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Aufbruchsstimmung im Zeichen des Glaubens
Wie der neue Bundesseelsorger des Malteser Hospitaldienst Austria
(MHDA), Pfarrer Konstantin Spiegelfeld, den Dienst an „unserem Herrn
Kranken“ reformieren möchte …
Seit Dezember 2006 übt
Konstantin Spiegelfeld, Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Johann Nepomuk im
2. Wiener Gemeindebezirk, offiziell sein Amt als Bundesseelsorger des
MHDA aus. Ursprünglich war die Planung der Redaktion und Chefredaktion
des Malteser Kreuzes ein reines Interview mit Koni Spiegelfeld, wie er
liebevoll genannt wird, zu führen. Da seine Antworten im persönlichen
Gespräch aber so stark und treffend formuliert wurden, möchten wir
seine wichtigsten Aussagen in einem Bericht unterstreichen.
„Für die Würde des Menschen ein Zeichen setzen“
Er
war schon seit langem Wiener Bereichsseelsorger bevor Konstantin
Spiegelfeld zum Bundesseelsorger ernannt wurde. Nach so vielen Jahren
Treue zum MHDA und so viel Hingabe zur Seelsorge den Betreuten und
Mitgliedern gegenüber, kann man neue Impulse erwarten?
 Bundesseelsorger Pfarrer Konstantin Spiegelfeld
Man kann … Gleich vorweg meinte der Vollblutpfarrer:
„Eigentlich können wir Malteser ja über zwei Ereignisse der jüngsten
Vergangenheit nur dankbar sein: einerseits die 50-Jahr-Feiern, die noch
andauern und das Begräbnis des Fürstgroßpriors, Frà Wilhelm von und zu
Liechtenstein, im Wiener Stephansdom im Dezember 2006“, (s. Malteser
Kreuz 3,4/2006). Diese hätten ihm gezeigt, wie viel Kraft und Einheit
im Glauben und der Liebe zum Leben als Malteser gehören. Er sehe den
MHDA auf einem guten Weg, der aber sehr ausbaufähig sei. „Im kleineren
Rahmen haben wir in meiner Zeit als Bereichsseelsorger in Wien schon
viel zur gelebten Glaubensintensivierung für Betreute und Malteser
getan, so wie dies auch in anderen Bereichen des MHDA geschieht; es
wäre mir ein Anliegen dies auch bundesweit auszudehnen.“ Es wird eine
Bundes-Klausur im April geben, die, so Spiegelfeld, ganz auf den neuen
Schwung abstellt, den er im MHDA ortet, auch im Bereich des Glaubens.
Auf die heutige Zeit einzugehen und einzuwirken sei ihm besonders
wichtig, mit „Tool-kits und Think-Tanks, ist der Glaube auch ins Hier
und Jetzt zu bringen und zu leben.“ So der Bundesseelsorger.
Unterstützung der MHDA-Mitglieder als Voraussetzung für die Seelsorge der Betreuten.
Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit als Bundesseelsorger möchte er für
die Seelsorge der Betreuten, aber besonders der Mitglieder des MHDA
nützen. Letztere habe nach Spiegelfelds Ansicht viel aufzuholen. Zwei
große Themen habe er für die religiöse Fortbildung junger
MHDA-Mitglieder ausgemacht: „In wieweit lernen wir als Malteser
wirklich aus unserer religiös-ethischen Dimension heraus einen Dienst
sinnvoll zu gestalten? Wie sprechen wir untereinander über diese
Dimension?“ Dabei sei für Pfarrer Koni Spiegelfeld nicht nur das Ziel
im Glauben entscheidend, sondern auch der Weg dorthin. „Nicht alle sind
zu Beginn ihrer Malteserzeit im Glauben gleich gefestigt. Die Frage ist
nur: wohin will ich, wo werde ich in 5 Jahren stehen? Das interessiert
mich als Seelsorger besonders.“
Die
andere Seite, die Pfarrer Spiegelfeld in den Mittelpunkt rücken möchte
ist philosophischer Natur. „Wie können Malteser die Würde des Menschen
aus dem Glauben heraus zu einem Zeichen gelebter Nächstenliebe werden
lassen? Mich bewegt genau das, angesichts der politischen Diskussionen
um die Würde des Alterns, die Frage der Abtreibung und neuerlicher
Diskussionen zur Euthanasie. Wir müssen präventiv, auch im
Hospitaldienst, über die Würde des Menschen sprechen, damit unsere
heutige „Leistungsgesellschaft“, in die ja die jungen
Hospitaldienst-Mitglieder geboren wurden, nicht zerbricht.“
Für
Konstantin Spiegelfeld sind auch Schulungen und Supervision bei
belastenden Erfahrungen für Mitglieder des Hospitaldienstes im Rahmen
der bestehenden Dienste, wie dies bei vergangenen
Katastrophenschutzübungen zum teil schon durchgeführt wurde, ein
„must“. Fragen wie: „Ich bin unheilbar krank, ich weiß nicht warum?“
sollten durch die Seelsorger, aber auch durch die aktiven Mitglieder
des MHDA aus dem Zeichen des Kreuzes beantwortet werden können. Hier
gelte es den Helfern selbst zu helfen, um mit diesen Situationen
umgehen zu können.
Mit Hilfe des Glaubens ein Statement für des Leben setzen.
Für
den neuen Bundesseelsorger ist der richtige Umgang mit anderen
Religionen brisanter denn je. „Wer heute Notarztwagen, Ärztefunkdienst
oder Krankentransport fährt ist immer mehr mit den neuen alten
Religionen unserer Gesellschaft konfrontiert. Jedem helfen, unabhängig
von seiner oder ihrer Glaubensorientierung ist des Christen Pflicht.“
Ein besseres Zeugnis könnten Malteser wohl nicht von ihrem Glauben
geben, als hier Respekt zu üben, so Spiegelfeld. Doch auch hier sollte
Coaching seinen Platz finden. Er zitiert die Enzyklika Papst Benedikt
XVI. „Deus Caritas est“: „Nur der Dienst am Nächsten öffnet mir die
Augen dafür, was Gott für mich tut und wie ER mich liebt…ER liebt uns,
lässt uns Seine Liebe sehen und spüren, und aus diesem „Zuerst“ Gottes
kann als Antwort auch in uns die Liebe aufkeimen.“ Seelsorge sollte
helfen, die Vertiefung des Glaubens zu leben. Dafür ist Konstantin
Spiegelfeld angetreten, er ist fest entschlossen das Jahr 2007 in
diesem Sinn anzupacken. Er hofft für den MHDA, dass das Motto des
Papstbesuches in Mariazell im September Ermutigung für das ganze
kommende Malteser-Jahr sein werde: „Auf Christus schauen“.

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