Malteser Kreuz

Grußwort von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

anlässlich der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Malteser Hospitaldienstes
Austria am Samstag, dem 16. Juni 2007

Das Malteser-Kreuz ist für viele, für sehr viele Menschen in aller Welt und auch in Österreich ein Symbol der Hoffnung, der Hilfe und der Sorge für den Nächsten. Die heutige Feierstunde aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Malteser Hospitaldienstes Austria ist eine gute Gelegenheit, um für das Engagement der Mitglieder dieser wichtigen Organisation zu danken.


Foto BP
Die Geschichte des österreichischen Malteser Hospitaldienstes setzt mit der Niederschlagung des Aufstandes in Ungarn im Herbst 1956 ein, einem Ereignis, das auch Österreich als Nachbarland besonders betroffen war und die Menschen sehr aufgewühlt hat. Erst vor wenigen Monaten wurden die Geschehnisse von damals sowohl in Budapest als auch in Wien in Erinnerung gerufen und all das Leid, aber auch das selbstlose Engagement der zahlreichen Helferinnen und Helfer gewürdigt.
Ich freue mich daher sehr, dass als Ehrengast der heutigen Veranstaltung auch der ungarische Staatspräsident Dr. László SÓLYOM anwesend ist womit der spezielle historische, internationale, aber auch zwischenmenschliche Kontext der heutigen Feier in ganz besonderer Weise unterstrichen wird.
Wenige Monate nach diesen tragischen Ereignissen, nämlich 1957, kam es zur formellen Gründung des Malteser Hospitaldienstes in Österreich, wodurch die Hilfe für Menschen in Not, [zunächst im Rahmen des Rettungsdienstes des Roten Kreuzes,] auf eine solide Basis gestellt werden konnte. Seither ist der Malteser Hospitaldienst Austria ein fixer Bestandteil des Netzwerkes der heimischen Hilfs- und Betreuungsorganisationen und ein verlässlicher Partner in Krisensituationen. Die Einsätze reichen von der Hilfe in individuellen Notsituation bis zu Hilfe bei Erdbeben, Hochwasser und anderen Goßkatastrophen. Dabei wurde immer Einsatzbereitschaft, Effizienz und Professionalität unter Beweis gestellt.
Die Ausweitung des Hilfsangebotes erfolgte parallel zur weiteren Etablierung der Organisation. Heute leisten die ausnahmslos ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des Malteser Hospitaldienstes jährlich über hundertausend Dienststunden. Wobei gerade in dieser Hinsicht der Ausdruck „Dienst-Stunden“ eine komplexe und geradezu symbolische Bedeutung hat: denn es geht im wahrsten Sinne des Wortes um den Dienst am Mitmenschen, um Dienst an der Sache, um den Dienst an einer Idee.
Unser Beisammensein, an dem auch seine Hoheit und Eminenz, der Großmeister des Souveränen Malteser-Ritterordens hätte teilnehmen sollen – aber krankheitsbedingt leider nicht nach Wien kommen konnte, was wir alle sehr bedauern -, gibt mir Gelegenheit, die Wertschätzung Österreichs für die Tätigkeit des Malteser Hospitaldienstes zu betonen. Diese Wertschätzung kommt auch darin zum Ausdruck, dass zahlreiche Institutionen, darunter auch die Präsidentschaftskanzlei, bei Veranstaltungen immer wieder auf die Hilfe des Malteser Hospitaldienstes zurück greifen. Und nicht zuletzt ist seit etwa einem Jahr mit General Hubertus Trauttenberg ein früherer Mitarbeiter aus der Präsidentschaftskanzlei und Adjutant des verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil Kommandant des Malteser Hospitaldienstes Austria.
In Hinblick darauf ist es nicht übertrieben zu sagen, dass der Hospitaldienst der Malteser in Österreich seit nunmehr 50 Jahren ein festes Band zwischen dem Souveränen Malteser Ritterorden und der Republik Österreich darstellt.
Dieses Band konnte auch durch meinen Besuch beim Souveränen Malteser Ritter Orden im vergangenen Jahr in Rom gestärkt werden, ebenso wie durch die regelmäßigen Besuche des Großmeisters Fra Bertie in Österreich. In allen bilateralen Kontakten zwischen dem Souveränen Malteser-Ritterorden und der Republik Österreich, spielt der Malteser Hospitaldienst eine wichtige Rolle. Und zusätzlich zur tagtäglichen Arbeit der Botschaft des Souveränen Malteser-Ritterordens, muss man feststellen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospitaldienstes ihrerseits Botschafterinnen und Botschafter der Mitmenschlichkeit sind. Ihnen allen gebührt heute – aber nicht nur heute – unser Dank und Respekt. Ich wünsche allen Helferinnen und Helfern des Malteser Hospitaldienstes Austria, dass das 50-Jahrjubiläum eine Quelle der Freude am Weitermachen, am Weiterhelfen wird und dass von diesem Jubiläum starke Impulse für die Zukunft ausgehen mögen.

Seite ausdrucken: einfach hier klicken!

 

Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 28. August 2007 um 21:57:32 Uhr
© 2012 - Malteser Kreuz