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Katastrophenhilfe nach dem Tsunami
ECOM ist die internationale Hilfsorganisation des MalteserRitterordens, der zur Zeit Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Schweiz, Polen, Österreich, Tschechien und Ungarn durch ihre nationalen Maltesergliederungen angehören.

Rund eine Million Euro für Soforthilfe im Katatstrophengebiet eingesetzt – Nach der Soforthilfe geht es nun um mittel- und langfristige Wiederaufbauprojekte. Hierfür haben die Malteser allein für das laufende Jahr 2005 weitere sechs Millionen Euro eingeplant. Gerade im Hinblick auf den längerfristigen Wiederaufbau ist es uns wichtig, unsere Projekte so zu koordinieren, dass sie auch auf Dauer Bestand haben, stellt der Generalsekretär von ECOM, Ingo Radtke in seinem Bericht von Anfang März fest: „Die von der Flut betroffenen Länder sind souveräne Staaten, deren Regierungen und Behörden das Mandat und die Verantwortung für den Wiederaufbau haben. Wir Nichtregierungsorganisationen unterstützen diesen Wiederaufbau nach dem Subsidiaritätsprinzip. Dies bedeutet, dass vor allem für die Wiederaufbauprojekte mit einer längeren Planungsphase gerechnet werden muss, da beispielsweise umfangreiche Genehmigungsverfahren für den Bau von dauerhaften Unterkünften zu durchlaufen sind. Nur eine in diesem Rahmen koordinierte und abgestimmte Hilfe ist dauerhaft und sinnvoll. Zu schnell definierte Aufbauprojekte laufen Gefahr, nicht realisiert oder aufgegeben zu werden“. Für die Phase des Wiederaufbaus gehen die Malteser derzeit von einem Zeitraum von mindestens drei bis fünf Jahren aus.
1. Süd-Indien
Im Rahmen der Soforthilfe hat ECOM zusammen mit seinen Partnerorganisationen mehr als 40.000 Flutopfer im Süden und an der südlichen Ostküste mit Medizin, Lebensmitteln, Decken und Kochutensilien versorgt. Bisher haben die Malteser in Süd-Indien bereits Hilfsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 600.000 Euro umgesetzt bzw. vorbereitet; in Planung sind derzeit für das Jahr 2005 umfangreiche Wiederaufbauprojekte mit einem Projektvolumen von 1,5 bis 2 Mio. Euro.

Projekte in Planung:
- Mit HOM bereiten wird derzeit den Wiederauf-bau von rund 350 Häusern in drei Dörfern sowie weitere Rehabilitierungsmaßnahmen wie z. B. ein Bootsreparaturprogramm vor. Unabdingbare Voraussetzung für den Be-ginn der Baumaßnahmen ist die Klärung der Landfrage durch die zuständigen indischen Behörden. Mit einer indischen Fischerkooperative führen wir zudem Gespräche im Hinblick auf die evtl. Gründung eines Rotationsfonds zur Wiederbeschaffung von Booten; die Fischer sollen in diesem Rahmen Geld teils als Zuschuss, teils als Darlehen erhalten.
- In anderen Regionen bereiten wir auch die dezentrale ganzheitliche medizinische Versorgung für Tsunami-Opfer in 20 Dörfern bis zum Jahresende vor. In Planung befindet sich darüber hinaus die gemeinsame Förderung eines Projektes der Jesuiten in Kooperation mit Caritas und Misereor. Ziel des Projektes ist die Stärkung sozialer Randgruppen und v.a. „Unberührbarer“, die aus den staatlichen indischen Hilfsleistungen ausgeschlossen sind.
