Malteser Kreuz

Gedanken, Momentaufnahmen und persönliche Eindrücke zu Brüssel 2003

Unser "Brüssel 2003" – immer wieder ins Auge gefasst, motiviert durch wiederholte Einladungen aus Belgien endlich in die Tat umgesetzt, und mit politischer Bildung als Programmschwerpunkt ein absolutes Neuland für uns Einsatzleiter! Nach langer und ziemlich intensiver Vorbereitung, mit finanzieller Unterstützung zahlreicher Politiker, Firmen und Privatpersonen im Rücken und einer viel versprechenden Mischung aus Tiroler und steirischen Teilnehmern sind wir dann Anfang Juli tatsächlich in der EU-Hauptstadt eingetroffen – mit Neugier, Spannung und ein bisschen Nervosität im Reisegepäck.

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Einen gelungenen Kontrast zu diesem politischen
Bildungsprogramm bildeten mehrere
Besichtigungstouren in Brüssel und ein
Tagesausflug nach Brügge.

Ein dicht gedrängtes politisches Programm – minutiös geplant von unseren lieben "Auslands-Maltesern" – beherrschte die ersten Tage, und immer wieder staunten wir, wie intensiv und detailliert sich einige von uns auf diese Reise vorbereitet hatten! So manch offizieller Besuch, wie der Empfang in der Residenz des österreichischen Botschafters, wurde rasch zu einem ebenso gemütlichen wie persönlichen Gedankenaustausch mit unseren Gastgebern und dauerte um vieles länger als vorgesehen.

Nirgends blieben wir lange unbemerkt, was entweder am außergewöhnlichen Klang unseres Luxemburger Malteser-Autos, dem Trachten-Ausflug ins abendliche Brüssel (Muscheln mit Fritten inklusive) oder am gruppendynamischen Einfallen in das eine oder andere Schokolade-Paradies gelegen haben mag.

Immer wieder tauchte tatkräftige und dringend benötigte kulinarische Unterstützung in Person von ortskundigen Helfern– unter anderem einer Zauberin äußerst exquisiter Lunchpakete und geduldige Fremdenführerin auf; zahlreiche freiwillige Hilfskräfte trugen dazu bei, dass wir uns Abend für Abend an den gedeckten Tisch setzen konnten.

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Wieder einmal wurde das medienwirksamste
Mitglied unserer Gruppe, Robert Holy, für
das Radio interviewt.

Am Tag der unvermeidlichen Abreise waren wir dann vieles: politisch gebildeter, oft zitierte "Unionsbürger", um zwei T-Shirts reicher, ziemlich müde – aber vor allem ein ganz besonders gutes Team, das innerhalb kürzester Zeit und mit so viel Freude zusammengewachsen war, und in dem jeder Einzelne von uns seinen Platz gefunden hat.

  •  Elisabeth Eder

Diese Woche in Brüssel war für alle Beteiligten – ganz gleich ob auf vier Rädern oder zwei Beinen – in vielerlei Hinsicht eine besondere Erfahrung: Zum einen erhielten wir einen viel besseren Zugang zur EU, denn trotz mittlerweile fast neunjähriger Mitgliedschaft und der ständigen Präsenz in den heimischen Medien, war diese Union für viele von uns nur ein ziemlich abstraktes Gebilde, das sich erst im Laufe der Woche mit Leben füllte.

Zahlreiche hochkarätige Referenten, wie der österreichische EU-Botschafter Dr. Gregor Woschnagg, brachten uns Institutionen und Entscheidungsmechanismen der Europäischen Union näher. Das Interessante daran war, dass es nie bei reinen Vorträgen blieb. In vielen und kritischen Diskussionsrunden wurden gemeinsam aktuelle Fragestellungen, wie das österreichische Transit-Problem oder die EU-Osterweiterung erörtert. Anfangs noch gefestigte Meinungen wurden im Zuge des Kennenlernens der stets vorhandenen Spannungen zwischen nationalen und Gemeinschaftsinteressen neu hinterfragt. Außerdem konnten wir uns in einem Workshop zum Thema "Flüchtlingskrise in Südosteuropa" selbst in der Rolle eines verantwortlichen Entscheidungsträgers versuchen und mußten dabei erkennen, wie schwierig Interessenskonflikte in solch einem Fall zu lösen sind.

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Ein wunderschöner Brügge-Ausflug inklusive
Bootsfahrt auf den romantischen Kanälen bei traumhaftem
Sonnenschein ließ die Woche äußerst entspannt ausklingen.

Andererseits war es aber auch sehr eindrucksvoll, verschiedene österreichische Repräsentanten und Politiker einmal ganz persönlich und ihre Arbeit aus nächster Nähe kennen zu lernen. Zahlreiche Abgeordnete nahmen sich selbst am letzten Tag des Verfassungskonvents Zeit, uns das EU-Parlament näher zu bringen. Ein Höhepunkt war aber sicher das Treffen mit "unserem" Kommissar, Dr. Franz Fischler! Im Zuge dieses Gesprächs outete sich so mancher Betreute als wahrer Politik-Freak und nutzte die Gelegenheit, sich Informationen aus erster Hand holen zu können.

Einen gelungenen Kontrast zu diesem politischen Bildungsprogramm bildeten mehrere Besichtigungstouren in Brüssel und ein Tagesausflug nach
Brügge. Erfreulicherweise waren wir auch zu einem gemütlichen Dinner in der Residenz des österreichischen Botschafters in Belgien, Dr. Thomas Mayr-Harting, eingeladen und durften – besonders herzlich empfangen durch seine Stellvertreterin, Dr. Elisabeth Bertagnoli – die Vorzüge der guten Küche eines Diplomaten-Haushaltes genießen. Bei einer Brauerei-Besichtigung konnten wir verschiedene Varianten des berühmten belgischen Biers verkosten. Sehr erholsam waren auch die allmittäglichen Besuche diverser Parks zur Siesta.

Die gute Mischung aus Bildungs- und Sightseeing-Programm sowie die ausgezeichnete Organisation trugen dazu bei, dass die Reise von allen als äußerst gelungen empfunden wurde.

  •  Bernhard Baumann

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Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 25. November 2003 um 15:01:28 Uhr
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