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Das 9. Wildwassercamp 2008 in den Wildalpen
Ein großartiger Event der besonderen Art für unsere behinderten
und sportbegeisterten Malteser-Betreuten !
Das heurige Wildwassercamp in den Wildalpen bei Mariazell wurde wieder
zu einem ganz eindrucksvollen Erlebnis für alle Beteiligten.
Da auf Grund der vielen Dienste für die Europameisterschaft und dem
Internationalen Sommerlager in Stams unser Zeitplan dicht gedrängt war,
haben wir unser traditionelles Wildwassercamp heuer schon auf Anfang
Juli vorverlegt. Auch heuer war eine volle Auslastung mit 8 Booten und
über 24 Teilnehmern geplant. Material, Quartier, Boote, Ausrüstung und
die Raftinglehrer müssen schon ein halbes Jahr vor dem Ereignis
geordert werden, da in der Hauptsaison die meiste Ausrüstung und vor
allem das Raftingpersonal schon lange im voraus gebucht ist. Außerdem
müssen sämtliche Boote für unsere Gäste eigens adaptiert und den Sitz-
und Haltebedürfnissen jedes einzelnen genau angepasst werden. Nichts
wird dem Zufall überlassen. z.B. haben unsere Raftinglehrer schon viel
Routine mit der Handhabung und dem Verteilen der Gewichtssituation in
den einzelnen Booten. Das ist auch der entscheidende Faktor für einen
reibungslosen Ablauf auf dem Wasser.
Teamarbeit, gegenseitiges Abstimmen von Flexibilität und vor allem
Zusammenhalt im Einsatz sind die entscheidenden Voraussetzungen für das
Gelingen solch eines anspruchsvollen Unternehmens.
Mit unserer gemeinsamen Erfahrung, Genauigkeit und mit Disziplin aller
Beteiligten ist ein unfallfreies und aufregendes Wochenende
gewährleistet.
Teamgeist und gemeinsame Erfahrung
Besonders die Sicherheit wird nie vernachlässigt. Alle unserer
Teilnehmer müssen ein ärztliches Attest vorweisen. Am Wasser muss jeder
schützende Neoprenanzüge, Helm und Schwimmweste tragen. So ist für alle
Neulinge die anfängliche Unsicherheit und Angst bereits nach der ersten
Etappe schnell vorbei.
Lassen Sie, verehrte Leser, das Feedback eines unserer behinderten
Gäste und die dazu gestaltete eindrucksvolle Bilddokumentation auf sich
wirken.
Donnerstagabend trafen wir alle in Hinterwildalpen bei Mariazell ein
und wurden durch unsere Hauseltern, Familie Formann und die
Wildwasserschule Wolfgang Winkler begrüßt. Freitag Früh, nach einem
sagenhaften Frühstück im Garten unserer Rosa Formann, wollten wir unser
Wagnis endlich beginnen.
Nach dem Ausfassen der Neoprenanzüge, Füsslinge, Schwimmwesten und
Helme konnten wir die Boote besteigen und diese zu Wasser lassen. Da
unsere Betreuten von den Maltesern und den Raftingguides genau ob des
Verhaltens instruiert wurden, wichen die ersten Unsicherheiten bald
großer Begeisterung.
Bereits nachdem wir die ersten hundert Meter am Wasser bewältigt
hatten, sahen wir, dass alle Teams optimal zusammengestellt wurden und
somit die perfekten Vorraussetzungen für ein gutes Gelingen dieses
Wochenendes gegeben war. Es stellte sich wie immer bald heraus, dass
sich dieses Abenteuer als eine sichere, aber auch spannende
Veranstaltung zeigte.
Wilde Landschaft
Wir empfanden alle eine tiefe Ehrfurcht vor dieser göttlichen Schönheit
und wilden Natur, die sich uns in dieser unberührten Landschaft
plötzlich darbot.
Felsen ragten aus kristallklarem Wasser hunderte Meter schroff in die
Höhe, hatte sich dieser Fluss seit Urzeiten zäh durch dieses Urgestein
und diese wunderbaren Schluchten hindurch geformt. So entstehen eben
diese tiefen Gumpen und wildromantische Klammen. Wir spürten alle in
unseren Booten, wie vergänglich der Mensch eigentlich auf der Welt ist.
Mit unseren „Schlauchkanadiern“ ging es einmal rasant über
Stromschnellen und rauschende Abschnitte, dann wiederum gemütlich über
etwas ruhigere Etappen.
Vorbei an alten Baumriesen und sprudelnden Wasserfällen. Die Gischt
spritzte uns ins Gesicht und Wasser schwappte in unser Boot. Wir
mussten mal mit und dann wieder gegen die Strömung paddeln. Unsere
Guides gaben die Kommandos und steuerten mit emsigem Mittun von uns,
sicher den Fluss entlang. Vor jeder Flussbiegung stellte sich die
spannende Frage: “Was wird uns wohl dahinter erwarten“?