2. Süd-Thailand
Im Rahmen der Soforthilfe wurden bereits verschiedene Hilfseinsätze mit einem Gesamtvolumen von rund 300.000 Euro geleistet: Wiederaufbauhilfen: Allein für das Jahr 2005 haben die Malteser 1 bis 1,5 Millionen Euro für Wiederaufbauprogramme in Süd-Thailand zur Verfügung gestellt. Derzeit werden die folgenden Wiederaufbauprojekte an den einzelnen Standorten durchgeführt bzw. vorbereitet:
 Fischer in Payagerla.
a) Ko Koh Khao Island: Wasserversorgung und Abwasserentsorgung für die drei betroffenen Dörfer auf der Insel konnten vor rund drei Wochen erfolgreich wieder sichergestellt werden. Weiterhin werden die Malteser zusätzliche Notunterkünfte, die inzwischen von einer amerikanischen Organisation in einem der Dörfer gebaut wur-den, ebenfalls mit dem neuen Wassersystem verbinden. Der Wiederaufbau von Häusern (von den Einwohnern werden Häuser auf Stelzen bevorzugt) erfolgt durch die Marine, die auch schon die Notunterkünfte gebaut hat. Im Rahmen dieses Wiederaufbaus, der mindestens ein Jahr dauern wird, werden die Malteser ein Wassersystem anlegen, das 100 Familien mit Trinkwasser versorgen und gleichzeitig die Abwasserentsorgung regeln wird.
b) Ban Bansak Das momentan größte Wiederaufbauprojekt der Malteser ist derzeit das Bauprojekt in dem Dorf Ban Bansak. Am 15. Februar wurde hier mit dem rituellen Einsetzen des ersten Stützpfeilers für das erste Haus mit dem Bau von 30 Stelzenhäusern begonnen. Der Baubeginn hatte sich durch die erforderliche Registrierung der zukünftigen Bewohner durch den offiziellen Gemeindeleiter etwas verzögert; doch die Zustimmung regionaler und lokaler Behörden ist für alle Malteser Projekte ein wichtiges Kriterium, um den langfristigen Erfolg der Projekte sicherzustellen. Seit Mitte Februar arbeiten täglich 26 Arbeiter unter der Aufsicht eines lokalen Bauleiters an derzeit sechs Häusern. Geplanter Bauabschluss für alle 30 Häuser ist Ende Mai. – Alle Arbeiter auf der Baustelle stammen aus dem Dorf Bansak. Hiermit geben wir den Dorfbewohnern schon vor der Fertigstellung ihrer neuen Häuser eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt wieder selbst zu verdienen. Auch Frauen wurden eingestellt, da viele ihre Männer und damit oft das einzige Einkommen für die Familie verloren haben. Den Haustyp durften sich die zukünftigen Bewohner selbst auswählen: es handelt sich um Stelzenhäuser in traditioneller Form, die allerdings in verbesserter Bauweise auf einem erhöhten Betonsockel und mit einer Betondecke gebaut werden, um zum einen vor den in der Regenzeit zu befürchtenden Überschwemmungen zu schützen und zum anderen die Möglichkeit zu späte-ren räumlichen Erweiterungen bieten.
c) Ban Muang - Neben der Versorgung der Mutter-Kind-Tagesstätte in Ban Muang, in der derzeit täglich noch rund 80 Mütter und 20 Kinder betreut werden, mit Hilfs- und Gebrauchsgütern und Baumaterialien führen die Mal-teser hier auch Maßnahmen zum Wiederaufbau der verwüsteten Einrichtung durch. Mitte Februar konn-ten die Baumaßnahmen am Gebäude abgeschlossen werden; das Haus wurde mit einem neuen Dach und mit neuen halbhohen Holzwänden versehen. Derzeit erfolgt der Bau von zwei kompletten Toiletten-Einheiten sowie eines neuen Waschraumes.
d) Pak Weep Die Schule in Pak Weep diente seit der Flutkatastrophe als Notunterkunft. Die Toiletten hier hielten dem Benutzeransturm nicht lange stand; daher haben die Malteser hier zwei Toiletteneinheiten repariert und eine dritte neu hinzugebaut. Außerdem richten wir für die 124 Schüler einen Waschbecken-Bereich zum Händewaschen und zum Zähneputzen nach den Mahlzeiten ein.
