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Ubi Petrus, ibi ecclesia! – Romwallfahrt 2005
Die Zeit des langen Wartens war endlich vorbei: Nachdem bereits ein emsiges Treiben im Hades (Lager) des Börseplatzes startete, um das Material für den Romzug zu beschaffen, vorzubereiten, einzupacken und in den Zug zu schaffen, begann bei den Meisten schon eine ungezügelte Vorfreude auf die Wallfahrt.
 Ausdrücklich und sehr herzlich begrüßte Benedikt XVI. die Wallfahrerdes Malteser Romzugs 2005 aus Österreich.
Am Sonntag, den 23. Oktober war es schließlich soweit. Am Südbahnhof trafen sich Pilger, Betreute und Malteser unter fröhlichem Hallo, suchten und fanden ihre Teams und Zugabteile und nachdem der letzte Rollstuhl im Lagerwaggon untergebracht wurde, spendete Abt Gregor Henckel-Donnersmarck den Reisesegen und die Wallfahrt begann.
Die Zugfahrt führte uns durch ganz Österreich, denn an jedem größeren Bahnhof stiegen weitere Teilnehmer ein und bis Mitternacht konnte das freudige Begrüßen und Tratschen kaum ein Ende finden und wurde am nächsten Tag weitergeführt. Das Lager- und Küchenteam waltete in ihren Waggons und versorgte uns jederzeit mit allem Notwendigen.
 Unüberschaubar die Menge der Pilger bei der Papstaudienz: Ein echtes Erleben und Spüren der Weltkirche.
Mit einiger Verspätung kamen wir am nächsten Nachmittag in Rom bei strahlendem Sonnenschein an und das Ausladen begann: Betreute wurden aus den Abteilen getragen und in ihre Rollstühle gesetzt, Kofferteams besorgten große Wägen, um das Gepäck zu den jeweiligen Bussen zu transportieren, und Pilger, Malteser und Betreute machten sich auf den Weg zu den Bussen. Die Teamleiter kontrollierten noch Zugabteile, sowie die Anwesenheit ihrer Teammitglieder und deren Gepäck in den Bussen und schon ging die Fahrt zur Basilika San Giovanni in Laterano los. Begleitet wurden wir von zwölf weißen Mäusen der Polizia Munizipiale, die uns die ganze Woche hindurch die Straßen frei machten und uns so den reibungslosen Ablauf unserer Programmpunkte garantierten.
Nachdem wir uns ordnungsgemäß adjustiert hatten – Capes und Häubchen, sowie die Kukullen der Ordensritter wurden angezogen – stellten wir uns vor der Lateranbasilika für das Gruppenphoto auf und nahmen Kardinal Schönborn und die Ordensregierung mit Frà Andrew Bertie in unsere Mitte. Im Anschluss an das Photo durften wir eine heilige Messe mit dem Kardinal unter Anwesenheit Frà Berties feiern und danach gab es noch die Möglichkeit, die Basilika genauer unter die Lupe zu nehmen. Später im Hotel konnten endlich die Zimmer bezogen werden, und nach dem Abendessen fielen wir nach der Abendpflege recht bald in unsere Betten.
 Unüblich viel Zeit nahm sich der Heilige Vater, um die Rollstuhlfahrer in der ersten Reihe persönlich zu begrüßen.
Am nächsten Tag machten wir das antike Rom unsicher: In Kolonne langten wir beim Kolosseum ein und konnten den ganzen Vormittag sowohl das Kolosseum als auch das daneben liegende Forum Romanum besichtigen. Schnell bildeten sich Grüppchen, Reiseführer wurden gezückt und so gut es ging die Anlagen erklommen. Zu unserem Bedauern gab es nicht die Möglichkeit einen Gruppentarif für das Kolosseum zu bekommen, daher erkundigten nur wenige das Innere, dafür konnten viele Photos mit Gladiatoren gemacht und erste Souvenirstände geplündert werden. Im Forum genossen wir die Wärme der Sonnenstrahlen und den Ausblick auf Altertümer, die einige von uns noch nie aus der Nähe sehen konnten. Abseits des Getümmels konnte jederzeit einer unserer Seelsorger für eine Aussprache oder eine Beichte beiseite genommen werden.
