|
Eine erfahrungsreiche Woche im Herzen der Europäischen Union
Am Samstag, dem 9. Juli 2005 trafen sich 10 Malteser und 6 Betreute mehr oder weniger pünktlich (ein herrenloser Koffer und eine darauffolgende Evakuation der Abflughalle verzögerte die Abreise aus Wien um 1,5 Stunden) in Brüssel, um sich eu-politisch zu bilden. Untergebracht waren wir in einem Kinderheim für behinderte Kinder, was uns den Luxus von Krankenbetten (wir konnten rückenschonend pflegen) und einer Unmenge von Zusatzpflegematerial bescherte.
 Der steile Weg hinauf zum Europäischen Parlament.
Unser Einatzleiter Moritz Röttinger organisierte uns im Vorfeld zwei Autos, damit wir uns ungehindert bewegen konnten. Die Luxemburger Malteser borgten uns einen Behindertentransporter, der zwar nicht mehr der jüngste war, uns dafür aber um so tapferer durch die Woche transportierte. Er ließ uns unsere "Schwellenängste" (danke Fridolin!) wachsen, da die Stoßdämpfer nicht mehr ganz neu waren und schließlich wurde dieses treue Gefährt auf den liebevollen Namen "Freak-Shuttle" getauft. Der Zweite Wagen war ein VW-Transporter, der uns von VW in Brüssel zu Verfügung gestellt wurde.
 Botschafter Dr. Franz Cede empfing die österreichischen Malteser in seiner Residenz.
Am Sonntag feierten wir die Heilige Messe in der deutschen Gemeinde, spazierten zu dem in der Nähe gelegenen Palais Stockelet und fuhren dann ins Zentrum um eine Sightseeing Tour zu machen. Wir konnten uns in der gesamten Woche nicht wirklich einigen, was schlimmer war: Das Durchgeschüttelt werden im Rollstuhl, oder die ständige Gefahr sich auf dem unebenen Pflaster die Knöchel zu verstauchen.. Wanderer kommst Du nach Brüssel, nimm Deine Bergschuhe mit und rüste Deinen Rollstuhl mit Stoßdämpfern aus ...
 Vor dem Europäischen Parlament.
Abends waren wir bei Stephan und Aurore Matyk zu einem sehr gemütlichen Abendessen eingeladen. Montag bis Mittwoch ging es mit der politischen Bildung los: Wir waren zu Gast bei der ôsterreichischen Ständigen Vertretung und wurden über "Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik", "Aktuelle Themen der Europäischen Integration", sowie "Grundprinzipien der EU" aufgeklärt. In der Europäischen Kommission erfuhren wir über "Die Aufgaben einer Ländervertretung und Lobbying in Brüssel" und Moritz Röttinger ließ uns einen Blick hinter die Kulissen der Kommission werfen. Wir bekamen eine Führung durch das Europäische Parlament und durften uns durch MEP Dr. Paul Rübig (ôVP) und MEP Harald Ettl (SPô) über die Arbeit und deren Ablauf im Parlament informieren.
 Im Europäischen Parlament mit MEP Dr. Paul Rübig (li.aussen).
Dank Moritz Röttinger und Verena Martelanz konnten wir viele sehr interessante Gespräche führen, uns weiterbilden, uns einen eigene Meinung über die EU bilden und wurden auch sehr herzlich von allen Vortragenden empfangen, die uns nicht als Fremde, sondern als Mitbürger aufnahmen. Die Nachmittage gestalteten wir eher gemütlich, da die Hitze und Schwüle an unseren Kräften zehrte und so machten wir ein Picknick in einem Park, besuchten Kaffeehäuser und fanden Entspannung in unserer Unterkunft. Die Abende verbrachten wir einmal bei Moritz Röttinger, der für uns den Berater des Präsidenten der Kommission für die Beziehungen der Eu zu den Kirchen und Religionsgemeinschaften einlud, wir waren Gäste des ôsterreichischen Botschafters Dr. Franz Cede, dessen Frau Anna Maria ebenfalls MHDA - Mitglied ist und dinierten in einem Jugendstilrestaurant in Brüssel. Am Donnerstag fuhren wir nach Gent, besuchten die Kathedrale, machten einen Spaziergang und aßen in ein kleinen Restaurant am Kanal zu Mittag. Am späteren Nachmittag fuhren wir nach Hause um in der Unterkunft einen ruhigen und gemütlichen Abend zu verbringen. Tags darauf machten wir uns auf den Weg, Brügge zu besuchen. Die Sightseeing-Tour startete mit einer entzückenden kleinen Bootsfahrt durch die Grachten. Zu Mittag badeten wir uns in einem köstlichen Restaurant in diversesten Fischvariationen, besichtigten am Nachmittag wir den Rest von Brügge und fuhren am Abend nach Blankenberge ans Meer, um bei Sonnenuntergang zu essen. Am Samstag blieben wir in Brüssel, besichtigten die Kathedale und teilten uns in Gruppen, um verschiedene Interessen wahrzunehmen. Besuche von Museen, sowie Shopping und Kaffeehausbesuche waren nun an der Reihe. Abends waren wir bei Resa und Martin Bauer eingeladen, feierten mit ihrer Familie eine Vorabendmesse und ließen unseren Brüsselaufenthalt bei einem gemütlichen Grillabend mit musikalischer Begleitung ausklingen. Unvergeßlich wird uns diese Woche in Erinnerung bleiben, denn obwohl wir eine so buntdurchmischte Truppe waren, harmonierten wir besonders gut und durch das ständige heitere Gelächter waren Sorgen und vergangene schwere Monate sehr schnell vergessen. An dieser Stelle muß ganz besonders Moritz Röttinger gedankt werden, der, obwohl ein Großspender ausfiel, durch unermüdlichen Einsatz eine riesige Anzahl an Spendern auftrieb und uns diese wunderbare Woche ermöglicht hat. Ebenso ist den vielen ôsterreichischen Maltesern in Brüssel zu danken (der Gedanke an einen "Bereich Brüssel" ging uns die ganze Zeit nicht aus dem Kopf), die uns mit offenen Armen aufgenommen und unterstützt haben!

|
 |
|