Malteser Kreuz

Lourdes Pilgerfahrt 2003: Ein großes Volk aus vielen Nationen

KAP0010 5 CI 0198                           07.Mai 03

KATHPRESS/Kirchen/Malteser/Wallfahrt/Behinderte

Malteser pilgern mit Behinderten nach Lourdes

   Wien, 7.5.03 (KAP) Am Freitag, 9. Mai, wird Kardinal Christoph
Schönborn um 7.30 Uhr den Lourdes-Sonderzug des
Malteser-Hospitaldienstes (MHDA) am Wiener Westbahnhof mit einem
Reisesegen verabschieden. Der Zug, der in den Bundesländern weitere
Pilger, Behinderte und Kranke aufnimmt, wird am Samstag um 10 Uhr in
Lourdes eintreffen.

Zur diesjährigen Malteser-Wallfahrt kommen aus aller Welt rund 5.000
Angehörige des Ordens mit mehr als 1.000 Behinderten und Kranken nach
Lourdes. Die österreichische Gruppe besteht aus mehr als 250
Personen, darunter 60 betreuungsbedürftige Kranke und Behinderte und
100 teilweise hilfsbedürftige Pilger. Sechs Ärzte, fünf Priester,
drei Diplomkrankenschwestern, ein Physiotherapeut und 70 Mitglieder
des Malteser-Hospitaldienstes betreuen die Gäste rund um die Uhr.

Der persönliche Dienst an den Kranken ist eine der zentralen Aufgaben
des Malteserordens und seines Hospitaldienstes. Diese Aufgabe und das
Gebet für den Weltfrieden stehen auch heuer im Mittelpunkt der
Pilgerfahrt nach Lourdes.

Sorgen macht den Maltesern allerdings der in Frankreich für den
13. Mai, den geplanten Tag der Rückfahrt, angekündigte Generalstreik.
"Wir hoffen sehr, dass unser Zug und seine besonderen Fahrgäste, die
vielen Kranken und Behinderten, nicht unter den Auswirkungen des
Streiks leiden müssen", sagte der Kommandant des MHDA, Karl Ernst
Blanckenstein, im Gespräch mit "Kathpress". (ende)
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KAP0010    2003-05-07/11:07
071107 Mai 03 aus vielen Nationen

Die wichtigsten Daten über den diesjährigen Zug finden sich bereits in dem obenstehenden Kasten mit der Originalmeldung der Nachrichtenagentur Kathpress. Der folgende Bericht gibt daher weniger Fakten als sehr persönliche Eindrücke eines Mitreisenden wieder.

Freitag, 9. Mai 2003

Seit 06.00 Uhr früh ist es am Wiener Westbahnhof unüblich hektisch. Der Lourdes-Sonderzug des Malteser Hospitaldienstes soll "Wien West" um 08.03 Uhr verlassen, bis dahin ist aber noch vieles zu erledigen. Zwei als Lazarett-Waggons besonders eingerichtete Wagen zum Transport Kranker und besonders schwer Behinderter, fünf Liegewagen für Pilger und Mannschaft, ein Küchenwaggon zur Aufnahme der Küche (schließlich muss bei den zweimal 26 Stunden Fahrt je vier mal für fast 300 Menschen gekocht werden), ein Lager- und zwei "Gesellschaftswaggons" (Speisewagen), ziemlich lang ist dieser Sonderzug. Küchenwagen und Lager sind bereits in der Nacht von eifrigen Maltesern beladen worden; jetzt gilt es für Pilger, Betreute und Mannschaft, die ersten Waggons zu beziehen. Am Bahnsteig hat die Einsatzleitung eine Art Rezeption aufgebaut, jeder Mitfahrer erhält präzise Reiseunterlagen, bereits mit Zimmernummer im Hospital oder im Hotel in Lourdes, Gepäckanhänger mit Hinweis auf die jeweilige Unterbringung in Zug und in Lourdes sowie die Teilnehmerhefte mit Programm und Reiseanweisungen.

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Christoph Kardinal Schönborn
beim Reisesegen für Lourdes '03.

Es ist ein großes Hallo, die meisten kennen einander seit vielen Jahren; dazu stoßen junge, neue Malteser, oft begleitet von besorgten Eltern, denen zunächst wohl nicht ganz klar ist, was ihre Kinder da vorhaben. Das Küchenteam um Bernhard Supp hat ein großzügiges Frühstücksbuffet aufgebaut, das Lagerteam nimmt sich der im Zug nicht benötigten Rollstühle an, Plätze werden zugewiesen, Gepäck verstaut.