Zum Mittagessen fuhren wir wieder zu unserem Hotel und genossen den darauf folgenden Kaffee auf der Terrasse. Dann bestiegen wir wieder die Busse und fuhren zu den Domitillakatakomben, wo wir den restlichen Tag verbrachten. Circa dreißig der jungen Männer des Hospitaldienstes wurden nun in Teams eingeteilt, welche die Betreuten in Rollstühlen über die ca. vierzig Stufen in die Katakomben hinunter trugen. Während dessen baute das Lagerteam bereits die Infrastuktur für das Abendessen auf und das Küchenteam begann mit den Vorbereitungen für das Essen. Vor der Eucharistiefeier wurde uns die Geschichte der Katakomben näher gebracht und die gehenden Pilger konnten in zwei Gruppen geteilt die Räumlichkeiten besichtigen. Die anschließende Messe mit Krankensalbung wurde durch die besondere Stimmung dieses Ortes und den Chor sehr feierlich untermalt. Vor dem inzwischen fertig arrangierten Abendessen konnten auch unsere betreuten Freunde die Katakomben unsicher machen und wurden wieder von unseren kräftigen Männern ans langsam schwindende Tageslicht gebracht. Der Abend klang mit Gesprächen unter kunstvoll beleuchteten Palmen und köstlichem Essen gemütlich aus. Am nächsten Tag – es war inzwischen Mittwoch – besuchten wir die Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. Da tags Grüßen an und einige von den Betreuten, die ganz vorne einen Platz ergattern konnten, durften ihm die Hände schütteln, bevor er den Platz verließ. Nach der Audienz marschierten wir zur Engelsburg, wo uns das Lager- und Küchenteam wieder einen wunderschönen Platz zum Essen hergerichtet hatte. Am Nachmittag wurden noch Cafes besucht, dann stellten wir uns an, um in den Petersdom zu kommen. Nach einer Führung im Dom – wir konnten auch die Pietà von Michelangelo in Ruhe bestaunen, denn wir verscheuchten andere Pilgergruppen – feierten wir wieder eine heilige Messe. Leider mussten wir sehr schnell den Dom verlassen, dennoch blieb genug Zeit, die inzwischen beleuchtete Basilika und den nun leeren Petersplatz zu bewundern.
Das Abendessen wurde im Hotel eingenommen und nachdem wir unsere Erlebnisse ausgetauscht hatten gingen wir schlafen, denn am nächsten Tag mussten wir schon um fünf Uhr Früh aus den Federn.
Am nächsten Tag fuhren wir sehr früh zu den Vatikanischen Museen zu dem Zweck eine kleine Privatandacht in der Sixtinischen Kapelle zu halten. Bei der Fahrt hin schliefen wir alle noch ein wenig, dennoch konnten wir ein weiteres Mal den Dom betrachten, der uns diesmal auch verschlafen vorkam, denn der aufsteigende Nebel umhüllte die Kuppel wie eine Schlafmütze. Die besinnliche Andacht gab uns auch die Möglichkeit, die Fresken Michelangelos in Ruhe zu bewundern. Nach der Andacht konnten wir gemütlich das Innere der Museen betrachten und trafen später unsere Teams auf dem Petersplatz. Wir hatten nun die Zeit, den Vormittag nach unseren Wünschen zu gestalten und machten uns auf den Weg, das barocke Rom kennen zu lernen. Kleine Stadtführungen zur Via Condotti, der Spanischen Treppe und dem Trevibrunnen wurden veranstaltet. Eine kleine Gruppe von drei Leuten weigerte sich, den Weg zu Fuß zu bestreiten (sie waren müde und wollten ihrer Betreuten den holprigen Weg im Rollstuhl ersparen) und schnappte sich einen Einspänner, um eine Sightseeing Tour hoch zu Ross zu genießen, die auf dem Piazza Navona bei einer Tasse Cappuccino endete. In drei Schichten aufgeteilt wurde das Mittagessen bei der Anima im Freien eingenommen, um im Anschluss daran einen Spaziergang anzuhängen. Da Il Gesu leider geschlossen war, konnten wir einem weiteren Kaffeehausbesuch nicht ausweichen, bevor wir das Pantheon besuchten. Hier feierten wir mit Erzbischof Acerbi ein lateinisches Hochamt, während die Sonne durch das „Guckloch“ Lichtspiele auf das Innere der Kuppel warf. Nach dem „Salve Regina“ machten wir uns auf den Weg zurück auf die Piazza Navona, um die Busse zu besteigen und auf den Aventin zur Villa Malta zu fahren.
