Malteser Kreuz

Wildwassercamp 2005 für behinderte Jugendliche auf der Salzach bei Mariazell

Mit Begeisterung habe ich heuer das Feedback unserer Wildwasser-Teilnehmer für unseren Bericht 2005 bekommen; und darf dies unseren vielen „Malteser Kreuz“-Lesern und Unterstützern dankend weitergeben. Der Ausbildungsleiter der Gruppe, der staatlich geprüfte Raft-Lehrer Rene Hofer schreibt uns in seinem Feedback unter dem Titel „Gedanken, Erlebtes, Eindrücke“:

Wie jedes Jahr, war zweifelsohne auch das Malteser Raftcamp 2005 in den Wildalpen ein besonderes Ereignis. Nicht nur, dass zwei von drei Sonnentagen, die Wildalpen jährlich zu bieten hat, genau an diesem Wochenende stattfanden, sondern auch die angenehme, liebevolle und freundschaftliche Atmosphäre, machten diese drei Tage zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Für mich ist von Jahr zu Jahr merklich spürbar, dass mehr Gelassenheit und Routine bei eben dieser Wildwasseraktion vorherrschen, was sicherlich einen angebrachten Ausgleich – wohl nicht nur für die zu begleitenden Personen mit Behinderung – zum alltäglichen Trott darstellt.

Wildwassercamp 2
Alle Teilnehmer wurden professionell betreut und geschützt.

Obwohl ich selber schon seit neuen Jahren in der Begleitung von Menschen mit Behinderung tätig bin, ist es für mich gerade an diesen drei Tagen faszinierend zu beobachten, mit wie viel Begeisterung, Ehrgeiz und vor allem Durchhaltevermögen unsere Bootsinsassen – wie heuer beispielsweise Rigel, Manuela, Claudia und Ursula (und natürlich auch ihre Begleiterinnen und Begleiter) zu Gange sind.

Vor allem beeindruckt mich persönlich das Durchhaltevermögen, welches unsere Raft- bzw. Outside-Schlauchkanadier-Gäste an den Tag legten. Zweifelsohne ist es nicht wenig anstrengend drei Tage bei mörderischen 35° Celsius und zwischendurch einmal bei starkem Regenguss die Salza herunter zu paddeln und auch noch Kraft zu haben beim Palfauer Musikfest das Tanzbein zu schwingen. Da sieht man erst, welches Potential in unseren Bootskameraden und Kameradinnen steckt Auch die jeweiligen Gespräche zwischen der Paddelcrew und das Erfahren über die Lebensumstände, über Vorlieben oder Erlebnisse ist für mich eine besondere Bereicherung. Wann hat man schon mal jemanden im selben Boot sitzen, der zu einem Viertel indianisches Blut in sich trägt, ursprünglich aus Vancouver stammt (der Neid treibt mir Tränen in die Augen) und noch dazu einen extra Klasse Musikgeschmack hat – funky Rigel.

Wildwassercamp 1

Ein riesengroßes Lob auch an die Begleiterinnen und Begleiter des Malteser Hospitaldienstes, die es möglich machen, dass Menschen, die es sonst nicht so leicht haben, eine solche Erfahrung wie das Paddeln auf dem wilden Wasser machen können, und die rund um die Uhr stets mit guter Laune und ohne jeglicher abgestumpften Routine ans Werk gehen. Jedenfalls war ich heuer wieder vollauf begeistert und hoffe, dass es auch ein Malteser-Wildwassercamp 2006 geben wird – und ich Zeit haben werde mitzumachen. Unser Raft-Lehrer Wolfgang schickt uns die Zeilen: „Euer Kurs war die wunderbare Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme eines Themas, das mich seit Juni 2004 begleitet. Ich war schon begeistert von den Menschen, von denen ich vorher nicht wusste, wie ihnen zu begegnen ist. Dann lernte ich die wunderbaren Menschen hinter den zuerst fremd wirkenden behinderten Personen kennen, und empfand plötzlich eine Freundschaft mit ihnen. Auch bei Euren Betreuern konnte ich viel Herzlichkeit spüren. Trotzdes großen Arbeitsaufwandes – ich bin zu diesem Zeitpunkt der Saison oft schon ziemlich ausgebrannt, mit Tendenz zu „Menschenfeindlichkeit“ – habe ich bei Euch nichts davon verspürt, und war aus dem Bauch heraus bereit noch einmal viel zu geben, um ein schönes und gefahrloses Wochenende mitzugestalten.“ Absolut sicher wurden die Teilnehmer tatsächlich mit Sturzhelmen, Schwimmwesten und dicken Neoprenanzügen geschützt, und in jedem Boot wurden unsere Betreuten von einem geprüften Raft-Lehrer sowie ausgebildeten Maltesern begleitet. Raft-Lehrerin Sophie schreibt uns in einem langen Brief: „Nach Impressionen der letzten Jahre, die mich im Winter immer wieder berührt hatten, habe ich mich schon den ganzen Sommer auf diesen so besonderen Wildwassereinsatz gefreut, eine wunderschöne Überraschung war es dann, Manuela Jarosch wieder zu treffen, die ich schon zuvor als engagierte, selbstbewusste und unabhängige junge Frau kennen lernen durfte. Es war überwältigend zu sehen, welche therapeutischen Fortschritte sie in der Zeit gemacht hat und mit welcher Lebensfreude sie all ihre Energien auf unseren „Tanz auf dem Wasser“ konzentrierte.“ Unsere tapfere, so sehr bewegungseingeschränkte Manuela teilt uns begeistert ihre persönlichen Eindrücke mit:

„Ich habe mir gedacht, wie ich so gepaddelt bin, wie schön die Natur ist, die Stille, kein Lärm, man kann die Seele so richtig baumeln lassen. Die letzte Wildwasserfahrt auf der Salza am Sonntag war für mich die wildeste, denn da waren extrem hohe Wellen.“ Unsere Betreute Claudia: „Die Malteser haben sich großartig um uns gekümmert, tolles Gefühl im Boot und gute Übung für mein Gleichgewicht, und dann der sehr nette Abend mit lustiger Musik und Tanzen auf dem Feuerwehrfest. Der spannende Wettkampf auf der Salza mit tollen Preisen, die T-Shirts mit allen Unterschriften und die Medaillen sind nette Erinnerungen an die schönen Tage. Ebenso zum Abschluß dann die wundervolle andächtige und in Dankbarkeit gefeierte Hl. Messe in Wildalpen. Es hat mir sehr gut gefallen und ich würde mich so sehr freuen, wenn ich wieder einmal an diesem Wildwasser- Camp teilnehmen könnte.“

Wir Malteser werden alle in diesem Sinne für unsere behinderten Betreuten weitermachen und danken herzlichst – trotz des heurigen Ausfalls eines Großsponsors – unseren Unterstützern und Spendern, die diese ereignisreichen Tage ermöglicht haben: • Wildwasserschule Liquid Lifestyle, Wolfgang Winkler • Pension Familie Rosa Formann • Hospitalier Norbert Salburg • Bereich Salzburg, Stefan Jordis • Lele Machanek und all unseren treuen „Malteser Keuz“-Lesern. 

  •  Gabriel Maria Hofstätter, Einsatzleiter  

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Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 20. Dezember 2005 um 22:38:31 Uhr
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