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Tiroler Ordensmitglieder in Budapest: Eine Reise, zur Nachahmung empfohlen
Im Morgengrauen des 23. Oktober bestieg eine Gruppe Tiroler Ordensmitglieder mit Angehörigen den ICE Richtung Wien, um von dort – um einige weitere Teilnehmer verstärkt - zum Reiseziel Budapest zu gelangen, wo letztlich 20 Reisende zusammentrafen. Seit langem hatte uns Laszlo Baittrok gedrängt, seine Heimatstadt und die dortigen Einrichtungen des SMRO zu besuchen.
 Fünf Gründungsmitglieder des Bereichs Tirol: U. Paumgartten, G. Kühnelt-Leddihn, G. Zingerle, H. Knoflach, I. Bethlen
Eine kleine Stadtrundfahrt führte uns zum Hotel Kulturinnov am Burgberg gegenüber der Matthias Kirche, in der wir am Sonntag den ersten Höhepunkt erleben konnten: zusammen mit den ungarischen Ordensbrüdern feierten wir die von Msgr. Miklos Frank dreisprachig zelebrierte Hl. Messe (ausgezeichnet aufgeführt wurde die Nelson Messe von Haydn). Anschließend waren wir zu Gast in der Ordenszentrale, wo wir freundlichst aufgenommen und köstlich bewirtet wurden und ausgiebig Gelegenheit zu einem regen Gedankenaustausch hatten, unter anderem mit dem Alt- und Ehrenpräsidenten Dr. Christoph von Kallay und unserem alten Freund und Gründungsmitglied des Tiroler MHD Istvan Graf Bethlen. Dank sei an dieser Stelle vor allem dem Vertreter der "Ungarischen Delegation", Viktor Baron Reichlin-Meldegg und dem "Mundschenk" Bela de Ugron.
 Besuch in der zweitgrößten Synagoge der Welt.
Der Nachmittag brachte eine ausgiebige Stadtrundfahrt, der sich ein Spaziergang durch das Zentrum anschloss, der wiederum mit einem ausgezeichneten Abendessen in einem urwüchsigen Lokal beendet wurde. Montag war Maltesertag: Bei einem Besuch in der Landeszentrale erfuhren wir von Msgr. Imre Kozma interessante Details über die Ereignisse des Jahres 1989, die Geburtsstunde und die Entwicklung des MMSZ sowie dessen mannigfache Aufgabengebiete, die von relativ wenigen haupt- und ca. 10.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern wahrgenommen werden.
Die nächste Station war die Rettungs- bzw. Notarztzentrale, die sich sichtlich im Aufbau und Aufschwung befindet. Leider genügte die Zeit nicht, um auch einen Blick in das im selben Gebäude befindliche Altenheim zu werfen.
 Die gesamte Reisegruppe nach ihrem freundschaftlichen Besuch in der Landeszentrale des MMSZ.
Es ging weiter in die Stadtzentrale, wo sich eine Notschlafstelle (für die Nacht, bei Tag dürfen nur Kranke im Haus bleiben) für Unterstandslose, die Büros der Verwaltung, der Heimnotruf und eine Ausbildungsstätte für Sozialarbeiter bzw. –pädagogen befinden. Hier wird beeindruckende Arbeit geleistet. Es wurde Mittag, als wir eines der berührendsten Erlebnisse erfuhren, da um 12 Uhr die Glocke läutete, und sich die Mitarbeiter (wie jeden Tag) in der Hauskapelle zum Angelus versammelten – eine Anregung auch für unsere Tätigkeiten in den Bereichen. Inmitten einer riesigen Plattenbausiedlung besuchten wir eine Malteserstation, in der Familien, die ihre Wohnung verloren hatten, eine vorübergehende Unterkunft finden, wo sie – wie wir an diesem Tag zu Mittag – verpflegt werden. In der Station befindet sich auch ein Lager mit gespendeten Kleidern, Spielsachen und technischen Geräten, die an Bedürftige verteilt werden.
 Beim Besuch in der Rettungs- bzw. Notarztzentrale konnte man auch einen Blick auf die Einsatzfahrzeuge des MMSZ werfen.
Letzte Station war ein Kindergarten mit Spielplatz, in dem Kinder wie Eltern willkommen sind, betreut und mit Maltesergeist vertraut gemacht werden. Beeindruckend war die "Dienstdreiradflotte". Das Besuchsprogramm endete mit der Erkenntnis, dass hier vom Kindergarten bis zum Altenheim bewundernswerte Arbeit im Geist und Sinn des Ordens geleistet und überwiegend von Ehrenamtlichen (als solcher gilt, wer sich zumindest 3–4 Wochenstunden zur Verfügung stellt) getragen wird. Die uns dargestellten Leistungen imponieren besonders, wenn man die schwierige wirtschaftliche Situation und die zum Teil noch relativ einfachen technischen Mittel bedenkt. Begeisterung und Improvisation können fast alle Hindernisse überwinden (typisch Malteser!). Am Dienstagvormittag konnten wir noch die sowohl architektonisch als auch vom Warenangebot her sehenswerte Markthalle besichtigen und dort Einkäufe erledigen.
Den Abschluss bildete der Besuch der Synagoge, der zweitgrößten der Welt. Es ist ein äußerst interessantes Bauwerk mit einem kleinen, informativen Museum und einem unter die Haut gehenden Holocaust Denkmal in Form eines auf den Kopf gestellten siebenarmigen Leuchters, aus dessen Armen Zweige einer Trauerweide wachsen, deren Blätter die Namen unzähliger Opfer des Wahnsinns tragen. Ein nachdenklicher Abschied vor einer langen Heimreise.
Herzlicher Dank sei unseren ungarischen Ordensbrüdern und Freunden für die überaus freundliche Aufnahme, stellvertretend für alle besonders Imre de Ugron, der uns ausdauernd, fachkundig und unterhaltsam begleitet hat. Großes Lob und Anerkennung hat sich Laszlo Baittrok für die perfekte Organisation und fürsorgliche Abwicklung unseres Ausflugs verdient. Ungarn kann durchaus noch eine weitere Reise wert sein.

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