogâne weit entfernt von der Normalität“, berichtet der Malteser Tobias Kann aus der Krisenregion.


Eine zerstörte Schule in Port-au-Prince


Im benachbarten Ort Darbonne seien weit über Tausend Menschen weiterhin ohne medizinische Versorgung für die nun zumindest tagsüber eine mobile Klinik eingerichtet werde, so Kann weiter. Täglich behandeln die Malteser Menschen, deren Hauptproblem mehr seelischer als körperlicher Natur ist und denen man die nervliche Belastung mehr als deutlich anmerkt. Die wenigsten Haitianer verstehen, wie ein Erdbeben entsteht, sodass vielfach ein Vodoo-Geist dahinter vermutet wird. In Léogâne wird dieser Glaube dadurch verschärft, dass nur der Vodoo-Tempel stehen geblieben ist.

Was ist eigentlich ein Erdbeben – so die Frage der Einheimischen

Entsprechend dankbar sind die Erdbebenopfer für Erläuterungen. Seit dem 15. Januar sind die Malteser mit einem internationalen Team aus Ärzten, Krankenschwestern, OP-Pflegern, Public-Health-Fachleuten, Logistikern und weiteren Nothilfe-Experten in der Katastrophenregion aktiv. Schwerpunkt war zunächst die Übernahme der medizinischen Erstversorgung in dem teilweise zerstörten Krankenhaus 'Francois de Sales' sowie die Beteiligung an Assessments der UN von Krankenhäusern in Port-au-Prince.


Die Not der Menschen in Port-au-Prince ist dramatisch.

In der zu 90 Prozent zerstörten Stadt Léogâne, westlich von Port-au-Prince in der Nähe des Epizentrums, übernahm das Team die Leitung eines Gesundheitszentrums für die medizinische Grundversorgung einschließlich Geburtshilfte. Zwei aus Deutschland eingeflogene Emergency Health Kits mit Antibiotika, Medikamenten und Verbandsmaterial gewährleisten hier für drei Monate eine grundlegende medizinische Versorgung für 20.000 Menschen. Besonders hilfreich, so Kann, sei die von EADS gestiftete mobile Rettungsstation, die eine hervorragende Möglichkeit biete für die Menschen in Léogâne auf Dauer adäquate Gesundheitsdienste sicherzustellen. Auch die Ärzte seien froh über die fast heimatlichen Arbeitsbedingungen.

Österreich unterstützt Malteser International

Malteser International führt internationale Hilfeleistungen in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der nationalen Gliederungen – in Österreich mit dem Malteser Hospitaldienst Austria (MHDA) – durch. Malteser International ist das weltweite Hilfswerk des Souveränen Malteserordens für humanitäre Hilfe. Die Nichtregierungsorganisation hat mehr als 50 Jahre Erfahrung in der humanitären Hilfe und ist derzeit mit rund 200 Projekten in über 20 Ländern Afrikas, Asiens und Amerikas tätig. 20 nationale Assoziationen und Priorate des Malteserordens sind zurzeit Mitglied von Malteser International. Das Großpriorat von Österreich ist Gründungsmitglied von Malteser International, der Österreicher DI Richard Steeb ist Vizepräsident der Organisation. Die Katastrophenhilfe in Haiti wird für den weltweiten Malteser Orden durch Malteser International abgewickelt und gesteuert.

Nachbar in Not für Léogâne

Neben Projekten des Roten Kreuzes, der Caritas, der Diakonie, des Hilfswerks Austria, der Volkshilfe, des Samariterbundes und von Care unterstützt Nachbar in Not auch ein Projekt der österreichischen Malteser im Wege von Malteser International. Anton Gatnar, Vorsitzender des Stiftungsrats von Nachbar in Not: „Der Antrag der Malteser, den Ankauf eines Ambulanzfahrzeuges und zweier Klein-LKW zum Transport Verletzter und zur Verteilung von Hilfsgütern, konnte zugesagt werden, da klar war, dass es entsprechende Fahrzeuge in Haiti derzeit nicht gibt, und sie für die Versorgung verletzter und heimatloser Menschen unverzichtbar sind.“ Zusätzlich wird Nachbar in Not den Ankauf von Generatoren für die Malteser Krankenstationen unterstützen. Insgesamt werden so EUR 150.000,– aus Österreich nach Haiti fließen. „Das sind aber nur Ersthilfe Projekte“, betont Gatnar. „Die Langzeithilfe für Haiti wird in den nächsten Jahren erhebliche Geldmittel erforderlich machen, alle Hilfsorganisationen werden nach Abschluss der unmittelbaren Katastrophenhilfe Langzeit Projekte entwickeln und einreichen, so auch die Malteser.“

Der Malteser Hospitaldienst Austria bittet auch weiter um Spenden:
Spendenkonto: MALTESER HOSPITALDIENST AUSTRIA
P.S.K. Konto-Nummer: 1.000.999
BLZ: 60.000
IBAN: AT436000000001000999
BIC: OPSKATWW

Spenden an den MHDA sind steuerbegünstigt! (... siehe Artikel)

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Letztes Update dieser Seite: Donnerstag, 25. Februar 2010 um 14:16:55 Uhr
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