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Das Wildwassercamp 2007 in den Wildalpen auf der Salza bei Maria Zell
Eine Herausforderung der besonderen Art für unsere behinderten und
sportbegeisterten Freunde und Malteser!
Das heurige Wildwassercamp in den Wildalpen bei Mariazell wurde wieder
zu einem eindrucksvollen Erlebnis für alle Beteiligten. Die ersten
Vorbereitungen dafür mussten bereits im Winter getätigt werden, um den
genauen Ablauf und die Reservierungen für das letzte Wochenende im Juli
festzulegen. Auch heuer war eine volle Auslastung mit acht Booten und
über 24 Teilnehmern geplant. Material, Quartier, Boote, Ausrüstung und
die Raftlehrer müssen schon ein halbes Jahr vor dem Ereignis geordert
werden, da in der Hauptsaison die meiste Ausrüstung und vor allem das
Raftpersonal schon lange im Voraus gebucht ist. Außerdem müssen
sämtliche Boote für unsere Gäste eigens adaptiert und den Sitz- und
Halte-Bedürfnissen jedes einzelnen genau angepasst werden.
 Durch unwegsames Gelände mit den Booten zur Salza …
Nichts wird dem Zufall überlassen …
… z.B. haben unsere Raftlehrer schon viel Routine mit der Handhabung
und dem Verteilen der Gewichtsituation in den einzelnen Booten .Das ist
auch der entscheidende Faktor für einen reibungslosen Ablauf mit
richtig aufgeteilten Mannschaften später auf dem Wasser. Teamarbeit,
gegenseitiges Abstimmen, Flexibilität und vor allem Zusammenhalt im
Einsatz sind die entscheidenden Voraussetzungen für das Gelingen solch
eines anspruchsvollen Unternehmens. Auf den Fotos und Filmen schaut
alles meistens sehr „easy“ aus, es ist aber die Verantwortung jedes
einzelnen Lehrers und Maltesers groß, da so eine Sportart natürlich
auch ein kleines Risiko mit sich bringt. Mit unseren gemeinsamen
Erfahrungen und mit Disziplin aller Beteiligten ist ein unfallfreies
und aufregendes Wochenende dann schließlich immer gewährleistet.
Besonders die Sicherheit wird nie vernachlässigt. Es müssen alle unsere
Teilnehmer ein ärztliches Attest vorweisen und es ist Pflicht, neben
den schützenden Neoprenanzügen auch immer Helm und Schwimmweste zu
tragen. So ist für alle Neulinge die Unsicherheit und Angst des Anfangs
bereits nach der ersten Etappe vorbei.

Es geht los – mit voller Kraft die Salza hinauf
Das Feedback unserer Behindertensportler gibt uns natürlich für das
kommende Jahr wieder die Motivation dieses Abenteuer zu veranstalten.
Peter Heimhofers Tagebuch
Lassen Sie, verehrte Leser, nun in Ruhe das Feedback eines unserer
behinderten Gäste und die dazu gestaltete eindrucksvolle
Bilddokumentation auf sich wirken.
Unser Malteser Betreuter, Peter Heimhofer, aus dem Bereich Salzburg hat uns zu diesem Wochenende folgende Gedanken gesendet:
Auf einem Bauernhof aufgewachsen, war ich schon als Kind gerne in der
Natur unterwegs. Ich liebte die Berge, die Seen und vor allem die
Bäche. Das Schöne war immer das rauschende klare Wasser mit den großen
Forellen. Seit ich wegen eines Unfalls vor bald 17 Jahren auf meinen
Rollstuhl angewiesen bin, beschränkt sich das Terrain mit meinem
„Rolli“ fast nur mehr auf befahrbare Wege. Von Abenteuern bei einem
Bach, geschweige denn auf einem wirklichen Fluss träumte ich nur mehr.
Das diesjährige Malteser-Wildwassercamp machte diesen Traum aber wieder wahr.
Boot fahren auf einem reißenden Fluss...? Vorerst stellte ich mir die
Frage, ob das überhaupt gehen könne. Meiner anfänglichen Skepsis wich
bald Neugierde!
 Wer hier paddelt muss von weitem Sichtbar sein …
Einsatzleiter Gabriel Hofstätter mit seinem Team Florian Kremslehner,
Valentin Habsburg, Martin Hysek, Michael Gurtner, Gernot Wallner, Anja
Weber und Sabine Zeller-Zellenberg sorgten aber sehr aufmerksam für
Manuela, Claudia, Kathrin, Christoph, Sebastian, Hans-Peter und mich.
