Malteser Kreuz

Lourdes ‘07: Im Zeichen der Liebe und des Respekts

Die Journalistin Sophie Wöginger fuhr dieses Jahr zum ersten mal mit dem Malteser Hospitaldienst Austria (MHDA) nach Lourdes. Im Gespräch mit Katharina Nepf schildert sie ihre Eindrücke von der für sie privaten Pilgerfahrt.

Was waren für Sie die eindrucksvollsten Erlebnisse, als Sie mit dem MHDA in den Marienwallfahrtsort Lourdes gereist sind?
Was mich gleich besonders berührt hat, war die Aussage eines Mitreisenden. Er meinte: „In Lourdes sieht man einfach das, was schon in der Bergpredigt geschrieben steht: die Letzten werden die Ersten sein.“ Es ist genau das. Die Rücksichtnahme der gesunden gegenüber den kranken Mitmenschen ist überwältigend. Dankbarkeit für seine eigene Gesundheit ist zudem eines der starken Gefühle, das ich in Lourdes gespürt habe.
Von der Internationalität des Wallfahrtsortes war ich auch sehr beeindruckt.


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Was zeichnet Ihrer Meinung nach die Arbeit der Malteser in Lourdes aus?
Eindeutig der liebevolle Umgang der Malteser mit den Betreuten. Man hat, auch als ‚Außenstehender’, also als Nicht-Malteser, das Gefühl, die Malteser bemühen sich in dieser Woche ganz besonders eine unvergessliche Wallfahrt zu gestalten. Es wird auf jeden individuellen Wunsch der Wallfahrer und Betreuten eingegangen, sofern dies möglich ist. Wenn jemand einen Orangensaft erbittet, geht man notfalls durch den gesamten engen, verstopften Zug, um diesen Wunsch zu erfüllen.

Liegt dieses besondere Bemühen vielleicht an der außergewöhnlichen Stimmung in und um Lourde?
Nein, ich denke nicht. Ich habe die Malteser in Rom im Jubiläumsjahr 2000 ebenso aufmerksam und liebevoll erlebt. Fast als wäre es ein Dauerzustand. Das ist ja das Schöne. Ich habe gemerkt, dass man unweigerlich selbst aufmerksamer den anderen gegenüber wird. Die Umsicht und Wertschätzung der anderen hat eine gewisse Sogwirkung.

Was haben Sie von der Lourdesfahrt für Ihr Alltagsleben in Wien mitgenommen?
Das Gebet in der Grotte spendet sicher viel Kraft. Für mich war es sehr wichtig dort meine Seele auftanken zu können und im Gebet zu verweilen. Allein das Bewusstsein mitgefahren zu sein, hilft mir auch hier in Wien. Im familiären Umfeld, zu Hause, von meinen Erlebnissen und Gefühlen erzählen zu können, das ist schon ein Gewinn. Als ich meinem Pfarrer in unserer Heimatpfarre in St. Anna Baumgarten von der Lourdesreise berichtete, fing er gleich Feuer, war ganz begeistert, bei dem Gedanken, vielleicht bald mit der Pfarre hinfahren zu können. Freunde, die krank sind, und denen ich Lourdes-Wasser mitgebracht habe, waren alle sehr erfreut. Einige von ihnen sind sicher nicht sehr religiös. Es tut aber natürlich jedem Menschen gut, wenn er mitbekommt, dass es andere gibt, die intensiv an ihn denken und ihm Gutes wünschen bzw. Gott um Hilfe für ihn bitten. Ein lieber Freund ist wenige Wochen nach der Lourdesfahrt gestorben und seine Frau hat das Votivbild, das meine Freundin und ich mitgebracht haben, mit in seinen Sarg gelegt. Das berührt mich und es ist schön, dass wir unseren Freunden so kurz vor dem Abschied noch gezeigt haben, dass sie uns wichtig sind.

Wie würden Sie den Geist von Lourdes umschreiben?
Als spezielle Wertschätzung gegenüber den kranken und behinderten Menschen. Der Geist von Lourdes bringt täglich neue Geschenke im bewussten Umgang miteinander. Das sind auch die Gespräche mit den Menschen mit Handicaps, das ist unendlich bereichernd. Man muss sich nur auf sie einlassen. Und ich bin wieder ein Stückchen demütiger geworden und spüre viel bewusster, welches Geschenk es ist, dass meine Familie und ich gesund sind.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 28. August 2007 um 22:07:34 Uhr
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