Malteser Kreuz

Das Wildwassercamp 2005: Eine Malteseraktivität - mehr als nur Urlaub und Spaß!?

Im heurigen Jahr hat mich der Initiator und Einsatzleiter des schon mehrmals stattgefundenen „Wildwassercamps“ Gabriel Hofstätter gebeten die ärztliche Leitung dieses Wochenendes zu übernehmen.

Wildwassercamp 4
Die ärztliche Leiterin des Einsatzes: Martina Vogel.

Manche werden fragen: „… warum eine ärztliche Betreuung?“ In der Praxis ist einfach festzustellen, dass der Gesundheitszustand von den uns anvertrauten Campteilnehmern durch Stressfaktoren, physischer und psychischer Verfassung stark beeinflusst wird. Dem Ziel entsprechend die Teilnehmer von den neu zu gewinnenden Erfahrung profitieren zu lassen, beziehungsweise eine körperliche und mentale Stärkung hervorzurufen, aber auch eine positive Erinnerung aus dem Wochenende mit in die Zukunft zu nehmen, erfordert ein hohes Maß an Verantwortung, welches sicherlich in Form einer ärztlichen Betreuung als gegeben erscheint. So waren wir gleich zum Beginn vor eine schwere Entscheidung gestellt. Ein Teilnehmer wies einen wesentlich schlechteren Gesundheitszustand auf als sein ärztliches Attest bescheinigte. Um jedes Risiko zu vermeiden mussten wir ihn leider nach ärztlicher Begutachtung von der Teilnahme ausschließen. In der Folge mussten wir, im Versuch die Trauer und das Unverständnis der anderen Teilnehmer zu lindern, eingehende Gespräche mit diesen führen. Wir hatten die Aufgabe behinderte Menschen in eine für sie neue Situation zu begleiten. Unsere Betreuten kämpften von Anfang an mit all ihren physischen und psychischen Kräften. Die daraus entstandene Gruppendynamik schweißte uns immer enger zusammen, wobei Rigel, der schon ein „Kenner“ dieser Sportart ist, Wildwasserfahren zu seinem Hobby gemacht hat, mit seinen aus den ersten Camps gewonnenen Erfahrungen von großer Unterstützung war.

Bald stellten sich die ersten Erfolgserlebnisse ein. Die dadurch aufkommende Freude , unser Lachen in der Gemeinschaft, das Zusammenrücken der Freunde und die damit verbundene „Ich-Stärkung“ trägt sicher auch zu einer positiven Auswirkung auf den Krankheitsverlauf jedes Einzelnen bei.

So zitierte im vorhergehenden Bericht Claudia, eine unserer Teilnehmerinnen: “… ein tolles Gefühl im Boot, … und eine gute Übung für mein Gleichgewicht …“. Diese Aussage zeigt den engen Zusammenhang von Psyche und Körper gut auf.

Für mich als ganzheitsmedizinisch praktizierende Ärztin und Malteserin war es eindrucksvoll zu beobachten, dass – Leib, Seele, Geist – eine untrennbare Einheit darstellen. Wasser, Bewegung, Natur und menschliches aufeinander Ein- und Zugehen prägt das Wohlbefinden dieser vom Schicksaal so schwer getroffenen Mitmenschen. Auch wir Malteser erhalten von unseren Schützlingen durch die wechselseitige Dynamik Kraft, welche unser Sein und Handeln beeinflusst. Möge dieser Ausflug eine Reise in uns Selbst sein, eine Kerze die gezündet wurde, welche Licht, Wärme, Liebe und Stärke weiterzugeben vermag. Eine steigende Zahl an Teilnehmern, welchen wir diese Erfahrungen vermitteln wollen, wäre nicht nur wünschenswert sondern stellt auch eine zukünftige Herausforderung an unser Team dar. 

  •  Dr. Martina Vogl  

Seite ausdrucken: einfach hier klicken!

 

Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 20. Dezember 2005 um 22:41:36 Uhr
© 2012 - Malteser Kreuz