Donnerstagabend trafen wir alle in Hinterwildalpen bei Mariazell ein
und erhielten die Begrüßung durch unsere Hauseltern, Familie Formann
und die Einführung des Chefs der Wildwasserschule, Wolfgang Winkler.
Freitagfrüh, nach dem sagenhaften Frühstück unserer Rosa, wollten wir
unser Wagnis endlich beginnen.
Auf ins kühle Nass!
Nach dem Ausfassen der Neoprenanzüge, Füßlinge, Schwimmwesten und Helme
konnten wir endlich die Boote besteigen und ins Wasser gelassen werden.
Da wir ja von den Maltesern und den Guides genau ob unseres Verhaltens
instruiert wurden, wich meine erste Unsicherheit bald einer großen
Begeisterung. Bereits nachdem wir die ersten hundert Meter bewältigt
hatten, spürte ich, dass meine Sitzposition perfekt war und dass sich
dieses Abenteuer als eine sichere aber auch spannende Angelegenheit
entpuppte. Ich empfand eine tiefe Ehrfurcht vor dieser göttlichen
Schönheit und wilden Natur. Die Felsen ragten aus kristallklarem Wasser
hunderte Meter schroff in die Höhe. Ich spürte in unserem
Schlauchkanadier, durch dieses so unberührte und nasse Element dahin
gleitend, wie vergänglich der Mensch eigentlich auf dieser Welt ist.
Mit unseren Booten ging es einmal rasant über Stromschnellen und
rauschende Abschnitte, dann wiederum gemütlich über etwas ruhigere
Etappen. Vorbei an alten Baumriesen und sprudelnden Wasserfällen. Die
Gischt spritzte uns ins Gesicht und Wasser schwappte in unser Boot. Wir
mussten mal mit und dann wieder gegen die Strömung paddeln. Unsere
Guides gaben Kommandos und steuerten uns sicher den Fluss entlang. Vor
jeder Flussbiegung stellt sich die spannende Frage: “Was wird uns wohl
dahinter erwarten?“
Auch eine gewisse Ruhe ist zu spüren
Von uns aufgescheucht, flitzten die Forellen und Äschen zu ihren
Verstecken. In ihrer Ruhe gestört, flatterten auch Wildenten und
Fischreiher von ihren Verstecken auf und davon. Erdige Gerüche von
Sumpf, altem Holz, Pflanzen und der Bewuchs aus Urzeiten, der entlang
unseres Wasserweges gedieh, begleiteten uns. Es war ein Genuss der
Sinne. Weit ab von jeder Strasse trieben wir auf dem erfrischenden Nass
dahin und genossen die absolute Ruhe. Aus den tieferen Flussbereichen
leuchtete das Wasser türkis empor und lud uns förmlich ein, hinein zu
springen und sich darin zu erfrischen. Bei unseren Pausen auf
Sandbänken taten wir das dann auch und genossen neben dem frischen
klaren Badevergnügen die bereits am Holzfeuer gerichteten
Grillkoteletts und das kühle Bier.
Für uns gehbehinderte Personen war das Fahren in Booten auf dem Fluss
eine geniale Möglichkeit, fern ab von befestigten Straßen und Wegen,
die Natur in ihrer ursprünglichsten Form zu genießen. Das war das
beeindruckendste Erlebnis für mich, doch möchte ich auch noch die
vielen weiteren Ereignisse dieses Wochenendes kurz aufzählen. Schon das
tolle Frühstück in der Früh, die Hilfsbereitschaft der Malteser Crew
bei all unseren Bedürfnissen. Das Fahren zu den Einstiegstellen, wo wir
jeden Tag samt Booten zum Fluss hinunter getragen werden mussten, um
alles erleben zu können. Einfach toll! Am Abend dann das gemütliche
Zusammensitzen im urigen Waldgasthaus, um die Bratkartoffeln mit
Rahmsauce zu genießen.
Wieder in Neopren…
Denn noch lange nicht genug, zwängten wir uns nach der Hl. Messe am
Sonntag wieder in die Neoprenanzüge und stellten uns dem traditionellen
Wettkampf am Fluss, wo wir unser Gelerntes schließlich unter Beweis
stellen konnten. Es gab wie immer nur Gewinner und jeder von uns
heimste eine schöne große Goldmedaille ein und die „Gaudi“ hatte fast
keine Grenzen. Jedenfalls war dieses Wochenende ein eindrucksvolles
aufregendes und wirklich lustiges Erlebnis, das ich jedem behinderten
sportbegeisterten Menschen wirklich nur empfehlen kann „Danke für
alles, Maltis“!
-
Gabriel Maria Hofstätter und Peter Heimhofer

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