e) Laem Tukkae In Laem Tukkae (auf Phuket) wird die thailändische Marine 26 Häuser einschließlich des Wassersystems wieder aufbauen. Die Malteser stellen das gesamte für den Wiederaufbau der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung notwendige Material zur Verfügung.
f) Ban Lam Pi In dem Dorf Ban Lam Pi in der Nähe von Thai Muang unterstützen die Malteser ein Ernährungspro-gramm für Kinder. Sowohl in der Ban Lam Pi Grundschule als auch auf dem Dorfplatz erhalten täglich zwischen 60 und 80 Kinder unter sechs Jahren nahrhafte und vitaminreiche Nahrung. Unter Anle itung einer thailändischen Malteser Mitarbeiterin wird das Essen von ehrenamtlichen Helfern gekocht und verteilt.
Weitere Projekte in Planung:
Eine amerikanische Organisation plant, den durch den Tsunami geschädigten Fischern entlang der Küste insgesamt 800 neue Boote zur Verfügung zu stel-len. Die Malteser haben angeboten, diese Boote mit Motoren, Netzen und Fangkörben auszustatten, um den 800 Fischern eine neue Einkommensbasis zu geben. Für die Bewohner in Lam Tukkae sind Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge sowie einkommensschaffende Maßnahmen geplant; darüber hinaus ist der Bau von 24 Häusern für die sogennaten „Seezigeuner“ von Lam Tukkae in Vorbe-reitung. Eine weitere besondere Zielgruppe der Malteser sind alleinstehende Frauen und Witwen; sie sollen ebenfalls durch einkommensschaffende Maßnahmen beim Aufbau einer neuen Lebensgrundlage unterstützt werden.
3. Sri Lanka
Für die Nothilfe und den Wiederaufbau in Sri Lanka sind die Malteser für das Jahr 2005 Verpflichtungen in Höhe von rund 3 Millionen Euro eingegangen. Die Maßnahmen werden zum Teil von eigenen Malteser Mitarbeitern umgesetzt, zum größeren Teil von Partnerorganisationen. Ziel der Malteser ist es, durch die Auswahl von Partnern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Kreisen eine möglichst gerechte Verteilung der Hilfe zu gewährleisten. Zudem legen wir Wert darauf, dass alle ethnischen Gruppen im Lande von unserer Hilfe erreicht werden.

Wir sind in Sri Lanka in den am stärksten betroffenen Regionen an der Nord-, Ost- und Südküste tätig: medizinische Versorgung, Wasser- sowie Sanitärversorgung von Flüchtlingscamps, Wiederaufbau von Waisenhäusern, einkommensschaffende Maßnahmen sowie die psycho-soziale Unterstützung von traumatisierten Tsunami-Opfern.
a) Süden Der Distrikt Galle ist eine der am schlimmsten betroffenen Gegenden Sri Lankas. Über 4.000 Menschen haben hier durch den Tsunami ihr Leben verloren, über 120.000 muss-ten aus ihren Häusern und Hütten fliehen, haben Hab und Gut verloren und leben derzeit in Auffanglagern. Zusätzlich zur medizinischen Betreu-ung von zwei Flüchtlingslagern in Koskoda nördlich von Galle bereiten wir hier ein Projekt zur Ausbildung von Dorfgesundheitshelferinnen vor. Ein Dorfentwicklungsprogramm, welches den Bau eines Ausbildungszentrums und den Wiederaufbau von Häusern beinhaltet, befindet sich in der Planungsphase. Die Verbesserung der Wasserversorgung und Müllentsorgung steht auch im Mittelpunkt eines Projektes für ein Waisenhaus in Kithulampitya im Distrikt Galle, welches zudem mit Betten und Einrichtungsgegenständen ausgestattet wird. In Killinochi im Jaffna Distrikt werden die Malteser in weiteres Waisen-haus und Internat, in dem 100 Jungen leben, unterstützen: die Schlafräume müssen erweitert und mit neuen Betten ausgestattet werden; auch der Speisesaal soll eine neue Ausstattung