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Das geistliche Programm beim Lourdeszug
Eine Fahrt nach Lourdes stellt an die
Einsatzleitung eine Herausforderung dar, die neben der Organisation
auch den spirituellen Bereich abdecken muss – von Cornelius Inama
Zu diesem Bereich und meinen Überlegungen will ich hier schreiben. Dazu
habe ich mir ausgehend von meiner eigenen Person einige Fragen gestellt:
Was passiert dort eigentlich neben all der Organisation rund um Essen,
Pflege, Schlafen und der Befriedigung der Grundbedürfnisse?
 Kommunionsspendung in der Basilika Pius X. in Lourdes.
Eines ist klar, die Fahrt nach Lourdes macht niemand, um die Grotte,
die Quelle oder die Kirchen von Lourdes gesehen zu haben oder einfach
nur eine tolle Fahrt mit den Maltesern gemacht zu haben. Das tiefe
innere Bedürfnis eines jeden einzelnen, der an diesen Ort fährt, ist
Frieden und Heil zu finden, Kraft und Stärkung für seinen Alltag zu
erhalten und Zeit für Gott zu haben.
Warum nehme ich an einer Wallfahrt teil?
Es gibt tausend Gründe, an einer Wallfahrt teilzunehmen, vor allem an
der ersten. „Weil meine Tante mich eingeladen hat, weil meine Freundin
mit mir fährt, weil ich gerne mit den Maltesern unterwegs bin, weil…,
weil…, weil.“ Bei der zweiten oder dritten, oder den weiteren Fahrten
passiert aber dann immer das Selbe: wir sind auf der Suche, wir begeben
uns aktiv und von einer inneren Unruhe geleitet zur Quelle, an Orte, an
denen wir im Nachhinein festgestellt haben, dass sie uns geändert und
erfüllt haben, einfach: „das etwas passiert ist“.
Was sind somit die spirituellen Schwerpunkte auf so einer Pilgerfahrt?
Grundlage sind natürlich die Sakramente der katholischen Kirche. Jeder
der mitfährt kann ein wenig seinen Boden bereiten, Christus sät die
Samen aus. Wir erhalten manchmal das Geschenk, sehen zu dürfen, wie die
Samen aufgehen und wachsen.
Der Herr führt uns mit seinen Sakramenten auf seinem Weg. Das Programm dazu ist:
• aufmachen und sich auf den Herrn ausrichten – das passiert, indem wir uns auf den Weg machen,
• ruhig werden und Abstand gewinnen, beginnen zu beten, beginnen auf Gott zu schauen,
• die Sakramente empfangen, vor allem die Eucharistie
und auch die Beichte (im Katechismus ist unter Sakramente der HEILUNG,
das Sakrament der Beichte an erster Stelle, erst an zweiter Stelle ist
das Sakrament der Krankensalbung genannt.),
• Kreuzwegandachten, das Gebet vor der Grotte, das
Bad in den Piscines sind Erlebnisse, in denen wir besonders berührt
werden können,
• für mich der entscheidende Moment, der die
allergrößte Wirkung und Änderung in den Herzen hervorruft, ist eine
konkrete und persönliche Entscheidung für Jesus Christus unseren Herrn.
Das was unsere Eltern für uns in der Taufe gemacht haben, müssen wir
lernen bewusst und konkret auszusprechen, einmal und immer wieder. So
eine konkrete Entscheidung legt bei uns einen Schalter um, öffnet die
Tür unserer Herzen, an die Jesus anklopft, lässt ihn bei uns eintreten.
Für mich ist dieser Schritt der Höhepunkt der Wallfahrt, der Moment, an
dem Jesus regiert und als König zu uns kommt,
• das Sakrament der Krankensalbung ist dann eine
Abrundung, ein da capo für all jene, deren sichtbare und unsichtbare
Leiden schwer wiegen und die wir auf diesem Weg Jesus entgegenstrecken,
damit er uns hilft, diese Leiden zu tragen oder sie uns auch
vollständig nimmt,
• die Fahrt nach Hause ist eine Zeit, in der man
umgeben mit etlichen neuen Freunden eintaucht in den Alltag, aus dem
man gekommen ist, gestärkt durch den, der in unseren Herzen neu
eingezogen ist und mit uns lebt – Jesus.
Zusammenfassend darf ich also sagen:
Für mich besteht der spirituelle Teil der Wallfahrt darin, Umkehr,
Eucharistie in der Messe und bei der Anbetung, Beichte, ein konkretes
„Ja“ zu Jesus in einer Lebensübergabe, wie auch für alle die es
wünschen, das Sakrament der Krankensalbung zu ermöglichen.

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