Malteser Kreuz

Internationales Malteser Sommerlager vom 13. - 22.8.05 in Köln

Wer – wie ich – noch nie bei einem IMS dabei war, kann sich nicht einmal annähernd vorstellen, welche Emotionen, Eindrücke und Erlebnisse auf einen zukommen. Zu allererst ein großes Dankeschön an Alexander Heske, der sich im letzten Moment bereit erklärt hat, die „Salzburger Delegation“ (Eva, Stefan, Georg, Kathi) nach Innsbruck – dem eigentlichen Start-Ort – zu bringen. Samstag Abend trafen auch die letzten Maltis in der Tiroler Bereichszentrale ein und es herrschte sofort ein gewisses „Gruppenfeeling“, welches uns die ganze Woche begleiten sollte. Frühmorgens am darauffolgenden Tag beluden wir unseren – mit Hebebühne ausgestatteten – Bus und überließen Udo unser Schicksal („ Ein Hoch auf unsern Busfahrer …“) Zugegeben, Deutschland bietet vielleicht nicht die „most-wanted“- Panoramastrecken, aber wir waren ohnehin mit Tratschen, Essen und Schlafen beschäftigt. Gegen 22:00 hatten wir die Donnerberg Kaserne in Eschweiler – nahe Köln – erreicht. Sofort wurde uns unser „Dolmetscher“ zugeteilt (was in unserem Falle kein besonders schwerer Job war), der uns in unsere Quartiere einwies und bei der weiteren Orientierung während der ganzen Woche unterstützte. Es gab ein schnelles Abendessen und danach sah man 21 erschöpfte Österreicher ins Bett fallen.

IMS_Kathi_Eva
Viel Spaß für Betreuer und Betreute.

Aufgrund der vielen Regentropfen fand die Willkommenszeremonie und Messe am Montag in der Turnhalle statt. Der Einzug mit Fahnen und Bundeshymne, die Begrüßungsworte der Organisatoren und Ordensmitglieder und die heilige Messe schufen eine besondere Atmosphäre. Danach war die Malteser „Team Rallye“ angesagt. Sei es Weit-Werfen, Luftballone-Zerplatzen, Rolli-Rennen oder Kartoffeln am Löffel zu balancieren – wir hatten alle viel Spaß. Ein gewisses Heimatgefühl bekamen wir am bayrischen Abend, wo bei Grillhendl und Bier unsere Dirndl und Lederhosen ausgeführt wurden. Unser Bett sahen wir in dieser Nacht viiiiel zu spät …

Dokumentiert wurde die Woche übrigens mit einer alle 3 Tage erscheinenden Zeitung – den „Maltastic Times“ – die mit Bildern und Artikeln über unser Camp-Leben informierte.

Am Dienstag war unsere Kreativität gefragt. Mit unterschiedlichen Musikstücken aus allen Kontinenten und Bastelunterlagen als Vorgabe sollten wir am internationalen Abend eine kurze Darbietung vorbereiten. Wie sollte es anders sein – uns wurde das Johann Strauß-Thema zugeteilt. Wir bastelten Instrumente, Fächer, Maschen und Röcke und fertig war unsere „Rollstuhl-Polonaise“. Am Mittwoch bekamen wir erste Eindrücke vom Weltjugendtag beim Musik-Picknick in einem Kölner Park. Verschiedenste Bands aus aller Welt verbreiteten unter den hunderten Jugendlichen gute Laune. (Anmerkung des Wetterfrosches: zum ersten Mal Sonnenstrahlen!)

Sehr überrascht waren wir, als sich sogar Alphornbläser in den Park verirrten. Am Abend – wie sollte es anders sein: Disco. Für mich persönlich stellte der „Mittelalter-Tag“ das Highlight der gesamten Woche dar. Vor einer nachgebauten Ritterburg konnten wir Workshops wie Töpfern, mittelalterliche Musik, Kalligraphie, Theater, Reiten, Jonglieren etc. besuchen.

Auch mittelalterliche Gaumenfreuden wurden uns beschert: gegrilltes Wildschwein. Der Abend wurde ruhig begangen in Gedenken an die 4 österreichischen Opfer, die bei der Rükkfahrt vom IMS 1994 ums Leben gekommen waren. Daran anknüpfend veranstalteten wir am Samstag den sogenannten „Christopher Cup“, der auf eines der Opfer – Christoph Breiski – zurückgeht. Sein größtes Hobby war das Krocket-Spielen. Daher wird seitdem jährlich dieses Krocket-Wettspiel veranstaltet, um die Erinnerung an Christoph und seine Freunde am Leben zu erhalten.

Freitag erfolgte ein zweiter Weltjugendtags-Besuch in Bonn. Bummeln, Café Trinken und Einkaufen standen an der Tagesordnung. Nachdem wir erst spät in die Kaserne zurückkamen, blieb uns nicht viel Zeit, unseren Österreich-Abend vorzubereiten. Dirndl angezogen, Speck aufgelegt und Schnaps ausgeschenktviel mehr war nicht nötig für eine gelungene Alpenland-Präsentation. Sogar den Deutschen kam ein „Ösis, ihr seid sooooo cool“ über die Lippen.

An diesem Abend gingen wir früh ins Bett, da die Abfahrt zur sonntäglichen Papst-Messe um 4:00 Uhr früh geplant war. Wir trauten unseren Augen nicht, als unsere Team-Leiter um 2:00 Uhr bei uns im Zimmer standen, um uns mitzuteilen, daß aufgrund von unerwarteten Menschenmassen in unserem vorreservierten Sektor unsere Sicherheit nicht gewährleistet und somit eine Teilnahme unmöglich sei.

Die Enttäuschung war groß, den Höhepunkt des diesjährigen IMS zu verpassen. Doch die 80 deutschen Volontäre hatten schnell ein adäquates Alternativprogramm parat: die Turnhalle wurde mit Decken und Kerzen ausstaffiert und auf einer Großleinwand konnten wir die Worte des heiligen Vaters wahrscheinlich hundertmal besser mitverfolgen als am Marienfeld. Besonders freute uns natürlich die Erwähnung der „Malteser in Eschweiler, die leider nicht bei uns sein können“ bei der Eingangsansprache von Kardinal Meissner. Somit war der Tag also wieder gerettet.

Der letzte Abend wurde natürlich noch entsprechend gefeiert und der Abschied am nächsten Tag fiel uns allen mehr als schwer. Wir waren als Gruppe sehr zusammengewachsen, hatten einen Rucksack voller toller Erlebnisse und viele Freundschaften geschlossen. Die Freude und Begeisterung, die in diesem Camp zu spüren war, wird uns allen immer in Erinnerung bleiben. KRAKAU 2006 – WIR KOMMEN!!!!!

  •  Kathi Schneider

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Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 20. Dezember 2005 um 23:03:22 Uhr
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