Oben angelangt konnten wir bei einem kleinen Umtrunk und Häppchen den Blick auf den Petersdom genießen. Ein weiteres Mal wurden wir von der Ordensregierung begrüßt, die uns auch während des Essens Gesellschaft leistete. Nachdem die Begrüßungsreden fertig waren, wurden unsere zwölf motorisierten Polizisten mit Team-Rom-Shirts für ihre Hilfe ausgestattet und dann suchte sich jeder ein Plätzchen (auch hier hatte uns unser Lagerund Küchenteam alles vorbereitet) im Garten der Villa Malta. Nun begann ein gemütliches Schmausen, denn die Küche hatte wieder Köstlichkeiten für uns gezaubert. Das Dessert wurde mit musikalischer Untermalung durch den Chef (er sang italienische Arien) der Polizei serviert, und wir begannen den Park auszuforschen, die kleine Kirche zu besuchen und den Blick auf die beleuchtete Stadt zu genießen. Viel zu schnell verging die Zeit und wir mussten wieder in die Busse steigen und ins Hotel fahren. Nach Komplet und Abendpflege wurden sehr bald die Betten aufgesucht. Am Freitag veranstalteten wir einen Ausflug nach Ostia, wo wir uns bei traumhaften Sonnenschein die Ruinen des alten Hafens anschauen und besteigen konnten. So mancher entpuppte sich als Fachmann der Archäologie und konnte nicht so kundigen die Besonderheiten des Ortes erläutern. Bis zum Mittagessen spazierten wir durch die Anlage und saßen bei einem Kaffee beisammen. Auch das Mittagessen nahmen wir in hier zu uns, wieder tischte uns das Küchenteam besondere Schmankerln auf. Es blieb noch Zeit für ein kleines Mittagsschlaferl, dann stiegen wir in die Busse um in Trastevere herumzuwandeln.
In diesem ein wenig heruntergekommenen Viertel konnten wir diverseste Stände von Straßenverkäufern begutachten und einige Kleinigkeiten für uns und die daheim gebliebenen besorgen. Nachdem viele genug spazieren waren, trafen wir uns wieder auf der Piazza vor Santa Maria in Trastevere, um zu tratschen und Kaffee zu trinken. Wenig später versammelten wir uns in der Kirche um den Gottesdienst zu feiern. Dann zogen wir los, um auf Trattorias aufgeteilt, im Team Abend zu essen. Diese Idee war besonders nett, denn so konnte man den letzten Abend in Rom noch mit seinen Team feiern. Diese Wallfahrt war eine besonders gesegnete, denn es gab nicht strahlenden Sonnenschein, sondern auch die Teilnehmer an dieser strahlten sich gegenseitig an. Die Stimmung in den Teams war sehr gut und die Idee jedes Team mit einem Seelsorger auszustatten, brachte auch eine Besinnlichkeit in das ganze Treiben.

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