|
Was willst Du, dass ich Dir tue?
Unter diesem Motto steht der Lourdes-Zug 2009 der Malteser
Von 1. bis 6. Mai 2009 führt der alljährliche Lourdes-Zug des MHDA rund
300 Behinderte, Kranke, Pilger, Ordensmitglieder und betreuende
Malteser in den Marienwallfahrtsort Lourdes. Im ersten Jahr nach der
150-Jahrfeier des Heiligtums – im Jahr 1858 war die Muttergottes der
Hl. Bernadette zum ersten Mal erschienen – steht die Frage Jesu an den
blinden Bartimäus im Fokus des geistlichen Programms der Fahrt: „Was
willst Du, dass ich Dir tue.“ Bartimäus’ Reaktion – er wirft seinen
Mantel (und damit seinen wertvollsten Besitz) weg, antwortet in vollem
Vertrauen „Ich möchte wieder sehen können“ und schließt sich nach
seiner Heilung Jesus an – kann und soll Vorbild sein für unser Leben:
Uns im Glauben und Vertrauen voll auf Christus einzulassen.

Stimmungsvolle Grotte in Lourdes
Eine Fahrt nach Lourdes stellt an die Einsatzleitung eine
Herausforderung dar, die neben der Organisation auch den spirituellen
Bereich abdecken muss. Denn niemand fährt aus rein „touristischen“
Motiven nach Lourdes, nur um alle Sehenswürdigkeiten zu sehen oder
einfach eine aufregende Fahrt mit den Maltesern zu machen. Das tiefe
innere Bedürfnis jedes und jeder einzelnen ist es, auf dieser Fahrt
nicht nur Kraft und Stärkung für den Alltag zu erhalten, sondern vor
allem Gott näherzukommen.
Warum nehme ich an einer Wallfahrt teil?
Es gibt tausend Gründe, an einer Wallfahrt teilzunehmen, vor allem beim
ersten Mal: „Weil meine Tante mich eingeladen hat“, „Weil meine
Freundin mit mir fährt“, „Weil ich gern mit den Maltesern unterwegs
bin“ ... – die Motive sind vielfältig. Spätestens ab der zweiten Fahrt
passiert dann aber immer dasselbe: Wir sind auf der Suche, eine innere
Unruhe drängt uns zurück an die Orte, von denen wir im Nachhinein
festgestellt haben, dass sie uns geändert und erfüllt haben, kurz, an
denen „etwas passiert ist“.
Wie sehen die spirituellen Schwerpunkte aus?
Genau auf diese Suche ist das geistliche Programm der Wallfahrt
ausgerichtet. Grundlage sind dabei natürlich die Sakramente der
katholischen Kirche, mit denen uns der Herr auf seinem Weg führt.
Jedem, der mitfährt, bieten sie Gelegenheit, für sich ein wenig den
Boden zu bereiten – Christus sät darauf die Samen aus. Im Zentrum
stehen dabei die folgenden Schritte:
• Aufmachen und sich auf den Herrn ausrichten, indem wir uns überhaupt auf den Weg machen.
• Ruhig werden und Abstand gewinnen, beginnen zu beten, beginnen, auf Gott zu schauen.
• Die Sakramente empfangen, vor allem jene der Eucharistie und der
Beichte (die im Katechismus unter den Sakramenten der Heilung an erster
Stelle vor der Krankensalbung genannt ist).
• Besondere Berührung durch Erlebnisse wie Kreuzwegandachten, das Gebet vor der Grotte, das Bad in den Piscines.
• Konkrete und persönliche Entscheidung für Jesus Christus als
zentraler Moment. Was unsere Eltern für uns in der Taufe getan haben,
wollen wir wie Bartimäus bewusst und konkret auszusprechen lernen.
Dieser Schritt, der Moment, an dem wir Jesus unser Leben in die Hände
legen, ist wohl der Höhepunkt der Wallfahrt.
• Das Sakrament der Krankensalbung bildet dann die Abrundung –
Gelegenheit, sich mit allen sichtbaren und unsichtbaren Leiden Jesus
anzuvertrauen, damit er uns hilft, diese Leiden zu tragen, oder sie uns
auch vollends nimmt.
• Die Fahrt nach Hause schließlich führt uns, umgeben von etlichen
neuen Freunden, zurück in den Alltag, aus dem wir gekommen sind – nun
aber gestärkt durch den, dem wir unser Leben überantwortet haben und
der mit uns lebt: Jesus Christus.
Damit verbindet der spirituelle Teil der Wallfahrt die Elemente Umkehr,
Eucharistie in Messe und Anbetung, Beichte, das konkrete „Ja“ zu Jesus
in einer Lebensübergabe sowie für alle, die es wünschen, das Sakrament
der Krankensalbung.

|
 |
|