Malteser Kreuz

Der Glaube versetzt auch in Lourdes Berge

"Ihr seid ja gar nicht richtig gewallfahrtet, wenn ihr nach Lourdes geflogen seid." So und ähnlich lautete der Vorwurf an mich von verschiedenen Personen, die teilweise sogar noch nie in Lourdes gewesen waren.

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Gute Stimmung bei allen Teilnehmern: Das ist Lourdes 2005.

Nun, vom Zeitaufwand kam es am Ende ungefähr auf das gleiche heraus; 22 Stunden werden auf beide Weisen benötigt. Natürlich hatten wir während des 2-stündigen Fluges nicht die Gelegenheit über den Wolken die Messe zu feiern, wie dies im Zug geschieht. Auch war ein Kennenlernen der einzelnen Teilnehmer aus den div. Bundesländern auf dem Weg nicht so möglich. Aber bereits am Flughafen Schwechat war ich überrascht wie schnell dann doch die Hemmschwellen überwunden werden und man offen für die Begegnung miteinander war.  Für mich war es die aller erste Lourdes Wallfahrt überhaupt und so auch das erste Mal mit den Maltis. Während der ersten Tage dort fragte ich mich, was macht nun diesen Ort aus, was ist der Geist von Lourdes? Ich konnte mich zunächst überhaupt nicht anfreunden mit diesen gewaltigen Menschenmassen, den ausgesprochen grauenhaften neuen Kirchen (St. Joseph, St. Pius X, St. Bernadette) und natürlich den für mich gar abstoßenden Kitsch in den Seitenstraßen abseits vom Heiligtum.
Doch bald durfte ich lernen, dass all das, was mich befremdete, eigentlich nur éußerlichkeiten sind. Der eigentliche Beweggrund dieser vielen Menschen kam aus ihrem Inneren: Der Glaube. Es ist der Glaube an Jesus Christus, in dessen Geist sich Menschen in allen möglichen Lebenssituationen aus aller Welt zusammenfinden, unglaubliche Strapazen auf sich nehmen und sich mit ihrem je eigenen Packl in Sehnsucht auch an Seine Mutter wenden und auf ihre Fürsprache an Seinem Thron hoffen. Das Wunder von Lourdes ist die Stärkung in diesem Glauben, der auch meine Berge des inneren Widerstandes versetzt.
Menschen mit Krankheit und Behinderung erleben dort nicht nur die geistliche Nähe zu Jesus Christus und seiner Mutter Maria, sondern sie erleben auch, Gott will an vielen Tausenden Menschen, die sonst in unserer Gesellschaft am Rande stehen, seine Herrlichkeit erweisen. Und Er fordert Betreuer und Betreuerinnen, also die Malties, heraus, dass dieses Reich Gottes bei uns auf Erden bereits sichtbar werden kann. Alle sind dabei aufeinander angewiesen und das stärkt uns im gemeinsamen Geist. Beschenkte sind nicht nur die Betreuten, sondern auch wir Betreuer durch die Hilfe, die wir leisten dürfen und die Gegenliebe, die wir erfahren.
Kameradschaft und Gemeinschaft wurden nicht lange propagiert und verbalisiert, sondern ganz einfach praktiziert. Gott hat die Malteser und Malteserinnen mit einer besonderen Gnade ausgestattet solch eine Wallfahrt (ganzgleich ob mit Zug oder Flugzeug) jedes Jahr wieder durchzuführen, und nicht nur die Lourdes- Wallfahrt sondern auch Rom- und Santiago-Wallfahrten.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für die Malteser am Throne Deines Sohnes.

  •  P. Patrick C. Busskamp OPraem, Bereichsseelsorger in Tirol

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Letztes Update dieser Seite: Montag, 15. August 2005 um 17:16:51 Uhr
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