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Malteser Wildwassercamp 2003 in den Wildalpen bei Mariazell
Das Malteser Wildwassercamp konnte auch heuer wieder trotz niedrigen Wasserstands für unsere behinderten Freunde stattfinden. Zuerst wurden noch alte Fehlerquellen aus den vorigen Camps "ausgemerzt", gab es diesmal eine noch bessere sportliche Betreuung, da wir für jeden unserer Betreuten einen eigenen Wildwasserlehrer zur Verfügung stellten und wie gewohnt geschulte Malteser zu den Mannschaften einsetzen konnten. Dazu wurden noch professionelle Umbauten für den Sitzkomfort unserer querschnittgelähmten Betreuten an den Outside-Canadier-Schlauchbooten vorgenommen.
 Mit Schwimmweste, Helm und Neopren- Anzug ausgerüstet durch die Schönheiten der Natur.
Zwei Tage vor Beginn der Veranstaltung gab es den ersehnten Regen, und es konnten diesmal sogar sechs Boote an diesem verlängerten Wochenende teilnehmen. Für unsere Betreuten Rudolf, Francesca, Alexander, Franziskus, Markus und Gerald begann ein anstrengendes aber sehr schönes Abenteuer. Wir Malteser sorgten für einen reibungslosen und sicheren Ablauf in diesen Tagen. Jeder von uns musste mit sicherer Schwimmweste, Helm und Neopren-Anzug ausgerüstet sein, damit bei einem eventuellen Kentern keinerlei Gefahr bestand.
 Wilde Flussabschnitte in reißender Gischt erforderten ganze Geschicklichkeit.
Bereits am ersten Tag nach der Fluss- und Boots-Einweisung stiegen wir in einem besonders romantischen Teil der Salza ein, der durch die Wildberuhigungszone selbst von der Wildwasserschule schon seit Jahren nicht mehr befahren wurde. Es war phantastisch, durch den aufsteigenden Nebel in diese verwunschene Landschaft einzutauchen, und sich in Zeiten wie vor Tausenden Jahren zurückversetzt zu fühlen. Nur das Rauschen des Wassers war zu hören, seltene Vögel, Fische und Tiere zu beobachten und ab und zu das Eintauchen des Paddels wahrzunehmen.
Alle waren wir sehr leise und ehrfürchtig, und unser betreuter Freund Rudolf, der bei einem schrecklichen Straßenbahnunfall beide Beine verloren hatte, gestand andächtig, so etwas noch nie erlebt zu haben.
 Kampf um jede Sekunde im türkis-klaren Wasser.
Am nächsten Tag ging es dann schon etwas härter zu, wilde Flussabschnitte in reißender Gischt erforderten unsere ganze Geschicklichkeit durch enge Schluchten zu gleiten, und wir waren dann froh, wieder in ruhigere Abschnitte des Flusses gekommen zu sein. Einige von uns hatten aber sichtlich noch nicht genug Energie abgebaut, denn immer wieder wurden aus dem Hinterhalt Enter- und Anspritzattacken gestartet. Daher beschloss ich, für den nächsten Tag noch einen "Zahn" an Schwierigkeitsgraden am Fluss zuzulegen.
Francesca feierte in diesen Tagen ihren 18. Geburtstag, und in einer der verdienten Mittagspausen auf einer Sandbank überraschten wir sie mit einer großen Torte und Sprühkerzen sowie einer Flasche kaltem Sekt. Alle feierten sie, es war eine riesige Stimmung, die uns erst richtig als Team zusammenschweißte.
 Anpritzattacken aus dem Hinterhalt.
Obwohl durch die anstrengenden Stunden erschöpft, war der Tag noch lange nicht zu Ende, fand doch am Abend das traditionelle Feuerwehrfest statt, was nach einem üppigen Grillhendl-Gelage nahtlos in das Mega-UFO-Red-Bull-Clubbing überging. Dabei wurde eine Landung eines 20 Meter großen, über den Talkessel hereinschwebenden UFOs inszeniert, woraus mit Raumanzügen und Leuchtfackeln ausgerüstete Marsmenschen entstiegen und die Menge in Euphorie versetzte. Eine Future-Live-Band tat noch das übrige dazu. Ich mahnte, nicht zu spät nach Hause zu kommen, hatten wir doch am nächsten Morgen noch einen anstrengenden Tag mit dem traditionellen Hinderniswettkampf vor uns. Wann die letzten nach Hause kamen möchte ich hier lieber verschweigen, ließen jene sich aber am nächsten Morgen nichts anmerken, wurden für die Frühmesse "befreit" und durften eben vom Bett aus "mit uns beten". Ab Mittag ging es dann auf dem türkis-klaren Wasser um Pokale und Goldmedaillen. Es wurde verbissen um jede Sekunde gekämpft und unglaublicher weise, wie schon in den beiden vergangenen Jahren, waren alle exakt zeitgleich. So gab es also wieder keine Verlierer sondern nur Gewinner. Bei herrlichem Sonnenschein und gutem Essen im gemütlichen Hotelgastgarten im Zentrum von Wildalpen wurden mit großem Spaß und Lachen das sensationelle Ergebnis verkündet und die Preise an unsere Gewinner überreicht. So ging auch heuer wieder alles gut vorüber.
Besonders bedanken möchten wir uns bei den großzügigen Sponsoren: der Stiftung Kindertraum sowie unseren Ordensbrüdern Max I. Machanek, Hans Lennkh und Dr. Kurt Bronold. Die Malteser-Crew bedankt sich bei Familie Formann, unseren lieben und so fürsorglichen Hausleuten. Ich bin überzeugt, dass es diesmal für unsere behinderten Freunde wieder ein unvergessliches Erlebnis war und alle sich bewusst waren, dass ohne der Eigenleistung jedes einzelnen Teilnehmers, der umfassenden Infrastruktur des Malteser Hospitaldienstes sowie den Spenden unserer zahlreichen Malteser-Kreuz-Leser so ein Projekt nicht durchführbar wäre.

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