Malteser Kreuz

Einsatzfahrzeug für albanische Malteser

Der Entschluß vom Malteser Kommando war gefasst - der Jeep sollte die Reise nach Albanien antreten. Anna und Bernhard Millauer brachten die großzügige Spende des MHDA nach Tirana und berichten von dieser spannenden Reise.

Da wie immer alles spät, eng, kurzfristig und sofort sein musste, hatten wir es wieder einmal eilig alle Papiere zu besorgen. Eine Woche vor Weihnachten bekamen wir den Auftrag und am 27. Dezember 2008 wollten wir fahren. Durch die Emails mit Dr. Marku konnten wir sämtliche notwendigen Dokumente in Erfahrung bringen und hatten so Vollmacht, Schenkungsurkunde und Berechtigung auf offiziellem MHDA Papier auszudrucken, zu unterschreiben und mit Stempel und Siegel zu versehen.

Abfahrt am 27.12.

Frühmorgens am 27.12. wollten wir mit dem M4 und den Papieren im Gepäck Richtung Süden aufbrechen, jedoch  wollte die Batterie des M4 nicht so richtig. Also ab zum Batteriefachgeschäft, warten auf die Öffnungszeit, Einbau einer neuen Batterie und erst dann konnten wir unsere Reise beginnen.
Wir hatten uns für die Südroute über Graz entschieden, da die Strassen besser waren und die Strecke außerdem etwas kürzer war.
Die Grenze zu Slowenien war kein Problem, da EU, aber auch hier muss eine Vignette für die Autobahnen sein. Dann weiter nach Kroatien, wo es langsam zu schneien begann. Die Straßenverhältnisse waren sehr gut, da die Autobahn schon weit ausgebaut ist. Doch mit den Kilometern wurde der Schneefall immer dichter und die Temperatur sank. Auf den Anzeigetafeln war die Begrenzung 80km/h oder sogar 60km/h zu lesen, was einigermaßen frustrierend ist, wenn man eine dreispurige leere Autobahn vor sich hat. Da die Zeit schon weit fortgeschritten war, konnten wir in stockdunkler Nacht nur auf der belebten Bundesstrasse weiterfahren. Kurz nach Split war dann endgültig die Autobahn zu Ende. 

Ankunft in Dubrovnik

Über Strassen, die mit der Entfernung immer kleiner und holpriger wurden, mussten wir unseren Weg durch die Berge suchen. Gemeinsam mit desolaten Kleinwagen, gefährlich schwankenden LKWs und völlig überladenen Bussen kletterten wir die Bergstrassen nahe Bosnien-Herzegowina hinauf, weiter Richtung Süden. Dann endlich gegen Mitternacht erreichten wir Dubrovnik. Eine hohe Bogenbrücke führt in diese wunderschön beleuchtete Mittelmeer-Stadt. Doch die Herausforderung war, um diese Jahreszeit ein Hotel zu finden, das geöffnet hat. Da wir aber SUSI mithatten – unser Navigationssystem – konnten wir die Liste der gespeicherten Hotels abgrasen, bis wir endlich zu einem beleuchteten Eingang kamen. Dubrovnik Palace – noble Adresse!!! Aber in Uniform kann man sich so einiges erlauben. Bernhard erreichte einen NGO-Preis – 1+1 gratis. So schliefen wir selig in weichen und warmen Betten und genossen am nächsten Tag ein reichhaltiges Frühstücksbuffet.
Bei strahlendem Sonnenschein brachen wir in den neuen Tag auf. Nach einem kurzen Auto-Check machten wir uns auf die letzte Etappe Richtung Shkodra – Albanien. Trotz der engeren Bergstrassen entschieden wir uns für den kleinen Grenzübergang Sukobine. Auf dem Weg dorthin kommt man an der landschaftlich einmaligen Bucht bei Kotor vorbei.



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Anna und Bernhard Millauer übergeben das Malteser Fahrzeug in Skopje


Der Grenzübertritt nach Albanien gestaltete sich relativ problemlos, was angesichts des Einsatzfahrzeuges und zwei Herrschaften in roter Uniform mit offiziellen Dokumenten nicht so selbstverständlich ist. Nach etwa 10 Minuten Aufenthalt waren wir endlich in Albanien angekommen. Shkodra ist von der kleinen Grenzstadt etwa 15km entfernt und so waren wir am frühen Nachmittag an unserem Bestimmungsort angekommen.
Albanischer Verkehr ist gewöhnungsbedürftig, aber wesentlich friedlicher als bei uns. Jeder passt auf den anderen auf und so gab es auch keine Probleme, als wir unabsichtlich von einem großen Kreisverkehr aus in eine vierspurige Einbahnstrasse einbogen, da das Einbahnschild durch einen Baum verdeckt war. Alle entgegenkommenden Fahrzeuge wichen ohne Aufregung zur Seite, keiner hupte, keiner schimpfte. Erst als Bernhard bemerkte, dass er sich unwohl fühlt, weil wir die einzigen waren, die in die andere Richtung fuhren, bogen wir in eine kleine Seitengasse ab, um auf die nächste Parallelstrasse zu kommen. Bei neuerlichem Durchfahren des Kreisverkehrs, entdeckten wir das zugewachsene Einbahnschild.

