Malteser Kreuz

Bailli Fra´ Wilhelm von und zu Liechtenstein † 1922-2006

In den Morgenstunden des 27. November 2006 ist nach langer schwerer Krankheit unser Fürstgroßprior Bailli Fra´ Wilhelm von und zu Liechtenstein verstorben.

Gott der Herr hat Seine Durchlaucht Bailli Fra´ Wilhelm von und zu LIECHTENSTEIN, Fürstgroßprior des Großpriorates von Österreich des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens, zu sich berufen und damit von seinem langen, schweren und mit größter Selbstdisziplin und Demut ertragenem Leiden erlöst. Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden, das Großpriorat von Österreich und seine Hilfswerke haben mit ihm einen ihrer hervorragendsten Persönlichkeiten verloren.


Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn im Gespräch mit dem verstorbenen Fürstgroßprior.

Wilhelm Prinz von und zu Liechtenstein wurde 1922 in Schloss Frauenthal bei Deutschlandsberg in der Steiermark geboren, studierte an der Hochschule für Bodenkultur und schloss sein Studium als Forstingenieur ab. Nach einem erfolgreichen Berufsleben, zuletzt in der Spanplattenindustrie, trat er 1982 in den Ruhestand.

1986 in den Orden aufgenommen, fand er hier seine Berufung und legte 1990 seinen Amtseid als Fürstgroßprior des Großpriorates von Österreich in die Hände Seiner Hoheit und Eminenz des Fürsten und Großmeisters ab. Zweimal vom Kapitel mit großer Mehrheit für weitere sechs Jahre wiedergewählt, hat Bailli Fra´ Wilhelm von und zu Liechtenstein segensreich und in aller Bescheidenheit, mit großer Demut und Selbstlosigkeit seinen hohe Aufgabe wahrgenommen. Für Bailli Fra´ Wilhelm von und zu Liechtenstein war der Glaube das tragende Element für sein Handeln, daher ist er auch selbstlos dem Ruf des Herrn gefolgt und hat sein Leben als Justizritter mit ewiger Profess in den Dienst des Ordens und von „tuitio fidei“ und „obsequium pauperum“ gestellt.


Trotz alters- und krankheitsbedingter Beschwerden nahm der Fürstgroßprior an allen wichtigen Hl. Messen des Ordens teil.

Er hat die Ordensberufe gefördert und das Interesse für Berufungen geweckt. Während seiner Amtszeit legten 4 Professen und 2 Professkapläne zeitliche bzw. ewige Gelübde ab. Derzeit gibt es 21 Ritter in Oboedienz im Österreichischen Großpriorat, die sich mit einem Gehorsamsversprechen an den Orden gebunden haben und 393 eingeschriebene Mitglieder. Als Fürstgroßprior war es ihm ein zentrales Anliegen, den Orden auch der Jugend zu öffnen und eine noch engere Verbindung zwischen dem Orden und den Hilfswerken herzustellen. Die große Zahl an jüngeren Mitgliedern, die während seiner Amtszeit in den Orden aufgenommen wurden, zeigen, dass ihm dies gelungen ist.

So oft es ihm möglich war hat Bailli Fra´ Wilhelm von und zu Liechtenstein auch an den jährlichen Pilgerfahrten mit Betreuten aus Österreich nach Lourdes, Rom oder in das Heilige Land teilgenommen. Die letzten Jahre bereits selbst auf einen Rollstuhl angewiesen, war seine Teilnahme ein wichtiges Zeichen für alle Ordensmitglieder und Helfer.

Sein besonders Anliegen waren immer die Hilfswerke des Ordens. Er war ein großer Förderer des Malteser Hospitaldienstes Austria, den er immer wieder als wichtiges Instrument des Großpriorats bei der Erfüllung seiner Aufgaben bezeichnet hat. Vier weitere karitative Ordenswerke (Altenwohnheim Haus Malta, Malteser-Alten- und Krankendienst, Aktion St. Lukas und Aids-Dienst Malteser) wurden in seiner Amtszeit gegründet, die Rumänienhilfe gefördert und die Johannesgemeinschaft ins Leben gerufen. Heute arbeiten rund 2.000 ehrenamtliche Helfer und Ordensmitglieder in den Werken des Ordens. Mit steter Obsorge hat Bailli Fra´ Wilhelm von und zu Liechtenstein über die acht Malteserkirchen in Österreich, die Privatvolksschule in Mailberg und die Wirtschaftsbetriebe gewacht. So wurde beispielsweise 1995/96 die inkorporierte Pfarrkirche Maria Pulst teilrenoviert, 1998 die Rektoratskirche zum Hl. Johannes dem Täufer in der Kärntnerstraße in Wien renoviert, 2000 das Kanzleramt zeitgemäß umgestaltet und zuletzt 2006 die Generalsanierung der inkorporierten Pfarrkirche Mailberg forciert. Die Wirtschaftsbetriebe wurden sukzessive ausgebaut und die Revitalisierung der Kommende Mailberg in Angriff genommen.

Bailli Fra´ Wilhelm von und zu Liechtenstein hat mit Herzlichkeit und Offenheit, christlicher Toleranz, vorbildlichem Pflichtbewusstsein und großer Weitsicht die Geschicke des Großpriorates von Österreich geleitet. Ungebrochen waren bis zum Schluss seine Bereitschaft und sein Wille zum Dienst für den Orden. Möge sein praktizierter Glauben, erfüllt mit Liebe und gestärkt durch Hoffnung, Treue und Geradlinigkeit, jüngere Ordensmitglieder ermuntern, die Berufung zum Professritter zu hören, anzunehmen und seinem Beispiel zu folgen und uns allen zum Vorbild gereichen.

  •  Richard Steeb, Kanzler des Großpriorates von Österreich

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Letztes Update dieser Seite: Montag, 8. Januar 2007 um 21:52:36 Uhr
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