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Im Zeltlager ein paar Tage in Geborgenheit
Dank einer Welle der Hilfsbereitschaft konnten 16 Kinder aus Krakau, die aus tristen Familienverhältnissen kommen, ihren ersten Urlaub im Ausland verbringen. Pater Dr. Wladyslaw Chaim CSR, der vor drei Jahren in Krakau die Stiftung „Ein Zuhause für's Kind“ ins Leben gerufen hat, kam mit einer Gruppe seiner Kinder bereits zum zweiten Mal nach Hinterstoder, wo sie in einem Zeltlager am Johannishof erlebnisreiche 14 Tage verbringen konnten. Sie wanderten zum Steyrursprung und zum Stromboding Wasserfall, waren im Zirkus und im Wildpark Enghagen und feierten auch eine Messe auf der Höss. Am Schluss veranstalteten wir ein großes Sommerfest mit Lagerfeuer, gemeinsamen Spielen und viel Musik, an dem auch viele Hinterstoderer Kinder teilnahmen, so dass jetzt ein ständiger Austausch von SMS und Postkarten angelaufen ist.
 Chaim mit seinen Schützlingen vor einem Zelt in Hinterstoder.
Noch bis eine Woche vor Eintreffen der Kinder gab es nichts, keinen Groschen Geld für die Verpflegung, keine Zelte, keine Einladung, nur den guten Willen und die Hilfsbereitschaft, die ja bekanntlich sehr ansteckend ist. Und dann ging es aber los: Hieronymus und Katharina Tupay kamen aus Wien mit zwei Zehnerzelten, die wir mit Hilfe von Nachbarn auf unserer Wiese aufstellten; vier Gasthäuser luden die Kinder spontan zu jeweils einem Nachtmahl ein, Nachbarn brachten Kuchen und Spielzeug und vor allem warme Kleidung (manchmal hatten wir nachts nur 6 Grad in den Zelten); und dann gingen auch Geldspenden ein, auch von Leuten, die wir vorher nie gesehen hatten. Und so konnten wir, meine Töchter aus Hamburg und Wien, die Kinder gut verpflegen, weitgehend schließlich aufgrund des wirklich kalten „Sommers“ in unserer Küche, wo der ohnehin große Tisch noch durch einen Campingtisch verlängert wurde – eng aber gemütlich und vor allem warm. Auch der abendliche Unterricht von Pater Chaim, durch den er versuchte den Kindern eine Ahnung von Literatur, Musik, Malerei und Landeskunde zu vermitteln, fand in der Küche statt. Die Kinder wurden nach und nach friedlicher, aufgeschlossener und vor allem fröhlicher und hilfsbereiter und fuhren schließlich, neben vielen anderen Dingen auch jeder mit einem Fahrrad beschenkt, wieder zu ihren Familien zurück, die in unserem Sinne keine sind. Es gibt keine Wärme, keinen Halt, keine Erziehung, keine Zukunftsperspektiven. Das Ziel von Pater Wladyslaw ist es, diese Lücke zu schließen, und es ist kein Wunder, dass die Zahl der ihm anvertrauten Kinder ständig wächst. Wir sind froh und dankbar, dass wir wenigstens zur Erreichung dieses Zieles beitragen konnten.

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