erhalten. In Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation Help for the Children werden wir im Süden des Landes ca. 100 Häuser in vier Dörfern rehabilitieren. In der vergangenen Woche konnten die Malteser für dieses umfangreiche Projekt mit einem Volumen von 500.000 Euro eine entsprechende Vereinbarung (Memorandum of Understanding) mit dem verantwortlichen „Aga“, dem für die Region zuständigen Regierungsbeamten, unterzeichnen. Die Bewohner von Wadugegoda, Kathaluwa West, Welhengoda und Mehyagoda erhalten sowohl für die Aufräum- als auch für die Aufbauarbeiten eine Unterstützung, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien sicherzustellen. Mit Unterstützung durch unseren Trauma-Experten kümmern sich Sozialarbeiter der lokalen NGO darüber hinaus um die Nöte der Bevölkerung, bieten psychosoziale Hilfen an und entwickeln einkommensschaffende Maßnahmen. Weitere fünf Fischerdörfer im Distrikt Hambatota sollen in Kooperation mit der bereits seit Jahren in der Region tätigen deutschen GTZ rehabilitiert werden. Dort wurden insgesamt 104 Häuser zerstört. Die Wiederherstellung der Wasserversorgung und die Ausstattung der Fischer mit Fischernetzen ist ebenso geplant.
b) Nordosten In einem von der „Tamils Rehabilitation Organisation“ (TRO) betriebenen Waisenhaus für 90 Kinder in Trincomalee an der Ostküste werden notwendige Reparaturen an Fenstern, Türen und Dächern durchge-führt und die Sanitäranlagen verbessert. Da das Waisenhaus nach der Flutkatastrophe zahlreiche Waisen aufgenommen hat, müssen Betten und weitere Einrichtungsgegenstände beschafft werden; auch ein neuer Spielplatz soll angelegt werden. Ebenfalls im Distrikt Trincomalee ist der Wiederaufbau des Dorfes Linganaga ge-plant. In Zusammenarbeit mit einer lokalen NGO sollen nicht nur die zerstörten Häuser aufgebaut und die beschädigten Häuser rehabilitiert werden, sondern auch Infrastrukturmaßnahmen und einkommensschaffende Maßnahmen das Leben der 850 Familien in Linganaga verbessern. Allein für die-ses Projekt werden ebenfalls 500.000 Euro zur Verfügung gestellt. In einem gemeinsamen Projekt mit der GTZ unterstützen wir eine Fischerkooperative in Jaffna und Mullaitivu mit 200 Fischerbooten, Netzen und Motoren, damit die Fischer wieder ihrer Arbeit nachgehen und den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien wieder selbst verdienen können. Hierfür stellen die Malteser rund 750.000 Euro zur Verfügung.
 Zelte inmitten der Trümmer als ein Zeichen der Hoffnung.
c) Weitere Planungen Neben diesen bereits gestarteten Projekten planen die Malteser weitere Wiederaufbaumaßnahmen im Südwesten und Nordosten Sri Lankas – so z. B. ein weiteres umfangreiches Dorfwiederaufbau- und Re-habilitationsprogramm in Priyaneelawanai im Distrikt Ampara an der Ostküste oder die Reparatur und den Ausbau eines Waisenhauses für behinderte Kinder in Galle.
 Dringende Versorgung der Bevölkerung mit dem Notwendigsten zum Überleben.
4. Indonesien
Von unserer logistischen Basis in Medan aus unterstützen wir in Indonesien vor allem den Wiederaufbau von Gesundheitsstrukturen und Fischerdörfern in derzeit vier Regionen bzw. Standorten: in Banda Aceh ganz im Norden, in der Region Lhokseumave an der Ostküste von Aceh, auf der der Westküste vorgelagerten Insel Nias sowie seit kurzem auch in der Region um Meulabou an der Westküste.
Näheres finden Sie im Internet unter : http://www.orderofmaltaecom.org/

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