Zunehmend hektischer wird es, obwohl von Wien aus nur etwa ein Drittel der Mitfahrer startet. Dann tritt Ruhe ein: Christoph Kardinal Schönborn, der Erzbischof von Wien, hat es sich nicht nehmen lassen, auch heuer den Lourdeszug mit einem Reisesegen zu verabschieden. Jeder will den Kardinal sehen, mit ihm sprechen, und auch er sucht das Gespräch mit den Kranken, den Behinderten, den Pilgern und auch mit den Maltesern. So geht er den ganzen Zug ab, spricht mit vielen Menschen und wünscht viel Segen für die Reise. Anders als an unserem bisherigen Abfahrtsbahnhof, dem Nordbahnhof, der heuer umgebaut wird, funktioniert hier die Lautsprecheranlage. Assistiert von vier der fünf mitreisenden Priestern (einer steigt erst in Linz zu) erteilt der Kardinal für alle verständlich den Reisesegen. Jetzt rasen die Minuten, doch die Malteser tun so, als ginge sie alles nichts an. Sogar das Frühstücksbuffet ist noch aufgebaut, obwohl der Zug in wenigen Minuten abfahren soll. Der selbst reisegewohnte Erzbischof wundert sich, dass die Malteser keine Anzeichen machen, einsteigen zu wollen. Doch dann geht es doch sehr rasch, alles wird eingeräumt, alle steigen ein, zurück bleiben der winkende Kardinal, einige Freunde und Verwandte, alle anderen sitzen im Zug und freuen sich auf den Beginn einer langen Reise.

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Frühstücksbuffet bis zur letzten Minute vor
der Abfahrt -- routinierte Ruhe.

Kurze Aufenthalte in St. Pölten, in Linz, wo rund 100 Fahrgäste zusteigen, in Attnang-Puchheim und schließlich in Salzburg führen zu einem stetigen Ansteigen der Zahl der Mitfahrer. In den Arbeitsbereichen läuft die Arbeit auf Hochtouren, gilt es doch beispielsweise im Lager die Rollstühle geordnet und wiederfindbar abzustellen, oder in der Küche für rund 200 Gäste zu kochen – ein dreigängiges Menu, das nun im ganzen Zug verteilt werden muss.

Knapp nach 14 Uhr wird Innsbruck erreicht, der letzte Teil der Gäste und Mannschaft steigt zu – jetzt sind wir komplett. Ein gesungenes Vater Unser am Bahnsteig macht auch die anderen Reisenden darauf aufmerksam, dass hier ein ganz besonderer Zug unterwegs ist. Am späteren Nachmittag passieren wir die österreichisch-schweizerische Grenze und die erste Hl. Messe im Gesellschafts-Wagen macht uns den eigentlichen Sinn dieser Pilgerreise noch deutlicher.

Mittlerweile haben sich alle eingerichtet, viele Betreute sitzen mit Begleitung in den Gesellschaftswagen, an "Tonis Bar" gibt es kleine Naschereien und Erfrischungsgetränke, das Abendessen kommt, und dann die Nacht im Zug. Jedes der fünf Teams bringt die von ihm zu betreuenden Pilger ins Bett, in den Laz-Wagen kehrt langsam Ruhe ein, auch in den Liegewaggons wird es ruhiger. In den Gesellschaftswagen herrscht eher gespannte Erwartung als ausgelassenes Treiben, wenn auch die Spannung langsam nachlässt. Kurz vor Mitternacht erreichen wir Genf, und – einer Empfehlung der Einsatzleitung folgend – es gehen die meisten in ihre Liegwagen.

Samstag, 10. Mai 2003

So ganz erfreulich ist das Aufstehen in einem Liegewagen nicht, die Waschräume und Toiletten sind doch sehr spartanisch ausgestattet und vor allem ständig belagert, man ist an sich unausgeschlafen. Doch die einem gestellte Aufgabe gibt einem dann doch sehr rasch die notwendige Kraft, den Tag zu beginnen. Der wegen einer ausgefallenen Kaffeemaschine fehlende Café wird durch Tee und Fruchtsäfte ersetzt, die Küche hat aber sonst ein herrliches Frühstück anzubieten. Viel Joghurt (so wie die meisten anderen Wohltaten der Küche Spenden großzügiger Gönner), frisches Gebäck, Obst, Wurst und Käse, Butter und Marmelade, dazu strahlende Sonne und der erste Blick auf Frankreich. Um 8 Uhr passieren wir Toulouse, es wird rasch gebirgiger, der Zug immer schneller, und um Punkt 10.03 Uhr erreichen wir, nach fast 26 Stunden, Lourdes.

