Malteser Kreuz

Time to say goodbye … Air & Style 2005

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Bei einem Orden der seit über 900 Jahren existiert, ist es fraglich, ab wann man von Tradition spricht, ob da eine Dauer von 9 Jahren schon reicht? Für den Malteser Hospitaldienst war es seit 1996 Tradition jährlich im Dezember in Innsbruck und Seefeld beim Air & Style Snowboard Contest den Ambulanzdienst abzuhalten.

Wie jede Veranstaltung erlebte dieser Event Hochs, aber auch Tiefpunkte, die vielen Menschen und auch Sanitätern immer in Erinnerung bleiben werden. Jetzt nach neun Jahren Snowboardcontest der Superlative ist es Zeit von dieser Tradition Abschied zu nehmen, denn die „smoothen“ Sprünge reißen die Boarder ab jetzt in München vom „Kicker“ – sad!

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Der spätere Gewinner Shaun White: perfect Air and perfect Style.

Im Spätsommer beauftragte der Veranstalter „Blue Wings“ den Malteser Hospitaldienst Austria Bereich Tirol mit der Durchführung des Ambulanzdienstes in Seefeld. Der Einsatz bestand aus drei Sanitätsdiensten bei Trainingseinheiten und zwei Contest- Teilen an drei Tagen. Seit vier Jahren besteht auch eine Kooperation mit dem Roten Kreuz Seefeld für eine Zusammenarbeit bei diesem Event. Diese Zusammenarbeit spielt vor allem auch außerhalb des Veranstaltungsgeländes eine wichtige Rolle, zum Beispiel: bei Verletzten auf An- und Abstromwegen.

Die Koordination mit dem Veranstalter, Roten Kreuz und Behörden war nicht nur die Aufgabe des Einsatzleiters, sondern auch des Bereichsleiters Peter Penn. Ein weiterer großer Überlegungspunkt bei einem solchen Einsatz ist die Personalstruktur, Einsatzstruktur und die Logistik. Ein erweiterter Stab mit Harald Galler (Einsatzleiter- Stellvertreter), Andreas Sarnthein (S1 – Personal), Thomas Holzknecht (S4 – Material), Peter Penn (Verbindung Behörden), Pia Schwamberger (Leiter SanHist), Theresa Wildner und Marie- Theres Girtler (Funk), Lukas Kühnelt-Leddihn (Leiter Bergeteams), Manuela Wackerle und Anna Adensamer (Apotheke), Theresia Jeschke (Pat.- Dokumentation) Michael Wildner (Leitender Notarzt) und Angelika Koutny (Mannschaftsversorgung) halfen dem Einsatzleiter den Einsatz vorzubereiten und durchzuführen. Ihnen gehören ein großer Teil des Erfolges und ein Dank für ihre Zeit und den Einsatz. Aber was wäre so eine Struktur ohne die Teilnehmer befreundeter Organisationen, den sechs Ärzten und externen Assistenten, sowie den 88 Maltesern aus ganz Österreich, die bei dem letzten Air & Style Dienst versahen? Ihnen ein herzliches Dankeschön der Einsatzleitung! Alleine drei Trainingseinheiten zwischen sechs und zehn Stunden wurden mit jeweils zwei Rettungswägen und vier zusätzlichen Sanitätern besetzt.

Beim Vorevent am Freitag wurden die 9.000 Besucher von sechs Teams, zwei Bergeteams, sechs Rettungswägen und einer Sanitätshilfsstelle (SanHist) mit Notfallsanitätern und diplomierten Krankenpflegepersonal sanitätsdienstlich versorgt. Zusätzlich zu dem Dienstaufgebot vor Ort waren zwei Rettungsfahrzeuge, fünf Notfallsanitäter und sechs Sanitäter in Bereitschaft, um bei einem erhöhten Besucheraufkommen die Kräfte in Seefeld zu unterstützen. Eine Neuerung war der Einsatz eines kabellos vernetzten EKG - Systems zum Patientenmonitoring. Die Firma MedAH, vertreten durch Hr. Alois Strommer, bauten das System in der SanHist auf, wo es den Minusgraden trotzend viele wertvolle Überwachungsdaten an einen Zentralrechner leitete.

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Der Veranstalter im Gespräch mit dem Tiroler Bereichsleiter.

Eine Weiterleitung an nachbehandelnde Krankenhäuser ist technisch möglich, doch die meisten Kliniken verfügen noch nicht über eine kompatible Software. Der traditionelle Höhepunkt des Festivals am Samstag sind aus sportlicher Sicht die Finalsprünge der weltbesten Snowboarder. Doch Air & Style steht nicht nur für den Sport, sondern auch für die Auftritte angesagter Bands, wie Beatsteaks, Fantastische Vier, Gentleman und Millencolin.

Eine eigene Show lieferten sich vier Männer auf Motorrädern – Freestyle Motocross – die Croud jubelte, als die Fahrer über die Ramps jagten, wahnsinnige Figuren in der Luft rissen, um die Landung mehr oder weniger wieder auf dem Motorrad sitzend in Angriff zu nehmen – ein eigenes Spektakel, dass jeder einmal gesehen haben sollte.

12.500 begeisterte Zuschauer verabschiedeten den Contest aus Tirol, viele davon werden ihn am 3. Dezember wieder in München begrüßen, denn die „Mood“ bei dem Event war einfach "perfect". Für viele, der Snowboard-Szene nicht Angehörige wie einigen Teilnehmern am Dienst, ist das „Modern- Deutsch“ noch ein ungewohnter Dialekt, wie auch manche Sanitäter von der dezibel- starken Musik nicht so angetan waren. Aber den Zuschauern hat es gefallen. Die Einsatzkräfte boten an diesem Wochenende eine perfekte Leistung. Insgesamt 82 Personen benötigten Hilfe in unserer SanHist, die auch rasch, professionell und einfühlsam gewährt wurde. Zwölf dieser Personen mussten zur Abklärung oder stationären Aufnahme ins Krankenhaus Innsbruck geliefert werden. In der Einzelstatistik führen die traumatischen Verletzungen (33) vor 21 Intoxikationen, 11 internen und 10 neurologischen Problematiken. Die restlichen sieben Patienten fielen unter die Kategorien Augenheilkunde, Psychologie, Unterkühlungen und Dermatologie.

Um bei einem Einsatz dieser Größenordnung die Kosten verringern zu können, benötigt man die Hilfe von Unterstützern und Sponsoren. Jeder Euro der auch bei so einem Einsatz eingespart wird, kann direkt unserer Sozialarbeit zugeführt werden. Also gilt ein spezieller Dank:

  • Firma FLAGA
  • Firma MedAH
  • Landesfeuerwehrschule Tirol
  • Blue Wings – Veranstalter

Weitere Informationen und Bilder können Sie online auf der Homepage des Bereichs Tirol und auf dem Bilderserver betrachten. http://tirol.malteser.at und http://tirol.malteser.at/photo

Auf „Air & Stylisch“: Thanxx für den Support in den letzten Jahren Keep on flying! Jonny one, over and out.

  •  Paul Kühnelt-Leddihn, Einsatzleiter

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Letztes Update dieser Seite: Mittwoch, 23. März 2005 um 13:43:53 Uhr
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