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Bundeswallfahrt als Urlaub?
Von einem, der auszog ein gemütliches Wochenende zu erleben – und durch eine besondere Bundeswallfahrt beschenkt heimkehrte.
Zur Vorgeschichte: Mich zu einem Dienst zu überreden ist normalerweise
leicht. Zumal man ja bei einem gemeinsamen Abendessen und einmal
bekundetem Interesse gegenüber dem Mitbewohner (und
Bereichsverantwortlichen) so quasi ja schon zugesagt hat und davon
ausgegangen wird, dass man ja ohnehin mitfährt. Bedenken von wegen
erfahrungsgemäß anstrengendem Wochenende nach und vor einer
ausgefüllten Arbeitswoche werden überhört, aber wenigstens habe ich die
Chance, bei der Auswahl der Mitreisenden "zu helfen", d.h. Leute zu
finden, die irgendwie zu einer harmonischen Gruppe zusammenwachsen
werden.
 Gemeinsam in Admont
Die Nachwehen: Kurz gesagt, und damit ist eigentlich die ganze Spannung
weg: Es war wunderschön und hat mir sehr sehr gut getan. Dies habe ich
zwei Wochen später der Einsatzleitung Elisabeth Eder und Stephanie Kaan
erzählt. Kurze Zeit später eine Nachricht in meinem Mail-Postfach mit
der Bitte einen Bericht zu schreiben und folgendem Satz: "Wieder in
Graz zurück, freu ich mich immer noch sehr über deinen Satz "Mein
letzter Urlaub war in Admont" - damit hast du uns und dieser
Bundeswallfahrt wahrscheinlich unbewusst das größte Kompliment
gemacht." Ich muss das richtigstellen:
Ich habe lediglich gesagt, es war fast wie Urlaub. Ich stelle mir unter Urlaub etwas Anderes vor: Strand, Sonne, Meer...
Besser als Urlaub
Trotzdem war die heurige Bundeswallfahrt etwas besonderes für mich,
eigentlich viel besser als Urlaub, weil ich mit sehr viel Kraft wieder
in den Alltag zurückgekehrt bin. Wahrscheinlich wäre das bei einem
Urlaub so gar nicht möglich. Immer wieder schaue ich die Fotos an und
erinnere mich gerne an die drei Tage. Es war, als würden wir von oben
geführt, weil einfach alles geklappt hat wie am Schnürchen. Schon die
Hinfahrt nach Admont war trotz der Länge ein Erlebnis. Wir haben unsere
Mitpilger so nach und nach abgeholt. Auch ich bin erst auf der Strecke
zugestiegen, was mir einiges an Stress und Fahrerei erspart hat. Nett,
wenn man langsam zusammenwächst. Ihr kennt das sicher von Lourdes. Dank
guter Fahrer und einer gutgelaunten Pilgerschar haben wir praktisch
durchgelacht.
Trotz einsetzender Dunkelheit und Regen sind wir dann wohlbehalten in
Admont gelandet.Hungrig konnten wir uns am Abendessen erfreuen. Nach
einer Abendandacht, schließlich waren wir ja auf einer Wallfahrt, ging
es in die Quartiere. Aber ans Ausruhen war nicht zu denken. Während ein
Teil der Betreuten schlafen gingen, konnten andere nicht genug der
Gemütlichkeit bekommen. Es gab Zeit für einen selber und für Gespräche.
Ein ganz wichtiger Aspekt war die Möglichkeit auch selbst zur Ruhe zu
kommen.
 Wie das Wetter so die Stimmung
Das Aufstehen am nächsten Tag war eigentlich nicht so schlimm wie
erwartet. Die Programmpunkte waren so gewählt, dass immer genug Zeit
war und Stress gar nicht aufkommen wollte. So blieb auch noch Zeit für
Kaffee und den Besuch des gleichzeitig stattfindenden Kirtags. Mit
einer Katechese wurden wir auf die kommende heilige Messe vorbereitet,
insgesamt eine Bereicherung. Auch eine kurze Einführung in das Leben in
Admont von Pater Clemens Grill hat uns diesen Ort näher gebracht. Der
Festgottdienst und die anschließende 40-Jahr-Feier der Steirer mit
einem Einblick in deren Geschichte haben mich tief bewegt.
Was mich persönlich total beeindruckt hat, war der Besuch der
Bibliothek, eine der schönsten und größten, die ich je gesehen habe.
Nur zum Lesen bin ich halt nicht gekommen, dafür kenne ich jetzt einige
gut versteckte Geheimgänge. Und die Idee, mich hier nachts einmal
einschließen zu lassen, lebt in meinen Träumen. Beim anschließenden
spannenden Abendessen mit Steingrill durfte ich die erste
Ausbildungsgruppe aus dem Burgenland kennenlernen. Die kannte ich bis
jetzt nur aus Erzählungen, beeindruckend, muss ich sagen. Die Messe am
Sonntag in der wunderschön gelegenen Frauenbergkirche war ein krönender
Abschluss.

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