Ein großer Bahnhof, verhangener Himmel, leerstehende Pilgerzüge – an sich nichts besonderes. Aber dann: So schnell sind unsere Betreuten in Rollstühlen gar nicht aus dem Zug, als sie schon vom fachkundigen Personal aus Lourdes in besondere Busse gebracht werden und unseren Augen entschwinden. Schon mancher Betreuer hat so seinen Betreuten "verloren". Ab geht die Fahrt ins Accueil, das relativ neu gebaute Pilgerhospiz mit großzügigen Pflegeeinrichtungen, in dem wir auch heuer ein ganzes Stockwerk reserviert haben. Das Accueil befindet sich direkt an der Gave, direkt im Zentrum des heiligen Bereichs, nahe der Grotte.

Pilger und Mannschaft sorgen für das Umladen des Gepäcks, dann geht es ins Hotel, mitten im Zentrum des Wallfahrtsorts. Lourdes – der erste Blick ist zugegebenermaßen verwirrend: Ein Devotionalien-Geschäft reiht sich an das andere, dazwischen Malteser (in dieser Woche) aus allen Herren Länder in unterschiedlichsten Uniformen und doch durch das eine, das achtspitzige Kreuz vereint.

Nach dem Mittagessen und dem Beziehen der Quartiere ein erster Höhepunkt: Eine feierliche Hl. Messe für die Österreicher in der Chapelle St. Joseph, zum ersten Mal sehen wir, wie viele wir eigentlich sind. Die feierlichen Kukullen der Ordensritter, die Uniformen unserer Hospitaldienstmitglieder und vor allem die fröhlichen Gesichter der vielen Pilger und Betreuten geben dieser Messe den Rahmen. Dann eine Unterbrechung: Der Stellvertreter des Großmeisters, Großkomtur Bailli Fra’ Ludwig Hoffmann von Rumerstein, überreicht Kuno Spiegelfeld, einem der verdientesten Ordensritter in Österreich, der heuer 86 Jahre alt wird und trotzdem an fast jedem Einsatz des Ordens und des Hospitaldienstes mitmacht, die ihm vom Fürsten und Großmeister verliehene, höchste Auszeichnung des Ordens "pro merito melitensi" in der Stufe des Großkreuzes. Kuno, sichtlich gerührt, nimmt diese Auszeichnung demütig und völlig überrascht entgegen. Ein schöner Einstieg für alle in diese Pilgerfahrt, lang anhaltende "Standing ovations" zeigen die große Zuneigung, die Kuno in Orden, Hospitaldienst und bei unseren Betreuten genießt.

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Kuno Spiegelfeld wurde mit dem Orden
„pro merito melitensi“ in der Stufe des
Großkreuzes ausgezeichnet.

Mit dem Abendessen nach der Hl. Messe ist der Tag noch nicht zu Ende: Die Komplet für die Pilger im Hotel ruft noch einmal das Thema dieses Wallfahrtserlebnisses in Erinnerung, dann können Pilger und Betreute zu Bett gehen, es war eine lange Nacht im Zug und ein langer Tag.
Die Malteser haben noch einen Programmpunkt: Großmeister Fra’ Andrew Bertie und die Mitglieder der Ordensregierung überreichen jenen Maltesern, die zum ersten Mal an dieser Wallfahrt teilnehmen, die Lourdes-Medaille des Ordens. Eine weitere Chance für die Newcomer, die internationale Vielfalt des Ordens zu erleben, waren doch Malteser aus mehr als 30 Ländern in Lourdes.

Sonntag, 11. Mai 2003

Pilgern bedeutet nicht Erholung: Um 05.10 Uhr wird das Personal geweckt, nach einem kurzen Morgengebet und einem Frühstück auch Patienten und Pilger. Schon um 7 Uhr vereinen die Laudes Pilger und Betreuer im Hotel, um 9.30 Uhr beginnt in der großen Basilika Pius X eine feierliche Heilige Messe für die mehr als 5.000 Malteser in Kukulle und ihre Betreuten, zelebriert vom Kardinalspatron des Ordens, Kardinal Pio Laghi. Große Leinwände ermöglichen allen den Blick auf den Hauptaltar, der Eindruck ist gewaltig.

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Blick über die Gave auf die Basilika
und den heiligen Bezirk.

