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Bundes-Altmitgliedertreffen in St. Gilgen: Pflegepraxis für den Alltag
Die Altmitglieder aller Bundesländer-Bereiche des Malteser Hospitaldienstes trafen sich am ersten Wochenende im September 2004 in St. Gilgen am Wolfgangsee um in einem Fortbildungsprogramm mit den neuesten Pflegerichtlinien rund um das Krankenbett vertraut zu werden. Als kostengünstiges Quartier war der "Ferienhof Lueg" in Strandnähe gewählt worden. Das großräumige Haus entpuppte sich als ein romantischer Stein- und Holzbau aus der Jahrhundertwende. Gleich vor dem Hotel war "Seinerzeit" die Haltestation der berühmten Salzkammergutbahn zwischen Bad Ischl und Salzburg, die, weil "unmodern", 1957 eingestellt worden war.
 DiplGuKSr. Gabriele Walterskirchen beim Auffrischungskurs "Alten- und Krankenpflege".
Am Freitagabend, nach der Anreise, eröffnete Gottfried Kühnelt-Leddihn, den Vortrags- und Präsentationsreigen mit einer Diashow "Malta Tours Unlimited – besondere Reisen für besondere Menschen". Der erste Sprecher der Altmitglieder und Mitorganisator der Fortbildung berichtete über einzigartige und erlebnisreiche Pilgerreisen unter dem achtspitzigen Kreuz nach Lourdes, Rom und ins Hl. Land.
Der Samstag galt schwerpunktmäßig dem Auffrischungskurs "Alten- und Krankenpflege" von und mit DiplGuKSr. Gabriele Walterskirchen, der nach den neueste Pflegerichtlinien vorgetragen wurde. So mancher der rund 35 aktiven Teilnehmer des Kurses merkte sogleich, dass diese Infos und praktischen Übungen auch für den privaten Familienalltag – mit den unter einem Dach lebenden Generationen – nützlich sein kann. Vor allem einen einleitenden Hinweis konnte der Autor in den Alltag mitnehmen. Gabrielle Walterskirchen: "Bei allem Idealismus, der beste Helfer, ist der, mit den Händen in der Hosentasche! Ich will damit sagen: soviel wie möglich die Patienten selbst machen lassen! Das kostet zwar Zeit, doch ist für die betagten Menschen eine gute Übung und hebt das Selbstwertgefühl: ‚Schaut her, das kann ich noch selbst!’"
 Wichtig: Anschnallen im Rollstuhl.
Betroffenheit löste eine Übung aus, in der es galt, die Einschränkungen eines Kranken oder Behinderten an sich ansatzweise zu erfahren. Wir machen uns offensichtlich zu wenig Gedanken darüber, was es heißt, über sich selbst und die eigene Zeit nicht mehr verfügen zu können, was es bedeutet, mit unerwünschten akustischen und optischen Reizen überschüttet zu werden. Probleme der Sinnfindung und der damit oftmals einhergehenden Depressionen, Probleme der Zuwendung und der Sexualität und anderes mehr wurden aus diesem Blickwinkel diskutiert. Ein anderer wichtiger Punkt des Pflegebereiches wurde mit den Themen "Dokumentation der Krankengeschichte und Pflegeberichte" angeschnitten. Vor allem in Pflegeheimen und auch auf Pilgerzügen wird heute aus dem Gesichtspunkt des Qualitätsmanagements ein Durchführungsnachweis verlangt. Was für Routiners der Lourdeszüge vertraut klang, war für manches Altmitglied durchaus ein neuartiges Thema. Die Diskussionsrunde forderte eine bundesweite Checkliste für Tages- und Wochenendausflüge. Die Präsentation zweier MHDA-Behindertentransporter und die Schulung, wie denn die Rollstühle sicher und den Vorschriften gemäß im Fahrzeug verankert und die Passagiere angegurtet werden müssen, schloss die praktischen Übungen ab.
Am Abend sprach Vz-Kdt. Georg Kühnelt-Leddihn über die aktuelle Gesetzeslage im Sozialbereich, das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz. Ausführlich erklärte er die einzelnen darin definierten Qualitätsstandards. (Pflegedokumentation schon bei einer Übernachtung unterwegs!) Georg Kühnelt-Leddihn: "Auch wenn die ehrenamtliche Tätigkeit nicht unter das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz fällt, so werden wir sicher daran gemessen. Dieses Denkmuster ist neu!" Der Sonntag wurde, nach der Hl. Messe in der Pfarrkirche St. Gilgen und einen stillen Gebet am Grab des jüngst verstorbenen verdienstvollen MHDA-Altmitgliedes Aegydius Prinz von Altenburg, zum Abreise- und Badetag erklärt.

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