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Grenzenlos unbeschwert – ein Stelldichein der besonderen Art
Sommerlager 2006 in der „Grünen Steiermark“ mit vielfältigsten Eindrücken
Der Bereich Steiermark lud vom 31. Juli bis zum 5. August 2006 20 Rollstuhlfahrer und 35 Malteser unter dem Motto „grenzenlos unbeschwert“ in das grüne Herz Österreichs ein, um ein Sommerlager der besonderen Art zu feiern.

Sommerlaune in der Steiermark.
Unter der Einsatzleitung von Elisabeth Eder und Jörg Binder wurde ein vielfältiges Pogramm geboten, das, von kulinarischen Genüssen über Kultur und Abenteuer bis hin zu einer schnellen Spritztour, alles beinhaltete. Und so lassen wir diese wunderschönen Tage noch einmal Revue passieren.
Beeindruckende Eröffnung auf der Murinsel
Nach der Ankunft im Bischöflichen Seminar und dem Bezug der Zimmer begann das Sommerlager gleich mit einer beeindruckenden Feier auf der Grazer Murinsel. Dieses schwimmende Stahlskelettfloß bot einen sehr stimmungsvollen Rahmen, um das Camp 2006 zu eröffnen. Neben der Begrüßung und der Präsentation eines eigens getexteten Lagersongs gab es außerdem mit einem Geburtstag einen weiteren Anlass zum Feiern. Der Abend endete schließlich in einem gemütlichen Beisammensein auf der blau beleuchteten Insel.

Hl. Messe am Sommerlager im grünen Herzen Österreichs.
Am zweiten Tag wurde die Landeshauptstadt unsicher gemacht und nachdem der freie Vormittag von einigen zur Erkundung des Grazer Uhrturmes (samt Cafehaus) genutzt wurde, ging es zum Mittagessen ins Gösserbräu. Nach dieser ausgiebigen Stärkung wurden uns die kulturellen „Schmankerl“ von Graz näher gebracht. In drei Gruppen zeigten uns die Führer von „Graz Tourismus“ so manche versteckte Sehenswürdigkeit in einem der 53 städtischen Innenhöfe. Nach einer kurzen Pause im Dombräu ließen wir den Abend im Hof des Seminars unter einer großen Linde in lustiger Runde ausklingen.
Kunst und Kultur in der Steirischen Landeshauptstadt
Im Zeichen der Kunst stand der nächste Tag, wobei die Qual der Wahl zwischen zwei Workshops bestand. Zum einen bot „Kreatives Gestalten“ die Möglichkeit, Seidentücher und Krawatten zu bemalen, zum anderen studierte die „Musiktruppe“ mit „I am from Austria“ einen Klassiker von R. Fendrich ein, auf den wir noch einmal zurück kommen werden. Am Nachmittag fuhren einige von uns andere „große Künstler“ besuchen - die berühmten „weißen Hengste“ auf dem Gestüt Piber. Diese weltbekannten Pferde verbringen dort ihre „Sommerfrische“, und es war ein ganz besonderes Erlebnis, die prachtvollen Tiere einmal aus der Nähe zu sehen. Großes Interesse erweckten dabei die ganz und gar nicht weißen Lipizzaner - Fohlen kommen mit einem fast schwarzen Fellkleid auf die Welt. Anschließend ging es weiter zum Abendessen, das einen kulinarischen Schlusspunkt hinter diesen so künstlerischen Tag setzte.
Burgen und Schlössertour am Sommerlager
Fast jeder wollte schon einmal das Abenteuer erleben, Schlossfräulein oder Schlossherr zu sein, und so stand danach die Riegersburg auf dem Pogramm. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister des Ortes und dem Besuch des Hexenladens, ging es in das Haubenlokal Fink, um sich für eine ganz besondere Aufgabe zu stärken. Den Aufstieg vom Ort in die Burg Riegersburg erledigte ein Lift für uns, dann allerdings waren Technik und Muskelkraft gefragt, um die 20 Rollstühle samt „Besatzung“ durch die engen und steilen Aufgänge bis in die oberen Stockwerke und wieder hinunter zu tragen. So manch einer wusste am nächsten Tag ganz genau, was er tags zuvor gemacht hatte, und spürte einen „g’sunden“ Muskelkater.
Doch all diese Abenteuer waren – unglaublich aber wahr – noch zu toppen und so wurde es am Freitagvormittag vor der Haustüre so richtig laut. Es war kein unangenehmer Lärm, nein, es war der Sound der Motoren, der plötzlich alle, trotz Regen, nach draußen trieb. Zwanzig Sportwagen waren vorgefahren, um uns auf die Weinstraße zu „entführen“.
Weit über 3.000 PS auf dem Hof …
Nach dem Besetzen der Fahrzeuge und dem Verstauen der Rollstühle wurden die Boliden gestartet und unter Führung von zwei „weißen Mäusen“ der örtlichen Polizei ging es von Graz über den Karnerberg nach Leutschach – eine leider viel zu kurze Fahrt in diesen wunderschönen und schnellen Wagen. Dank der Polizei war es uns aber auf manchen Teilstücken ansatzweise möglich zur erahnen, welches Potential diese Autos haben. Wie beeindruckend diese Fahrt war, war nicht nur in den Augen der männlichen Teilnehmer zu erkennen, sondern auch in denen der weiblichen!!! Nach so einem „Ritt“ hatte man sich ein Mittagessen verdient und so kehrten wir in die Buschenschank Eroy ein, um dort gemütlich eine Brettljause zu uns zu nehmen. Untermalt wurde diese „Jausn“ von Ziehharmonikaklängen und G’stanzln.
Hl. Messe zur Abrundung
Doch vorbei war dieser Tag noch lange nicht. Nach der abschließenden Heiligen Messe stand mit dem Abschiedsabend ein weiterer Höhepunkt auf der Tagesordnung, der mit einem weinenden und einem lachenden Auge gesehen werden darf (wobei meistens vor Lachen beide Augen weinten). Ein buntes Pogramm aus Kabarett und Musik sorgte für sensationelle Stimmung. So wurde noch einmal „I am from Austria“ zum Besten gegeben, aber auch so manch andere österreichische „Hadern“, sowie aktuelle Hits wie „Let me entertain you“ von Robbie Williams erklangen. Mancher Rollstuhlfahrer erlebte dabei seinen ersten „Rock n’ Roll“. Bis in die späten Abendstunden wurde getanzt und gesungen.
Der letzte Morgen wurde mit einem Brunch begonnen. Dabei konnte man die Woche noch einmal lebendig werden lassen und freute sich über die gemeinsamen Erlebnisse. Dann hieß es auch schon Abschied nehmen, und so manche Träne wurde sichtbar in den Augen der Teilnehmer dieses „Sommerlagers 2006“. Es war eine sehr gelungene Woche, die alle Erwartungen bei weitem übertroffen hat, und wer weiß, vielleicht ist es ja nicht das letzte Sommerlager gewesen…

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