Malteser Kreuz

Die Lourdes-Wallfahrt 2009 – ein Rückblick

Wie jedes Jahr fand auch heuer Anfang Mai die Lourdes-Wallfahrt
des MHDA statt. Rund 300 Personen machten sich diesmal unter dem Motto:
„Was willst du, dass ich dir tue?” (Mk 10, 51) für knapp eine Woche
auf den Weg in den südfranzösischen Gnadenort.

Jedes Jahr pilgern an diesem ersten Mai-Wochenende Malteser aus der ganzen Welt nach Lourdes. Tausende Mitglieder aus aller Herren Ländern prägen mit ihren verschiedenen Uniformen nicht nur das Bild der Lichter- und Sakramentsprozession sowie der internationalen Messe am Sonntag-vormittag, sondern buchstäblich von ganz Lourdes.

 


Der österreichische Zug rollte nach Spende des Reisesegens durch Abt Gregor Henckel-Donnersmarck in der Früh des 1. Mai vom Wiener Westbahnhof los, durchquerte Österreich westwärts und füllte sich von Bahnhof zu Bahnhof immer mehr, um dann ab Innsbruck komplett zu sein. In Linz und Innsbruck spendeten auch die Exzellenzen Bischof Ludwig Schwarz und Bischof Manfred Scheuer den Reisesegen.
Unter dem Tagesmotto: „Wer ist Jesus für dich” stimmten sich Betreute, Pilger und Personal auf der etwa 26-stündigen Fahrt gleichermaßen auf die Ankunft in Lourdes ein, das wir am Vormittag des 2. Mai wohlbehalten erreichten.

Was willst du, dass ich dir tue?

Diese Frage Jesu war das diesjährige Motto und begleitete uns während unserer ganzen Wallfahrt. Besonders drei Aspekte zu dieser Frage legte uns unser leitender Seelsorger Koni Spiegelfeld dabei ans Herz:

  1. Jesus liebt jeden von uns – wir sind alle Mitarbeiter Gottes. Jesus wirbt um unser „JA” zu ihm und seinem Leben.
  2. Jeder von uns möchte „sehend werden” und den Weg Jesu verstehen. Maria ist dabei unsere Fürsprecherin und führt uns zu ihrem Sohn.
  3. Der persönliche Glaube und das Vertrauen helfen jedem, der erkennt, dass sie von Jesus gefragt werden.

Die Frage „Was willst Du, dass ich dir tue?“ kann überdies – vor allem für uns Malteser – nicht nur im geistlichen Sinn durch das volle JA zu Jesus und der Mutter Gottes beantwortet werden, sondern auch in den unzähligen Begegnungen mit unseren Betreuten und Pilgern. Gerade dies sind die Kernpunkte einer Malteserwallfahrt, wie sie auch in unserem Ordensgebet verankert sind: „Im Bekenntnis zur römisch-katholischen und apostolischen Kirche will ich ... dem Nächsten ... in Liebe begegnen, besonders den Armen und unseren Herren Kranken.” Das Besondere einer Lourdes-Wallfahrt liegt dabei nicht nur in der optimalen Versorgung und Pflege unserer Betreuten (obsequium pauperum), sondern gerade auch in der Verantwortung für den Glauben aller Mitfahrenden (tuitio fidei).

Scheinbar Unmögliches wird möglich

Dies ist das ganz Besondere an einer solchen Wallfahrt. Monate und Wochen verbringt man mit Planungen und Vorbereitungen. Und immer wieder stellt man sich die Frage: „Haben wir etwas vergessen?” An tausend Dinge wird gedacht, an einige aber auch nicht. Und trotzdem: Alles ist möglich oder wird möglich gemacht – und so können vergessene Medikamente in Vorarlberg gerade noch zum Zug gebracht oder Lebensmittel mitten in der Nacht in Genf zugeladen werden. Und – noch viel, viel wichtiger: Lächeln auf Gesichter gezaubert werden, die schon lange nicht mehr gelächelt haben.

 

Jeder der Lourdes-Pilger hat seine eigenen Vorstellungen und Erwartungen an diese Wallfahrt. Diese Vorstellungen sind so mannigfaltig wie die Erfüllungen, und vielleicht sogar die kleinen Wunder von Lourdes, die jeder für sich persönlich erlebt. Höhepunkte dabei sind sicherlich eine Andacht oder Messe vor der Grotte, ein Bad in den Piscines von Lourdes oder eine der vielen Messen und Prozessionen.

Erlebnisse und Begegnungen

Ganz wichtig ist uns, dass die Pilgerfahrt nach Lourdes nicht nur für unsere Betreuten und Pilger eine echte Wallfahrt ist, sondern dass auch jeder einzelne Malteser sie als solche erleben kann. Unzählige Begegnungen und Begebenheiten bringen jeden einzelnen Malteser zum Nachdenken, und in der wenigen Zeit zwischen Pflege und Betreuung unserer „Herren Kranken” kann jede(r) von uns kleine Momente erleben, in denen man ein wenig Zeit für sich selbst findet.

Schon ein kurzes Gebet an der Grotte, das bewusste Anzünden einer Kerze oder ein Moment der stillen Andacht während einer der Messen kann dazu erfüllend genug sein. Diese Zeit ist ganz wichtig und notwendig, um wieder Kraft zu schöpfen und sich auch ganz persönlich an die Mutter Gottes zu wenden. Gestärkt werden wir aber nicht nur durch solche Momente der Ruhe und Einkehr, sondern ganz besonders auch durch unsere Betreuten selbst. Ein Lächeln, ein Dank oder ein gemeinsam erlebter schöner Moment lassen viele der Malteser in dieser Woche weit über ihre Grenzen hinaus wachsen – auch das eines der vielen kleinen Wunder von Lourdes.

Abschied und Vorfreude

Am 5. Mai hieß es wieder Abschied nehmen von Lourdes. Mit gemischten Gefühlen, doch durchwegs voller schöner Erinnerungen an unseren Aufenthalt näherten wir uns wieder der Heimat. Und auch schon die Vorfreude auf die nächste Lourdes-Wallfahrt im Mai des kommenden Jahres mischte sich in die vielen Verabschiedungen an den diversen Stationen in Österreich, die wir jetzt in umgekehrter Richtung durchliefen. Gestärkt und durch viele unvergessliche Erlebnisse bereichert, ging nun jeder Einzelne seinen gewohnten Weg – hoffentlich mit seiner ganz persönlichen Antwort auf die Frage: „Was willst du, dass ich dir tue?”

  •  Elisa Stadlinger

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Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 1. September 2009 um 18:16:12 Uhr
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