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Ein halbes Jahrhundert im Dienst der „Hospitalität“
Anlässlich der Bundesfeiern zum 50-Jahr-Jubiläum der Gründung des
Malteser Hospitaldienst Austria (MHDA) im kommenden Juni wird die
Festschrift des Kulturhistorikers Prof. Wolfgang J. Bandion erscheinen.
Der
Autor der Jubiläumsfestschrift, Prof. Bandion, ist selbst Mitglied des
Malteser-Ritter-Ordens (SMRO) und beschäftigt sich seit vielen Jahren
mit der Geschichte des Ordens und seiner Hilfsorganisationen.
 Festschriftautor Prof. Wolfgang J. Bandion
So ist es nur ein logischer Schritt, dass er sich in einer kleinen
Festschrift zur Feier der offiziellen Gründung des MHDA 1957 zu Wort
melden wird. Inhalt derselben wird die Geschichte und die Beschreibung
der Gegebenheiten rund um die Ungarnkrise 1956 und die spätere
Entwicklung sein. In einem Gespräch schilderte er die Meilensteine
dieser Entwicklung.
Flüchtlingskatastrophe an der Grenze zu Ungarn
Der
Weg zu der Form des MHDA, wie wir ihn heute kennen, war ein längerer.
Ohne Hilfe der befreundeten Malteser Organisationen in ganz Europa wäre
der MHDA wohl heute nicht vorstellbar.
Nach der langen Periode
der Zwangsverwaltung des Ordens in der Nazi-Zeit, konnte sich der
Malteser-Ritter-Orden nach den schweren Kriegsjahren wieder seinen
Aufgaben in Selbständigkeit widmen.
Der ungarische
Freiheitskampf führte zu zahlreichen spontanen Einzelaktionen von
Österreichern. Ganz besonders waren es Mitglieder unseres Ordens, die
sich für eine humanitäre Hilfe einsetzten. Später war die Betreuung der
Flüchtlinge das vordringlichste Ziel einer koordinierten Hilfe. Gerade
in Österreich gab es diesbezüglich schon Erfahrungen, da der Orden
schon kurz nach dem Ende des Krieges mit einer großen Welle von
Flüchtlingen aus den Nachbarländern, vor allem der Tschechoslowakei
konfrontiert war. Aus dieser Erfahrung war schon bald mit Unterstützung
der Amerikaner ein Hilfsfonds des SMRO gegründet worden, um mittellosen
Studenten und alten Menschen zu helfen. Dadurch wurde im Orden schon
sehr früh über den Begriff der „Hospitalität“ in der Gegenwart
nachgedacht.
Internationale Hilfe im Zeichen der „Hospitalität“
Wie
könnte man in der anwachsenden prekären Situation strukturelle
Maßnahmen setzen? So die Frage der Stunde. Vorbild war der Deutsche
Malteser Hilfsdienst, der mit Sanitätswagen und LKWs bei Einsätzen
während der Ungarnkrise eine wertvolle Hilfe war. Am Anfang waren es
private Pkws, die mit dem Malteser Kreuz gekennzeichnet wurden. Durch
großzügige Geschenke erhielt der Orden dann seine ersten
Einsatzfahrzeuge.
Von den Assoziationen und Großprioraten des Ordens in Italien über
Deutschland (damals BRD), Belgien, den Niederlanden bis Irland kamen
Unmengen an Hilfslieferungen zu uns nach Österreich, all diese Länder
halfen wo es nur ging.
Durch
die guten Beziehungen zur Politischen Bühne Österreichs konnte, dank
des Bundeskanzlers und späteren Außenministers Leopold Figl, selbst ab
1955 Mitglied des SMRO, viel bewegt werden. Das Rote Kreuz (RK) bildete
die jungen Mitglieder des Hilfsfonds, dann ab 1957 der „Staffel“, aus.
Erst
1961 nannte sich die Staffel schließlich Malteser Hilfsdienst (MHD) und
1969 Malteser Hospitaldienst Austria (MHDA). Unter all diesen
Bezeichnungen wurde Großes geleistet. Mit internationaler Hilfe und
enormer Eigenleistung war und ist der MHDA zu dem geworden was er heute
darstellt: ein Vorzeigemodell für gelebte „Hospitalität“.

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