Suche nach der Malteserzentrale in Skodra

Nachdem wir keine Ahnung hatten, wo sich die Zentrale der albanischen Malteser befand, suchten wir uns einen markanten Punkt in der Stadt – die Kathedrale von Shkodra – und riefen Dr. Marku an. Keine 10 Minuten später holte er uns ab und begrüßte uns und sein neues Auto freudig.
Die Malteserzentrale liegt in einem verwinkelten Viertel von Shkodra. Es ist eine ehemalige staatliche VIP-Herberge, in der Staatsgäste untergebracht waren. In dem schönen Hof stehen etliche alte Malteser-Fahrzeuge, inklusive Anhänger, Stromaggregat, Kärcher und Kühltruhe. Über allem weht stolz das achtspitzige Kreuz. Sogar das große Eingangstor in der Mauer ist rot gestrichen und mit einem Malteserkreuz geschmückt.
Der erste Eindruck war: es ist wie nach Hause zu kommen. Man fühlte sich sofort wohl – leichte Gebrauchsspuren, große Zimmer, nette lächelnde Menschen und viel Material vom letzten Einsatz herumstehend!!!
Da es in albanischen Häusern nur selten eine vernünftige Heizung gibt, war es ziemlich kalt (bei 3°C Außentemperatur). Claudia, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin die sehr gut deutsch spricht, bot uns eine kleine Stadtführung an und brachte uns in ein nettes Hotel (auch ohne Heizung!!!). Der Blick von der großen Burg auf dem Hausberg von Shkodra war herrlich, trotz beißender Kälte und schneidendem Wind. Abends wurden wir in ein nettes Lokal geführt in dem herrliche Gerichte serviert wurden. Die albanische Küche ist eine Mischung aus Italien, Griechenland und Balkan allgemein.
Die darauffolgende Nacht war kalt und kurz. Direkt vor unserem Hotelzimmer stand die größte Moschee Shkodras, von der wir um 6.00 Uhr früh vom Muezzin geweckt wurden. Nach dem Frühstück wurden wir von einem weiteren ehrenamtlichen Malteser, Mateo, abgeholt und in die Zentrale gebracht. Dann machten wir uns auf den Weg die Schenkung offiziell beglaubigen zu lassen, alle Dokumente ins Albanische zu übersetzen und diese wieder notariell beglaubigen zu lassen. All das brauchten wir für die zollrechtliche Abfertigung des Fahrzeuges.

Formalitäten

Am Zoll angekommen, wollten die Beamten noch eine andere Kopie mit Übersetzung und Beglaubigung, also mussten wir unverrichteter Dinge wieder fahren. Da ab diesem Zeitpunkt unsere Anwesenheit nicht mehr notwendig war, entschieden wir uns die nächste Maschine nach Wien zu nehmen. Das hieß um 12.30 Uhr spätestens am Flughafen Rinas bei Tirana zu sein. Albanischer Verkehr ist eine Sache, aber es dann auch noch eilig zu haben eine andere. Mateo verfrachtete uns nach einer herzlichen Verabschiedung von Dr. Marku und den anderen in einen Malteser Land Rover und los ging es in Richtung Rinas. Wochentags ist auf den Strassen so viel los, dass es lebensgefährlich ist, zu überholen, doch wir schafften es trotz kleiner Staus und dichtem Verkehr, rechtzeitig am Flughafen zu sein. Mateo wartete noch beim Auto, ob mit unseren Tickets alles in Ordnung war und verabschiedete sich dann.
Tja, das mit den Tickets war nicht so einfach. Wir hatten zwar reserviert, aber noch nicht bezahlt, nur das hatte die nette Dame beim AUA-Schalter offenbar übersehen. Sie druckte uns die Tickets aus und wir gingen ahnungslos zur Sicherheitskontrolle. Kurz davor erwischte sie uns noch uns bat uns ins AUA-Büro, wo wir die Tickets dann doch bezahlen mussten. Also, wieder zur Sicherheitskontrolle, den Großteil der Uniform ablegen, Tickets herzeigen, dann zur Passkontrolle, das richtige Gate und warten. Aber auch das ging nicht ganz glatt. Als wir kurz vor dem Einsteigen waren, lief uns ein netter Sicherheitsbeamter nach und befrage uns über die Gasflasche in unserem Rettungsrucksack, den wir eingecheckt hatten. Bernhard lief mit dem Flughafenangestellten zur Gepäckskontrolle, ließ den Sauerstoff aus unserer Flasche. Entleert durften wir sie dann mitnehmen.
Schließlich und endlich saßen wir dann in der Maschine Richtung Wien und betraten 1,5 Stunden später wieder österreichischen Boden.

  •  Anna Millauer

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Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 14. April 2009 um 21:32:36 Uhr
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