Diese unterirdische Basilika mit einem Fassungsvermögen von bis zu 30.000 Menschen schien an diesem Sonntag Vormittag ziemlich voll. Und niemand hatte den Eindruck einer Massenveranstaltung, ganz im Gegenteil, viele schienen persönlich berührt von dieser vielsprachigen Messe. Danach gab es kein Halten mehr, fast alle pilgerten zur Grotte, suchten im Gebet und im Gedenken der Besonderheit dieses Ortes Rechnung zu tragen.

Am Nachmittag ein weiterer Höhepunkt: Die Sakramentsprozession. Wieder versammelten sich fast 5.000 Malteser und ihre Betreuten an der Gave-Brücke, um in feierlicher Prozession dem Leib des Herrn, getragen vom Kardinalspatron, in die Basilika zur Anbetung zu folgen. Für die Bewohner des Accueils gab es nach dem Abendessen noch einen Höhepunkt: Der Großmeister besuchte alle Kranken und Behinderten im Pilgerhospiz und überreichte ihnen persönlich die Pilgermedaille als Erinnerung an ihr Kommen nach Lourdes. Manche fanden sich dann noch, nachdem alle Betreuten zu Bett gebracht waren, an der Gave bei der Grotte ein – eine Stimmung, die das Pilgerlied von Kaplan Stephan Turnovsky so eindrücklich schildert (siehe Kasten,).

Montag, 12. Mai 2003

Heute wird noch früher geweckt, es ist 4.45 Uhr, kalt und dunkel, als die ersten Betreuer aus den Betten "geworfen" werden. Laudes für alle schon um dreiviertel sieben, denn um sieben Uhr beginnt die Aufstellung der Österreicher zu einer eigenen Hl. Messe in und vor der Grotte. Lourdes zeigt sich dieses Jahr ungewöhnlich gnädig, es regnet nur einmal ganz kurz, sonst ist das Wetter angenehm, und damit auch alle Veranstaltungen im Freien. Trotzdem, hier kann es unangenehm kalt sein, Kaffe und Tee über der Gave werden nach einer sehr besinnlichen Hl. Messe gerne angenommen und an Stelle des versäumten Frühstücks konsumiert.

Dann das obligate, gemeinsame Photo vor der Rosenkranzbasilika. 270 Malteser und Betreute auf einem Photo, ein Erinnerungsstück, das wohl jeden Teilnehmer berührt.

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Frühmorgens vor dem Accueil:
Sammeln zur Hl. Messe in der Grotte.

Jetzt ist frei, die Piscines haben Hochbetrieb, auch das große Sakramentszelt mit dem ausgesetzten Allerheiligsten zur Anbetung ist das Ziel vieler Betreuter und Pilger. Es ist alles scheinbar (richtig angewendet) so selbstverständlich. Kaum steht irgend jemand allein in seinem Sitzwagen, so kommt ein Malteser vorbei, bringt ihn zum nächsten Ziel. Oder man schließt sich einer kleinen Prozession an, die mit Gebet und Lied von Station zu Station zieht, und überall frohe Gesichter. Auch bei der Einsatzleitung: ÖBB, Österreichs Eisenbahner-Gewerkschaft und die französischen Gewerkschaften scheinen nun trotz Generalstreiks am kommenden Tag die Heimfahrt möglich zu machen.

Nach dem Mittagessen und ausgiebig Zeit, sich besinnlich allen Möglichkeiten dieses heiligen Ortes zu widmen, ein weiterer Höhepunkt: Die Lichterprozession. In der Dämmerung geht es um 21 Uhr an der Gave los, ein schier unendliches Band von Betreuten und Maltesern mit Fackeln in Gebeten in den verschiedensten Sprachen, "Ave, Ave" als gemeinsamer Refrain. Die Schlussfeier vor der Kathedrale vereint wieder Malteser aus allen Ländern, müde fällt man ins Bett.

Dienstag 13. Mai 2003

Heute kann man – etwas – länger schlafen, der Vormittag bietet nochmals die Möglichkeit, zu den Piscines zu gehen, in der Grotte zu verweilen oder sich der Anbetung zu widmen. Am frühen Nachmittag in der Rosenkranzbasilika der Abschlussgottesdienst, wer will, kann die Krankensalbung empfangen – viele machen davon Gebrauch. Ein letzter Blick, dann geht es mit den Bussen auf den leeren Bahnhof von Lourdes, schließlich ist Generalstreik.

