Malteser Kreuz

11 - 8 - 3 - 87 - 9 - 5 - 15.000 - 47 : Das Air & Style Snowboard Festival in Zahlen

Diese kurze Zahlenreihe stellt die wichtigsten Eckdaten zu einem langen und zeitaufwendigen Event dar: Das 11. Air & Style Snowboard Festival fand am 13. und 14. Dezember 2003 wiederum in Seefeld statt. Zum achten Mal war bei diesem Event die Sanitätsbetreuung an den Malteser Hospitaldienst Austria Bereich Tirol übertragen worden.

Trotz der jahrelangen Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, Blue Wings, war es kein Routineeinsatz! Nicht nur das Unglück im Jahr 1999 am Bergisel, sondern auch die wechselnde Ausrichtung des Wettbewerbs, ständige Anpassung an neue Extremsportarten, wechselnde Wetterbedingungen und Änderungen im Verletzungsprofil machen diesen Event zu einem Sanitätsgroßeinsatz, der jedes Jahr neu detailliert und überdacht organisiert werden muss. Auch die Entwicklung von einem Ein-Tages-Event zu einem Festival an zwei Tagen bedurfte Anpassungen in der Personal- und Dienststruktur, da sich die Einsatzdauer inklusive der Trainingseinheiten somit auf drei Tage ausdehnte.

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Trotz jahrelanger Zusammenarbeit mit den Veranstaltern war die Air & Style 2003 kein Routine-Einsatz … schon gar nicht für die Akteure.

Anfang Oktober konnte sich der Stab zur ersten Sitzung treffen, um die Vorgehensweise bei diesem Event zu erläutern. Neben der Stabsarbeit standen auch mehrere Besprechungen in Seefeld mit allen betroffenen Personengruppen am Terminplan, damit der kontrollierte und reibungslose Ablauf mit dem Veranstalter, der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck, der Gendarmerie Seefeld, der Feuerwehr, dem Roten Kreuz Seefeld, den ÖBB und den Vertretern des Landes geklärt werden konnte. Der Ambulanzdienst bei diesem Event ist aufgrund seiner Größe auch kein Bereichsdienst mehr, sondern läuft bei den Maltesern unter der Bezeichnung Bundeseinsatz. Der Bereich Tirol informierte die anderen Zentralen in den Bundesländern, um über eigene Verantwortliche Personal, KFZ und Material für Seefeld, dem Veranstaltungsort, zu requirieren.
Dank der Hilfe durch die anderen Bereiche und die harte Arbeit des Stabes gelang es, für das Wochenende 87 Sanitäter und neun Rettungswagen bereitzustellen. Dazu kamen noch rund drei Tonnen Material, drei Mannschaftstransporter, drei Anhänger, ein Großschadensset, fünf Zelte, eine mobile Funkleitstelle, viel Verpflegung sowie drei Rettungswagen des Roten Kreuz Innsbruck Land und deren Personal wie auch ein Johanniter.

Der enorme Aufwand, der hinter so einem Einsatz für 15.000 Besucher an zwei Tagen steckt, wird oft gar nicht gesehen. Auch wenn in der diesjährigen Statistik nur 47 Patienten stehen, ist der Aufwand notwendig.
Der Samstag verlief mit nur fünf Abtransporten und ansonsten nicht übermäßig großen Behandlungszahlen so ruhig, dass manche Malteser fast meinten, wir würden nicht gebraucht werden. Dies entsprach nicht den Tatsachen, denn es waren doch einige ernsthaftere Interventionen zu verzeichnen. Doch da seit 1996 kein Contest mehr derart ruhig verlaufen ist, sollten Behörden und Veranstalter dies nicht als absolute Berechnungsgrundlage sehen, da auch das zu warme Wetter diese Statistik positiv beeinflusste. Nicht nur die Plusgrade, auch die Versorgung und die ausgezeichnete Kommunikation innerhalb des Teams aus Kollegen des Roten Kreuzes und Maltesern führten zu einem angenehmen, erfahrungsreichen Dienst. Die Ausgaben für Sanitätsmaterialien waren aufgrund der Verletztenzahlen niedrig, die Heizkosten wurden dankenswerterweise durch die Firma FLAGA Innsbruck übernommen.Um auch die Kosten für die Verpflegung der 87 hungrigen Sanitäter in sechs Teams, neun Rettungswagen, dem Stab und der Sanitätshilfsstelle bei so einem Event niedrig zu halten, besorgte ein eigenes Küchenteam die Essenszubereitung und Verteilung der köstlichen Mahlzeiten.
Statistisch hatte jeder der 87 Sanis im Schnitt 0,54 Interventionen und musste 5 % eines Verletzten in ein Krankenhaus bringen! Dafür benötigte er 2,41 Semmeln, 195,4 g Fleisch und gleichviel Nudeln, sowie 1,341 Müsliriegel.

Da das alles alleine nicht so gut rutscht, trank der Durchschnitts-Sani auch noch 1,3793 Liter Tee, Punsch oder Saft! Der Vitaminhaushalt konnte allerdings bei 172 Gramm Obst nicht wirklich ausgeglichen sein (obwohl mehr vorhanden gewesen wäre)!
Der Winter in Seefeld wurde nicht nur von den Snowboardern, sondern auch durch Konzerte von "GangStarr", "Die Happy", "Wir sind Helden", "Lagwagon", "Donots" und "Beginner" willkommen geheißen. Trotz "cooler Performances" in der Snowboard- Arena kochte die Stimmung neben den Konzerten auch bei den Demonstrationen der FMX-Fahrer (Freestyle Moto Cross), die über steile Rampen fuhren und atemberaubende Figuren während des Fluges absolvierten!
Um auch im heurigen Jahr den Beginn des Winters beim 12. Air & Style Snowboard Festival feiern zu können, hoffe ich wieder auf eine so großartige Bereitschaft und den Einsatz wie im Jahr 2003, wenn es voraussichtlich am 11. und 12. Dezember wieder in Seefeld heißt: Keep on Flying! In diesem Sinne vielen Dank jedem Stabsmitglied und allen Helfern im Vorder-, aber auch im Hintergrund - ohne Euch
geht’s nicht!

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Vielen Dank auch der Firma FLAGA Innsbruck für die Unterstützung mit Gas, und Blue Wings als Veranstalter für das Vertrauen, das sie uns seit 1996 entgegenbringen!

Weitere Informationen und Bilder zum Ambulanzdienst Air & Style 2003 finden Sie auf der Homepage des Bereichs Tirol: www.malteser.at/tirol

  •  Paul Kühnelt-Leddihn

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Letztes Update dieser Seite: Donnerstag, 29. April 2004 um 23:37:46 Uhr
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