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Der Malteser Betreuungsdienst – ein Hilfswerk stellt sich vor
Im Jänner 2008 sind es genau 10 Jahre, dass ich von meiner Vorgängerin,
Marilda Thun-Hohenstein, die Leitung des
„Malteser Betreuungsdienstes“ (MBD) übernommen habe.
Ich nehme dieses kleine Jubiläum zum Anlass, die vielfältigen Aufgaben
und Aktivitäten dieses Hilfswerks des Souveränen
Malteser-Ritter-Ordens, Großpriorat von Österreich, vorzustellen.
Wer sind wir?
Eine Gruppe von inzwischen 38 engagierten Damen und drei Herren, also
insgesamt 41 Personen, die sich ehrenamtlich um alte, einsame, kranke
und behinderte Menschen kümmert. Derzeit betreuen wir 42 Patienten.
Diese Menschen sind altersschwach, spastisch gelähmt, leiden an den
Folgen eines Schlaganfalls, an multipler Sklerose (MS), sind teils
geistig, teils körperlich behindert, viele von ihnen sind depressiv,
verwirrt, taub oder blind.

Die Betreuung beginnt zu Hause …
Sie leben entweder zuhause, in Seniorenwohnheimen oder in
Pflegeeinrichtungen. Die meisten können ihre Wohnungen oder Heime nicht
alleine verlassen oder sind komplett bettlägerig. Wir besuchen sie
regelmäßig und betreuen sie nach ihren Bedürfnissen. So es möglich ist,
begleiten wir sie beim Einkaufen, bei Besuchen ins Caféhaus, zum Arzt,
lesen vor, erzählen und hören zu. Vereinzelt werden auch Opern-,
Konzert- und Ausstellungsbesuche organisiert und durchgeführt.
Wenn ein Schützling ins Spital muss, versorgen wir seine Haustiere und
Pflanzen, wenn das Essen im Spital nicht schmeckt, bringen wir etwas
„Besseres“ mit. Wenn es technisch möglich ist, laden wir zu uns
nachhause ein, was besonders zu Weihnachten oder an anderen Festtagen
sehr geschätzt wird.
Fallweise unterstützen wir durch unsere Arbeit auch pflegende oder
überforderte Familienangehörige, beraten bei vielerlei Fragen und
Problemen. Oft bietet auch die Kontaktaufnahme zum betreuenden Arzt
oder zum Pflegepersonal die Möglichkeit, dem Patienten und seinen
Angehörigen weiterzuhelfen.
Warum wir das tun?
Wir sehen unsere Aufgabe darin – im Sinne des Ordens – kranken und
behinderten Menschen zu helfen und ihnen das tägliche Leben zu
erleichtern.

… und macht vor dem Krankenbett nicht halt.
Die meisten von uns sind schon in Pension, viele stehen aber auch noch
im Berufsleben. Sie nützen ihre knappe Freizeit, um für unsere „Herren
Kranken“ da zu sein. Zu unseren Betreuten entstehen gute und
verlässliche Freundschaften, wir bringen mit unseren Besuchen Wärme und
Vertrautheit in oft recht einsame Lebenssituationen. Unsere Patienten
freuen sich von Woche zu Woche auf unsere Besuche und verlassen sich
voll und ganz auf diese Regelmäßigkeit. Wir tun eigentlich das, was man
von Kindern oder Eltern erwartet, nur sind diese oft nicht vorhanden
oder können es zeitmäßig nicht einrichten, regelmäßig zu kommen.
Wichtig bei den Besuchen ist die Liebe und Zuwendung, die wir den
Menschen geben, denn an diesen Dingen mangelt es am meisten.
Wie alles begonnen hat?
Auf einer Rom-Reise im Jahre 1964 stellte die Gründerin des
Betreuungsdienstes, Gabriele Thun-Hohenstein, fest, dass viele der
mitreisenden Patienten im Alltag großer Einsamkeit und Trostlosigkeit
ausgesetzt sind.

Einsatzbesprechung
So entstand die Idee einer Betreuung in Form von regelmäßigen Besuchen,
um dieser unfreiwilligen Einsamkeit entgegenzuwirken. Durch die
Kontinuität der Besuche – es kommt ja immer dieselbe Betreuerin zu
„ihrem“ Patienten, entstehen lebenslange Freundschaften und eine tiefe
Verbundenheit. Viele Patienten lernen durch unsere Besuche erstmalig
das Gefühl des Vertrauens in die Beständigkeit einer verlässlichen
Beziehung kennen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MBD sind davon überzeugt, dass
uns in den Kranken Christus der Herr auf besondere Weise begegnet. Wir
betreuen die uns anvertrauten Menschen daher gemäß dem Schriftwort „Was
Ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan“
(Matthäus), und verstehen diesen Dienst am Nächsten auch als Dienst an
Gott.

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