Aber -- unser Zug ist da, die Küche eingeräumt, rasch beziehen alle wieder ihre Plätze, so als wäre das alles ganz einfach, Gepäck wird verladen und um 18.53 Uhr setzt sich der Zug, an diesem Tag wohl der einzige in Frankreich, in Bewegung. Abendessen im Zug, jetzt schon Routine, dann ausgelassene Abschiedsstimmung in den Waggons, gespenstisch leer der Bahnhof von Toulouse, weiter geht es Richtung Heimat.

Mittwoch, 14. Mai 2003

Letztes Frühstück im Zug, diesmal mit Café und Hl. Messe beim Überschreiten der schweizerisch-österreichischen Grenze. Ein letztes Mal sind alle im Gebet vereint, ein Segen wünscht jedem gutes Heimkommen.

Um 12.30 Uhr erreichen wir Innsbruck, und nun beginnt das für uns von Wien aus Reisende traurige "Versickern" der Teilnehmer. Ein letztes gesungenes Vater Unser am Bahnsteig, es klingt viel fröhlicher und entspannter als bei der Hinfahrt, und so mancher Skeptiker singt jetzt voller Begeisterung mit.

Wörgl, Kufstein, Salzburg, Attnang, Linz, überall verlassen uns Patienten und Betreuer, ein herzliches auf Wiedersehen. Man kann es gar nicht fassen, dass alles schon wieder zu Ende ist. Dann ein letztes Abendessen, um 19.53 Uhr sollen wir in Wien sein; trotz Verspätung an der Grenze gelingt es, nur eine knappe halbe Stunde zu spät in Wien anzukommen. Hier warten Angehörige, Freunde und ein Auslade-Kommando. Müde, aber mit erfüllten Herzen landen wohl alle an diesem Abend in der Badewanne und im Bett. Lourdes 2003 ist zu Ende, aber 2004 kommt -- hoffentlich -- bald.

  •  AFG

Spät am Abend vor der Grotte ...

1.
Wind Nordost trägt zu uns her fromme Lieder dort vom Gave
Pilgermassen ringsumher, während ich noch halbert schlafe.
Und ein Ave schallt empor, herzzerreißend zum Himmel,
Jubilierend singt ein Chor, dazu Glockengebimmel.

R: Auf einem Lourdeszug muss die Gnade wohl grenzenlos sein.
Alle Ängste, alle Sorgen trägt man hin zur heiligen Grotte und dann
wird, was uns sonst groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein.

2.
Ich seh’ mir den Zauber an, die Prozessionen und die Chöre;
Manchmal frag‘ ich mich sogar, ob ich da wirklich hergehöre.
Doch es geht schon wieder los: plaudern, waschen, heben,
pflegen.
Die Stimmung ist wie stets famos –– und ich komm' kaum zum Überlegen.

(R)

3.
Dann ist alles still, ich geh' spät am Abend noch zur Grotte,
wo ich ruhig werd' und versteh', was mich eigentlich hierher lockte;
Dann hör'n alle Fragen auf, alle Ängste, alle Sorgen;
und am Ende komm‘ ich drauf: Gott, ich bin bei dir geborgen.

(R)


Melodie: Reinhard Mey "Über den Wolken".
Text: Stephan Turnovszky, inspiriert von R. Mey.

Sponsoren

Unser besonderer Dank gilt der Einsatzleitung Gottfried Kühnelt-Leddihn, Meinrad Praxmarer und Maximilian Lobmeyr, die durch vielmonatige Planungsarbeit dieses Erlebnis für uns alle wahr werden liessen. Danke auch den betreuenden Priestern, allen Maltesern und vor allem auch unseren Sponsoren:

Kaffeevertrieb Praxmarer Gesellschaft m.b.H. & Co. KG; Konditorei Leo Jindrak; Manner; Masterfoods Austria; Mautner Markhof; Meditrade Medicare GmbH, Kufstein; Murauer Gebr. GesmbH; ÖBB Österreichische Bundesbahnen; Ottakringer Brauerei; Radatz Feine Wiener Wurstwaren GmbH; Radlberger Red Bull Trading GmbH; Römerquelle; Sotiris Steinbach Trade OEG; Spar-Zentrum Ost; Spitz Fruchtsäfte; Stainzer Milch Südweststeirische Molkerei regGenmbH; Staud´s Sauerwaren; Stift Schlierbach; Tirol Milch reg. Gen. mbH. Innsbruck; Vereingte Fettwarenindustrie GesmbH; Weinbauern aus Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark; Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten GmbH

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Letztes Update dieser Seite: Dienstag, 5. August 2003 um 16:21:59 Uhr
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