Von uns aufgescheucht, flitzten die Forellen und Äschen zu ihren
Verstecken. In ihrer Ruhe gestört, flatterten auch Wildenten und
Fischreiher von ihren Verstecken auf und davon.
Erdige Gerüche von Sumpf, altem Holz, Pflanzen und der Bewuchs aus
Urzeiten, welche entlang unseres Wasserweges gedeihen, begleiten uns.
Es war ein Genuss der Sinne.
Pause und Jause
Weit ab von jeder Straße trieben wir auf dem erfrischenden Nass dahin
und genossen die absolute Ruhe auf der schönen und türkisgrünen Salza.
Aus den tieferen Flussbereichen leuchtet das Wasser in allen Grün- und
Blautönen empor und es lud uns förmlich ein ins Wasser hinein zu
springen und sich darin zu erfrischen.
Bei unseren Pausen auf Sandbänken taten wir das auch und genossen neben
dem frischen klaren Badevergnügen, die bereits am Holzfeuer gerichteten
Grillkotletts und das kühle Bier.
Für die gehbehinderten Betreuten war das Fahren in Booten auf dem Fluss
eine geniale Möglichkeit, fernab von befestigten Straßen und Wegen, die
Natur in ihrer ursprünglichsten Form zu genießen.
Schon alleine das tolle Frühstück, die Hilfsbereitschaft der
Maltesercrew, ließ nur gute Laune aufkommen. Und so war auch das
längere Fahren zu den Einstiegstellen, wo alle Betreuten jeden Tag samt
Booten zum Fluss hinunter getragen werden mussten, um alles erleben zu
können, nur mehr mit Vorfreude und Lachen begleitet
Einfach ein Spaß!
Am Abend saßen wir dann noch lange gemütlich zusammen, um die Bratkartoffeln mit Rahmsauce zu geniessen.
Am Samstag ging es noch zum Feuerwehrfest nach Wildalpen wo wir
ordentlich mit Grillhendl versorgt wurden und uns der Bürgermeister bei
seiner Ansprache persönlich begrüßte. Danach wurde dann sehr viel
getanzt. Die Malteser, alle in ihren adretten Uniformen haben die
Rollis einfach auf die Tanzfläche geschoben, wo wir dann natürlich
einen irrsinnigen Spaß hatten. Einsatzleiter Gabriel mahnte zum
Aufbruch, wir mussten ja noch zurück nach Hinterwildalpen fahren und
alle in die Betten verfrachtet werden.
Denn wir konnten nicht lange schlafen, da wir alle am Sonntag die
Dorfmesse mitfeiern wollten, wo wir ja wie jedes Jahr auch vom Pfarrer
und dem Gemeinderat herzlichst begrüßt wurden.
Das war noch lange nicht genug, und so zwängten wir uns nach der Hl.
Messe wieder in die Neoprenanzüge und stellten uns dem traditionellen
Wettkampf am Fluss, wo wir unser Gelerntes schließlich unter Beweis
stellen konnten
Es gab wie immer nur Gewinner und jeder von uns heimste eine schöne große Goldmedaillie ein.
Jedenfalls war dieses Wochenende sehr eindrucksvoll und aufregend und
ein wirklich lustiges Erlebnis, dass wir allen behinderten und
sportbegeisterten Menschen wirklich nur empfehlen können!
Bereits jetzt planen wir schon für nächstes Jahr das große 10-jährige
Jubiläum! Fast eine Woche lang wird diese Veranstaltung dauern und am
Samstag, den 1.August wird es diesmal einen Tag der offenen Tür mit
einem Hindernisparcours am Wasser mit 15 Booten geben.
Anschließend planen wir im Rahmen des alljährlichen Feuerwehrfestes
einen Auftritt der diesjährigen Medailliengewinnerin im
Wildwasserbewerb, bei den olympischen Spielen in Peking, Violetta
Oblinger-Peters. Alle Malteser und deren Freunde sind herzlich
eingeladen, uns am Samstag, den 1. August 2009 zu besuchen.
Die Einsatzleiter Gabriel Hofstätter und Stefan Jordis würden sich
freuen, euch zur Feierlichkeit des 10-jährigen Bestehens des
Wildwassercamps begrüßen zu dürfen.
Wir möchten uns bei folgenden Personen, für ihre großzügige finanzielle und moralische Unterstützung bedanken:
Prokurator Norbert Salburg, bei den FinanzreferentInnen Lele Machanek
und Peter Girrer, bei den Bereichsleitern Stefan Jordis, Manuel
Weinberger, Michael Pirsch und Peter Penn, bei der Wildwasserschule
Liquid-Livestyle, insbesondere Wolfgang Winkler, bei der
Bürgermeisterin von Wildalpen, Karin Gulas und schließlich unserer
Familie Rosa Formann.
Ein besonderer Dank gilt auch den großzügigen und regelmäßigen Spenden
unserer Ordensmitglieder und den vielen treuen Malteser Kreuz Lesern.
Herzliches Vergelt´s Gott !

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