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Romreise zur Seligsprechung Kaiser Karls - ein unvergessliches Erlebnis
Am ersten Tag, Donnerstag, wurden wir gleich am Flughafen von unserem Bus abgeholt und wir fuhren kurz ins Hotel um uns "frisch" zu machen. Danach ging’s los. Wir fuhren nach Trastevere um uns das hübsche Viertel und die berühmte Kirche "Santa Maria in Trastevere" anzusehen. Ein kurzer Abstecher ins Café, um einen ersten schnellen Espresso oder ein Eis zu genießen, musste natürlich auch sein. Alle waren bester Laune, denn das besondere Flair dieser Stadt nahm alle sofort gefangen. Die Wärme, der leichte Wind, die vielen Gerüche, Geschmäcker und das rege Treiben in den Gassen, hinter jeder Ecke wartete eine neue Überraschung. Das Abendessen war für uns in einem gemütlichen Restaurant geplant, in dem jeder nach seinem Geschmack ein köstliches Mahl aussuchen konnte. Unsere Patienten, anfangs noch leicht überfordert von der Länge der Speisekarte, fanden sehr schnell Gefallen an der Vielfalt der Gerichte und mit ein bisschen Erklärung und Vorschlägen seitens der Malteser wurde jeder schließlich fündig. Da wir bei den Mahlzeiten immer an einer großen Tafel saßen, entstanden meistens lustige Gespräche und daher wurde auch - ganz nach italienischer Manier – laut und herzlich gelacht. Da am ersten Abend, nach Ankunft im Hotel und Versorgung der Patienten, schnell klar war, dass man einen Nachtdienst benötigen würde, richteten sich einige der erschöpften Malteser auf eine wohl kurze Nacht ein.
 Ein Besuch am Sitz des Ordens auf dem Aventin war für alle Mitreisenden interessant.
Am nächsten Tag ging’s dann auf zur Besichtigungstour durch Rom. Teils mit Bus und großteils zu Fuß (was auf dem Kopfsteinpflaster durchaus eine Herausforderung ist!), besuchten wir die schönsten Sehenswürdigkeiten Roms. Ob feststeckende Räder der Rollstühle aus dem Pflaster befreien, Wasserflaschen aus der nächsten Bar organisieren, Pizzaschnitten gegen den Hunger direkt auf der Gasse essen, im Trevi-Brunnen nach Münzen fischen, schnell am Weg noch Karten kaufen und natürlich mit einer Malteser Marke versehen, Fototermin an der spanischen Treppe wahrnehmen, die Orientierung verlieren und den richtigen Weg wieder finden, vom Pantheon zur Piazza Navona durch die engen Gassen flitzen, der Tag in der oftmals als "die schönste Stadt der Welt" bezeichnete Stadt war eindrucksvoll und ein Erlebnis, das keiner so schnell vergessen wird. Der Blick durch das berühmte "Schlüsselloch" im Tor des Malteser-Palazzo auf dem Aventin wurde selbstverständlich auch jedem ermöglicht – ob sitzend im Rollstuhl oder gestützt – jeder darf mal die Kuppel des Petersdoms mit eigenen Augen, klein wie Spielzeug, bewundern. Nach einem weiteren köstlichen Mahl am Freitagabend fielen alle nach diesem anstrengenden Tag sofort ins Bett. Ausserdem wollten doch alle ausgeschlafen sein, schließlich fuhren wir am Samstag ans Meer! Dieser Tag stand ganz im Zeichen der Ruhe und der kulinarischen Genüsse. Nach Ankunft bei "Pepino a mare" wurden alle sofort in die Badesachen gesteckt, auch wenn einige nicht so recht wussten, ob sie das wollen...und dann ging’s ab an den Strand. Bei 25 Grad und strahlendem Sonnenschein konnten dann alle die Seele baumeln lassen.
 Ein unvergessliches Erlebnis: Den Hl. Vater hautnah erleben und mit ihm feiern.
