Malteser Kreuz

Malteser Romzug 2005 – Gedanken des stellvertretenden Einsatzleiters

Alle 5 Jahre fährt der Malteser Hospitaldienst Austria nach Rom. Vom 23.-30. Oktober 2005 war es wieder soweit; über 400 Personen sind vom Wiener Südbahnhof aus mit dem Zug aufgebrochen. Rom hat sich in dieser knappen Woche von seiner schönsten Seite präsentiert und so konnten wir bei prachtvollem Wetter alle geplanten Veranstaltungen im Freien durchführen.

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Eine Woche lang strahlender Sonnenschein und strahlende Gesichter.

Die Vorbereitung:
Vor mehr als zwei Jahren begannen die Vorbereitungen zu diesem großen Unterfangen. Damit alles so reibungslos geklappt hat, haben im Hintergrund eine ganze Reihe von Maltesern für die entsprechende Logistik, Lager, medizinische Betreuung und natürlich auch die Küche für das leibliche Wohl gesorgt. Eine Malteser Romwallfahrt fordert all unsere Fertigkeiten, die wir uns in den verschiedenen Aufgabenbereichen erworben haben. So verfügen wir als anerkannte Katastrophenhilfsorganisation über Material wie Notstromaggregate, Zelte, Decken, Tische und Bänke. Als Rettungsorganisation verfügen wir über entsprechende Fahrzeuge und natürlich auch ausgebildete Sanitäter und Ärzte. Der Soz-Bereich hat seine Kompetenz auf dem Gebiet der Krankenpflege und seine Erfahrung aus vielen Diensten beigesteuert. Damit eine rein ehrenamtliche Organisation wie der Malteser Hospitaldienst in der Lage ist eine solch große Aufgabe wie die Organisation einer Wallfahrt nach Rom für 400 Personen zu organisieren, bedarf es einer Bündelung all dieser Kräfte und unterschiedlichen Fähigkeiten für ein gemeinsames Ziel. An dieser Stelle sei allen Maltesern großer Dank und Anerkennung für Ihre Arbeit und unermüdlichen Einsatz ausgesprochen! Viele positive Rückmeldungen haben dies bestätigt.

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Maximilian Lobmeyr, der stv. Einsatzleiter.

Begegnungen in Rom:
Rom ist nicht nur die „ewige Stadt“, eine Stadt der Antike wie des Barock, Rom ist auch ein Ort der Begegnung mit der Weltkirche. Nirgendwo konnten wir dies besser erleben als anlässlich der Papstaudienz am Petersplatz, wo wir gemeinsam mit 60.000 Gläubigen, sprichwörtlich aus aller Welt, den Hl. Vater begrüßen und ihm zujubeln durften. Unvergesslich bleibt wie Benedikt XVI. die Wallfahrt des Malteser Hospitaldienstes in unserer gemeinsamen Muttersprache begrüßte. Unvergesslich sind auch die vielen persönlichen Begegnungen auf unserer Pilgerfahrt, sei es auf dem Aventin, in der Villa Malta oder auf der Engelsburg. Im Kaffeehaus auf der Piazza Navona oder beim gemütlichen Abendessen im Trastevere Viertel.

Spiritualität der Malteser:
Aber noch etwas ganz entscheidendes durften wir auf dieser Wallfahrt erleben, die Spiritualität der Malteser. Wenn wir an die Spiritualität der Malteser denken, so denken wir in erster Linie an Lourdes. Jedes Jahr Ende April/Anfang Mai veranstaltet der Malteser Hospitaldienst eine Wallfahrt zu diesem südfranzösischen Marienwallfahrtsort. Jedes Jahr treffen einander in Lourdes 5-6.000 Malteser nicht nur aus Europa, sondern auch aus Übersee. Diese jährlichen Wallfahrten, die auf eine Initiative von Philipp Freiherrn von Boeselager kurz nach dem zweiten Weltkrieg zurückgeht, hat die Spiritualität aller Malteser wesentlich und nachhaltig geprägt. Auf unserer Wallfahrt nach Rom durften wir erleben wie 400 Personen aus unterschiedlichsten Orten unter der liebevollen und umsichtigen Führung von 9 Geistlichen, allen voran P. Felix Selden CO aus dem Oratorium des Hl. Philipp Neri in St. Rochus, zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen sind. Wesentlich dazu beigetragen hat die Feier der Hl. Messe in den bedeutendsten Kirchen Roms: Von der Eröffnungsmesse mit Kardinal Schönborn in San Goivanni in Lateran, über die Messe für den Papst im Petersdom bis hin zur Abschlussmesse in St. Paul vor den Mauern. Von der Marienverehrung in Sta. Maria in Trastevere bis hin zur Krankensalbung in den Domitillakatakomben, dem Ort wo die ersten Christen begraben sind, darunter sicherlich auch viele unbekannte Heilige.

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Radio Stephansdom begleitete uns und berichtete ausführlich.

Spiritualität und Tätigkeit als Malteser:
Die Spiritualität der Malteser äußert sich aber nicht nur im Feiern der Hl. Messen in den Kirchen Roms oder im gemeinsamen Gebet bei Laudes und Vesper, sondern vor allem auch in unserem gemeinsamen Tun. Dieses aus dem Glauben gewachsene Tun ist es, das uns von vielen anderen Organisationen unterscheidet. Unvergesslich sind uns die Worte unseres Hospitaliers Nobert Salburg bei der Abschlussmesse in St. Paul vor den Mauern: „Die Berufung des Malteser Ritters findet erst in seiner tatkräftigen Mitarbeit in einem der Hilfswerke des Ordens seine Vollendung.“ Die Berufung des Maltesers zum Dienst am „Herren Kranken“ hat in der 900 Jährigen Geschichte des Malteser Ritterordens nichts an seiner Aktualität verloren. Solange es einen Nächsten gibt, der Hilfe benötigt, solange wird auch der Malteser Orden Zukunft haben. Unsere gemeinsame Romwallfahrt hat auch wieder gezeigt, dass wir nicht so sehr unverwechselbar sind durch das was wir tun, sondern wie wir es tun. Das liebevoll zubereitete Essen oder der mit Kerzen gedeckte Tisch zeigt, dass wir mit Herz und Seele bei der Sache sind. Die Freundschaften unter den Maltesern, die Begegnung mit vielen Patienten, von denen viele schon zu Freunden wurden prägen unser Tun. Und natürlich auch die Pilger, von denen viele eng mit uns verbunden sind und tatkräftig Hand angelegt haben. Seit heuer sind auch Familien mit ihren jugendlichen Kindern ein fixer Bestandteil, den wir nicht mehr missen wollen.

Die Früchte unserer Wallfahrt:
Unsere Wallfahrt nach Rom hat aber nicht dort geendet, sondern führt uns auch wieder zurück nach Hause. Jetzt werden wir erst sehen, ob unsere Wallfahrt „erfolgreich“ war. Erst wenn wir es schaffen unsere Begeisterung und die erfahrenen Freuden und Gnaden weiterzugeben und mit den Daheimgebliebenen zu teilen, haben wir das Ziel unserer Wallfahrt erreicht. In Rom haben wir alle gespürt wie es ist, eine große Familie zu sein. Wir sind es auch, wenn wir wieder in Österreich sind. 

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Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 20. Dezember 2005 um 22:16:24 Uhr
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