Leider konnte Irene aus gesundheitlichen Gründen nicht mitfahren, György und Konstantin blieben mit ihr in der Stadt und versorgten sie, wie auch das restliche Wochenende, mit größter Liebe und Sorgfalt. Für die Badenixen und Beachboys war das Mittagessen bei Pepino wohl der Gipfel der leiblichen Genüsse an diesem Wochenende. Bei Muscheln, Scampi, Fisch in Hülle und Fülle konnte sich niemand mehr zurückhalten. Der Wein war ein spezieller Genuß und der Abschluß mit Limoncello besonders für die Damen, mich und Herlinde eingeschlossen, eine große Freude! Der Nachmittag wurde mit Plantschen, Muscheln suchen, einem Spaziergang oder Kartenschreiben verbracht und abends fuhren wir mit vollem Bauch und Sand auf den Rädern aber mit guter Farbe im Gesicht und bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang nach Hause. Im Bus wurde es an diesem Abend sehr schnell still. Alle, Patienten und Malteser, sind schon auf halbem Weg von Ostia retour nach Rom eingeschlafen. Der Sonntag stand schließlich ganz im Zeichen unseres ursprünglichen Grundes der Reise- Die Seligsprechung. Mit blütenweißen Schürzen und gestärkten Häubchen hielten wir uns bereits um 7 Uhr am Tor zum Petersplatz bereit. Die schmucke Schweizer Garde und die vielen nervösen Polizisten zusammen mit den Hunderten bereits Wartenden verströmten schon in der Früh eine angespannte Unruhe, die auf das große Ereignis hindeutete. Als man uns schließlich an unsere Plätze direkt vor den Treppen zum Altar gebracht hatte, sich nach zwei Stunden Wartezeit in der Sonne der Platz mit bunten Fahnen, Plakaten, Portraits und Uniformen gefüllt hatte, begann die Zeremonie. Und plötzlich war das Lachen, die Gespräche, der Lärm auf dem Platz verstummt. Der Papst fuhr vor. Langsam bog das weiße Automobil um die Ecke, um durch den Gang, der zwischen den Rollstühlen zu den Treppen frei geblieben war, zum Altar zu gelangen. Da war er also. Der heilige Vater fuhr zwei Meter vor uns vorbei. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich klammerte mich fest an den Griff des Rollstuhls von Herlinde um ja nur nicht umzufallen. Es war das erste Mal, dass ich dem Papst von Angesicht zu Angesicht begegnet bin und es war einer der größten Momente in meinem Leben.
Die Messe war sehr stimmungsvoll und die Seligsprechung ein eindrucksvolles Ereignis für uns alle. Während der Zeremonie wurden wir von Mitgliedern des Ordens in Rom mit Wasser versorgt, da es auf dem Platz gegen Mittag ziemlich heiß geworden ist. Nach zwei Stunden war die Messe beendet und wir versammelten uns am Eingang, um auf Kardinal Schönborn zu warten, der unsere Patienten begrüßt und uns gesegnet hat. Den Nachmittag verbrachten wir bummelnd in der Stadt und abends saß man noch gemütlich beisammen. Die Heimreise war für alle ein bisschen traurig, da man ein gutes Team gebildet hatte, die Wiener und Salzburger Malteser. Neue Freundschaften haben sich entwickelt, neue Bande wurden geknüpft. Mein erster "großer" Dienst war lehrreich, dank meiner lieben Patientin Herlinde Ramsauer, er war anstrengend und improvisiert, er war beeindruckend und großartig, er war berührend, fröhlich und überraschend und hat mir gegeben, wovon ich nicht gewagt hätte zu träumen. Ich möchte die schönste Erinnerung an diesen Dienst mit allen teilen, die Worte von Irene Appert, die zum Abschied sagte: "Danke, für das schöne Geschenk. Ich danke dafür, dass ich ein Teil davon sein darf."

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